Datenschutzklage gegen Google: Massenweise iPhone-Nutzer betroffen
Derzeit muss sich Google in Großbritannien einem Prozess stellen, indem es um das illegale Tracking von mehr als fünf Millionen iPhone Nutzern über den Browser Safari geht. Der Vorfall hatte sich zwischen 2011 und 2012 ereignet. Gefordert werden umgerechnet bis zu 3,5 Milliarden Euro Schadensersatz.

Es geht mal wieder, wie in letzter Zeit so häufig, um Datenschutz und dessen Missbrauch. Dieses mal trifft die Klage, eingereicht durch die Verbraucherorganisation "Which?" in Großbritannien, eines der größten und einflussreichsten Unternehmen der Welt: Google. Google verdient im großen Stil Geld damit, Daten von Nutzern zu speichern und innerhalb von personalisierter Werbung zu verarbeiten. Rechtlich gesehen stellt das in Großbritannien erstmal kein Problem dar, sofern die Nutzer darüber informiert wurden und eingewilligt haben. Vor zehn Jahren hatte Google allerdings seine Marktmacht missbraucht und mehr als fünf Millionen iPhone-Nutzer illegal über Apples Standardbrowser Safari ausspioniert. Dies wirft wieder einmal die Grundsatzfrage auf: Sind Unternehmen wirklich berechtigt, unsere persönlichen Daten beliebig zu Geld zu machen? Wieviel ist uns unsere Privatsphäre wert?
illegales Tracking von über fünf Millionen Nutzern: Wie teuer wird das Verfahren für Google?
Es ist nicht das erste Mal, dass Google sich für das illegale Sammeln, Speichern und Verkaufen von persönlichen Daten vor dem Gesetz verantworten muss. 2012 gab es einen ähnlichen Vorfall, den Google in den USA ungefähr 22,5 Millionen Dollar kostete. Diesmal soll es anders kommen, denn die Klage in Großbritannien verläuft im großen Stil.
"Which?" gibt an, dass zwischen August 2011 und Februar 2012 mehr als fünf Millionen iPhone-Nutzer illegal ausgespäht und getrackt wurden. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Für das Tracking sollen verschiedene Cookies genutzt worden sein, aber auch die Browser-History selbst. Demnach wurden nicht nur Daten wie der Suchverlauf verwertet, es konnten auch intime Informationen wie die politische Einstellung, die soziale Schicht, die sexuelle Orientierung, psychische oder physische Probleme und noch viel mehr gesammelt werden. Informationen, die allesamt dazu dienen sollen, viel Geld mit gezielter Werbung zu verdienen. Nutzer wurden zu diesem Zeitpunkt nicht über das Tracking unterrichtet, obwohl es das britische Gesetz es vorsieht, dass Tracking die Zustimmung von Nutzern braucht.
Lloyd vertritt in der Klage nun alle der fünf Millionen betroffenen Nutzer. Im Raum steht, ob die Klage auf eine Sammelklage ausgeweitet werden kann, sodass Betroffene aktiv teilhaben können. Außerdem geht es um die Frage, wieviel Schadensersatz eingefordert werden soll. Es ist die Rede von rund 3,5 Milliarden Euro. Lloyd begründet die Summe wie folgt: "Google erwirtschaftet über personalisierte Werbung jedes Jahr Milliardeneinnahmen. Da ist es nur gerecht, wenn sie sich dafür verantworten müssen, wenn sie persönliche Nutzerdaten illegal auswerten." Google wehrt sich gegen die Klage und stellt sich gegen die Anschuldigungen. Sollte das Unternehmen verlieren, hieße das, dass YouTube, Facebook, TikTok und andere große Plattformen sich vermutlich als nächstes im Thema "Datenschutz" verantworten müssen.
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