Drei iOS-27-Features warten noch auf den Start

Apple hat auf der WWDC 2026 ein breites Paket an Neuerungen für iOS 27 und watchOS 27 präsentiert. Doch hinter den Kulissen waren längst nicht alle geplanten Funktionen bereit für die Bühne. Wie Bloomberg-Redakteur Mark Gurman berichtet, hält Apple drei bereits fertige Features bewusst zurück. Die Module sind in internen Testversionen für Mitarbeiter aktiv und funktionieren stabil, die öffentliche Freigabe wird jedoch verschoben. Apple schiebt die Veröffentlichung auf, um das Marketing-Timing zu optimieren oder politische und rechtliche Fallstricke zu umgehen.
Anpassbare Kamera-Steuerung
Die integrierte Kamera-App erhält eine deutlich flexiblere Benutzeroberfläche, die persönliche Arbeitsabläufe unterstützt. Steuerungen lassen sich künftig als kleine Elemente am oberen Bildschirmrand positionieren, statt fest verankerter Schalter zu sein. Zu den anpassbaren Elementen zählen:
- Blitz und Belichtungskorrektur
- Timer und Tiefenschärfe-Einstellungen
- Fotostile und Bildauflösung
Apple bereitet diese neue Kamerasteuerung gezielt für das kommende iPhone 18 Pro vor. Das Flaggschiff soll nach aktuellen Berichten die stärkste Kamera-Hardware-Überarbeitung seit mehreren Jahren erhalten. Die Software-Anpassung würde damit perfekt zur neuen Sensor-Generation passen und Nutzer mit älteren Geräten vorerst außen vor lassen.
Siri für externe KI-Anbieter
Ein neues Entwickler-Framework namens Siri-Extensions wird die Sprachassistentin um KI-Chatbots von externen Anbietern erweitern. Bisher dominiert OpenAI mit ChatGPT dieses Feld, doch das System soll bald deutlich breiter aufgestellt werden. Die Technologie ermöglicht die direkte Anbindung an Siri, Apple Intelligence, die Schreibwerkzeuge und Image Playground. Spuren des Projekts finden sich bereits in der ersten Entwickler-Beta von iOS 27.
Dort stecken ein versteckter Menüpunkt in den Einstellungen sowie ein dedizierter Bereich im App Store. Auch das aktuelle Auswahlmenü für KI-Modelle, das bisher Siri und ChatGPT anbietet, ist architektonisch auf weitere Einträge ausgelegt. Innerhalb des Unternehmens testen Mitarbeiter die Funktion seit mehreren Monaten aktiv. Interessierte Unternehmen müssten eine spezielle Berechtigung beantragen, um ihre KI-Modelle in das System zu integrieren.
Strategische Gründe für Verzögerung
Warum Apple das Siri-Extensions-Framework nicht auf der Hauptbühne präsentiert hat, lässt sich auf mehrere strategische Überlegungen zurückführen. Gurman listet vier zentrale Argumente auf, die gegen eine sofortige Veröffentlichung sprechen. Ein offenes Ökosystem könnte Apples Verhandlungsposition gegenüber EU-Regulierungsbehörden schwächen. Die Erweiterung würde die selbst entwickelte Siri-Überarbeitung optisch und medial überschatten.
Zudem bestehen rechtliche Risiken im Hinblick auf angedrohte Klagen von OpenAI. Die bereits komplexe Kommunikation über die Einbindung von Google-KI in Siri würde sich weiter verkomplizieren. Trotzdem sind die technischen Vorbereitungen weit fortgeschritten. Apple führt bereits detaillierte Gespräche mit OpenAI, Anthropic und Google über die Rahmenbedingungen.
Modular-Zifferblatt für alle
Auch im Wearable-Bereich bleibt eine Ankündigung aus. Ein neues Design namens Modular war von vielen Analysten erwartet worden, tauchte auf der WWDC jedoch nicht auf. Es handelt sich dabei um eine abgewandelte Version des bisherigen Modular-Ultra-Stils, der aktuell ausschließlich auf der Apple Watch Ultra zum Einsatz kommt. Die vereinfachte Variante wird voraussichtlich im Herbst des Jahres debütieren.
Sie kommt gemeinsam mit der nächsten Generation der Smartwatches und dem finalen watchOS 27 auf den Markt. Damit erhalten Besitzer der Standard- und SE-Modelle endlich Zugriff auf das sportliche, segmentierte Zifferblatt-Design. Die Standard- und SE-Nutzer waren bisher von diesem Design ausgeschlossen.
Zusammenfassung
Apple hält drei fertig entwickelte Funktionen für iOS 27 und watchOS 27 zunächst zurück. Die anpassbare Kamera-App wird wahrscheinlich erst mit dem iPhone 18 Pro veröffentlicht, während das Siri-Extensions-Framework aus rechtlichen und strategischen Gründen auf Eis liegt. Das neue Modular-Zifferblatt für die Apple Watch ist für den Herbst geplant.
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