Corona-Warn-App: Erste Screenshots veröffentlicht & Quellcode online einsehbar (Update: Video der App verfügbar)
In ungefähr zwei Wochen soll die deutsche Corona-Tracking-App fertig sein und zum Download freigegeben werden. Auf GitHub findet man mittlerweile neben dem Quellcode nun auch erste Screenshots, die zeigen, wie die Corona-Warn-App auf dem Smartphone aussehen wird.

Update:
Nachdem wir bisher nur Screenshots von der Corona Warn App gesehen haben, gibt es nun erstmals ein Video, das die Software in Aktion zeigt. Veröffentlicht hat den kurzen Ausschnitt der Entwickler Henning Tillmann auf seinem Twitter-Account mit dem Hinweis, dass es sich um eine unfertige Version handelt. So fehlt zum Beispiel in der gezeigten Version die Bluetooth-Funktionalität.
Während man in Deutschland noch ungefähr zwei Wochen auf die Corona Warn App warten muss, haben Lettland und Italien die App bereits eingeführt. In Italien steht diese unter der Bezeichnung "Immuni" im App Store zur Verfügung, in Lettland heißt sie "Apturi Covid". Auch in der Schweiz steht bereits die App "SwissCovid" zur Verfügung, allerdings im Moment nur zum Testen für Regierungsangestellte, Soldaten und Mitarbeiter in Pflegeberufen.
Ursprünglicher Artikel vom 1. Juni 2020:
Die App für das Corona-Tracking, die hierzulande als "Corona-Warn-App" in den App Stores erscheinen wird, gehört wohl zu den umstrittensten Apps der letzten Monate, wenn nicht sogar Jahre. Nach dem mehr oder weniger unvorteilhaften Start der "Corona Datenspende", mit der das Robert Koch-Institut Gesundheitsdaten von Smartwatches und Fitnessarmbändern sammelt und auswertet, war die Bevölkerung verunsichert, was den Datenschutz betrifft.
Die durch die App via Bluetooth erfassten Kontakte in der Nähe werden in Form von anonymen IDs dezentral auf dem eigenen Smartphone gespeichert. Erst im Fall einer Infektion des Nutzers kann dieser freiwillig den ihm mitgeteilten Code in die Corona-Warn-App eingeben und so die gespeicherten IDs der letzten 14 Tage informieren, dass eventuell ein Infektionsrisiko besteht.
Quellcode steht zur Überprüfung bereit
Um die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes auszuräumen, betreiben die Entwickler der Corona-Warn-App, T-Systems und SAP bei ihrer Arbeit eine recht offene Politik. Auf dem Portal "GitHub" legen die beiden Unternehmen in regelmäßigen Abständen verschiedene Dateien ab, die von jedem, der die Seite ansurft, ohne Registrierung angesehen werden können.
Mit der Veröffentlichung des Quellcodes der Corona-Warn-App hat man nun am Wochenende einen wichtigen Schritt vollzogen. Für versierte Anwender steht dort der komplette Programmcode zur Verfügung. In der Redaktion von CHIP hat man den Code bereits kompiliert.
Die Corona-Warn App basiert auf den Protokollen DP-3T und TCN. Um Apple- und Android-Geräte zum Tracken über Bluetooth kompatibel zu machen, nutzt die App die von den beiden Konzernen genutzte Schnittstelle, die auf das iPhone mit iOS 13.5 heruntergeladen werden kann. Bei Android-Geräten erfolgte die Einspielung der Schnittstelle automatisch und ohne Zutun des Anwenders, was bei vielen Nutzern für Verwirrung sorgte.
Erste Screenshots der App veröffentlicht
Ein paar Tage vor der Offenlegung des Quellcodes haben SAP und T-Systems schon erste Screenshots für die iOS- und Android-Versionen der Corona-Warn-App auf GitHub hochgeladen. Hauptbestandteil der App ist die sogenannte "Risikoermittlung", die das individuelle Ansteckungsrisiko darstellt.
Im Hauptbildschirm zeigt die App das jeweilige Risiko in den entsprechenden Farben an: Grün steht beispielsweise für ein niedriges Risiko, also keine Übermittlung von positiven Testergebnissen der in den letzten 14 Tagen gescannten IDs. Darüber hinaus gibt die Corona-Warn-App zahlreiche Tipps, wie man das Ansteckungsrisiko minimieren kann.
Der technische Direktor von SAP, Jürgen Müller, verweist auf seinem Profil bei Linked in zudem auf die Barrierefreiheit. Die Corona-Warn-App unterstützt unter iOS und Adroid Bedienungshilfen wie Zoomen des Textes, Änderung der Kontraste oder das Vorlesen des Bildschirminhalts. Die App wurde von Nutzern im Alter von 19 und 74 Jahren getestet, setzt auf eine einfache Sprache ohne viele Fachbegriffe und steht zum Start in Deutsch und Englisch zur Verfügung. In den nächsten Wochen sollen noch türkische Bildschirmtexte nachgeliefert werden.




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