Apple Trade In: Das passiert mit eurem iPhone nach der Inzahlungnahme
Gibt man beim Neukauf eines Geräts sein altes iPhone in Zahlung, landet dies meist als Refurbished-Gerät bei einem neuen Kunden. Die Redaktion von Wall Street Journal hat den Weg eines iPhone 11 durch das "Apple Trade In"-Programm verfolgt.

Apple Trade In ist eine gute Möglichkeit, sein ausgemustertes Gerät beim Kauf neuer Hardware zu Geld zumachen. Erst Anfang des Monats hat der iPhone-Hersteller den Ankaufspreis bei der Inzahlungnahme für einen sehr großen Teil seiner Geräte erhöht. Für ein altes iPhone 11 bekommt man beispielsweise bis zu 260 Euro.
The Wall Street Journal (WSJ) hat den Trade-In-Partnern von Apple in den USA einen Besuch abgestattet und eine kurze Reportage über die Wiederaufbereitung alter iPhones auf seiner Webseite veröffentlicht. Der Markt ist riesig: Alleine in Nordamerika wurden im letzten Jahr 73,5 Millionen alte Smartphones erneuert und wieder in den Handel gebracht.
Ware für den Amazon Marketplace & Back Market
Im Bericht von The Wall Street Journal landen die Gebrauchtgeräte in einer Fabrikhalle des Unternehmens US Mobile Phones (USMP) in New Jersey. Jede Woche werden dort mehrere Tausend alter Handys angeliefert, wobei es sich zu einem großen Teil um iPhones handelt. Die Telefone stammen dabei hauptsächlich aus Apples Trade-In-Programm und von US-Mobilfunkprovidern.
USMP verkauft selber keine Geräte an Endkunden, sondern bereitet die alte Hardware wieder auf. Eine gewisse Charge Smartphones geht unbearbeitet an Großhändler. Mit den Refurbished-Geräten versorgt USMP Anbieter von Plattformen für gebrauchte Geräte wie den Amazon Marketplace oder Back Market.
Die Reise eines iPhone 11
In der Halle von USMP sind gerade 3.000 iPhones eingetroffen. Aus dem Sammelsurium an Altgeräten pickt sich die WSJ-Redakteurin Joanna Stern ein iPhone 11 mit 128 GB Speicher heraus, das für 200 Dollar angekauft wurde. Für den Endkunden soll das Gerät am Ende 350 Dollar kosten. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass USMP keine defekten Bauteile oder verschlissene Akkus tauscht. Via Apple Trade In werden iPhones mit zersplitterten Displays oder anderen groben Mängeln in andere Kanäle aussortiert.
Als Erstes werden sämtliche Daten auf dem iPhone 11 gelöscht. Das geschieht an einem speziell dafür eingerichteten Arbeitsplatz, wo das Telefon einfach an ein Lightning-Kabel angeschlossen wird. Der Rest läuft automatisiert ab. Anschließend wird das iPhone 11 umfangreichen Tests unterzogen, die ein Mitarbeiter von USMP manuell durchführt. Dafür lauft auf dem iPhone eine App, mit der die verschiedenen Prüfungen nacheinander abgearbeitet werden.
Geprüft wird u. a.:
- das Display auf Pixelfehler
- ob Screenshots erstellt werden können
- die Tasten
- die Frontkamera
- der LED-Blitz
- der Lautsprecher
- die Touch-Eingabe
Nachdem noch ein Testanruf abgesetzt wurde, geht es an die Reinigung. Ist das iPhone sauber, erfolgt das sogenannte "Grading": Es wird auf Kratzer und Dellen untersucht und in den entsprechenden Zustand eingestuft, der wichtig für den Verkaufspreis ist.
Back in the Box
Der Wiederaufbereitungsprozess nähert sich seinem Ende. Um das iPhone 11 von Joanna Stern wieder verkaufen zu können, muss eine neue Verpackung her. Viele von euch kennen vielleicht die kleinen weißen Boxen von Refurbished-Geräten. Diese kommen im Fall von USMP vom Partnerunternehmen Back in den Box.
Back in the Box übernimmt nach dem Einpacken auch den Wiederverkauf. Am Artikelzustand, der bei Back Market beispielsweise mit "Gut", "Sehr Gut" und "Hervorragend" angegeben wird, wird der Preis festgemacht. Der CEO von Back in the Box gibt an, dass die wiederaufbereiteten iPhones meistens 20 bis 30 Prozent unter der UVP von Apple liegen.
Trade In: Gewinner auf beiden Seiten
Das iPhone 11 von Stern kann am Schluss tatsächlich für 350 Dollar bei Back Market angeboten werden. Der Wiederverkäufer verdient dabei eine Provision von zehn Prozent. Back in the Box erhält im Fall des 128 GB iPhone 11 immer noch 65 Dollar. Nach Abzug der Kosten für ein Ladekabel und das Netzteil bleibt genug Geld übrig, um das Geschäft profitabel zu machen.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Smartphone.

iPad 11, M4 iPad Pro & M5 MacBook Pro: Die Neuzugänge im Refurbished Store von Apple
Apple hat neue Geräte in seinem Refurbished Store aufgenommen. Dort wird nun das iPad 11, das M4 iPad Pro mit 11 und 13 Zoll Display sowie das M5 MacBook Pro angeboten.

Apple Pencil Pro: Apple verkauft jetzt in Deutschland generalüberholte Pro-Stifte
Apple hat ein weiteres neues Produkt in seinen Refurbished Store aufgenommen. Seit dieser Woche gibt es dort neben dem Apple Pencil (USB-C) auch die Pro-Variante. Der Preis für das USB-C-Modell liegt bei 79 Euro, der generalüberholte Pro kostet 129 Euro.

Zu hoher Preis? Apple verkauft die Apple Watch SE generalüberholt ab 209 Euro
Seit Ende Juli verkauft Apple in seinem Store für generalüberholte Hardware auch die Apple Watch. Nachdem bisher nur die Series 10 angeboten wurde, ist nun auch die Apple Watch SE verfügbar – für 209 Euro.

Apple Watch: Apple verkauft in Deutschland jetzt auch generalüberholte Uhren
Ab sofort kann man direkt bei Apple auch generalüberholte Modelle der Apple Watch kaufen. Im Moment werden dort verschiedene Konfigurationen der Series 10 ab 379 Euro angeboten.

M4 MacBook Air: Apple verkauft jetzt generalüberholte Geräte
Das M4 MacBook Air ist seit gut vier Monaten auf dem Markt und bietet ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Jetzt kann man noch einmal sparen, da Apple die M4-Notebooks nun als generalüberholte Modelle verkauft.

Apple verkauft den M4 iMac in Deutschland jetzt als generalüberholtes Gerät
Apple hat den M4 iMac in seinen hauseigenen Refurbished Store aufgenommen. Den aufbereiteten All-in-One-Computer gibt es dort bereits ab 1.269 Euro.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.