Ersatz-iPhone mit Tücken: Nutzer wurde wegen Verstößen des Vorbesitzers lebenslang von Snapchat ausgesperrt
Der Entwickler Finn Voorhees staunte nicht schlecht, als er beim Einrichten seines Ersatz-iPhones von einer lebenslangen Sperre bei Snapchat begrüßt wurde. Als Ursache wurde der DeviceCheck von Apple identifiziert, der App-Entwickler vor Betrug schützen soll.

Foto-Credits: Finn Voorhees
Normalerweise ist ein generalüberholtes iPhone eine feine Sache. Für einen deutlich günstigeren Preis erhält man aktuelle Technik und tut auch der Umwelt etwas Gutes. Ich habe auch schon das eine oder andere Mal zu Refurbished-Geräten von Apple gegriffen und machte damit bisher gute Erfahrungen.
Eine bestimmte Schnittstelle, die in iOS und anderen Apple-Betriebssystemen integriert ist, kann allerdings für Ärger mit dem neuen alten Gerät sorgen. Das ist dem Softwareentwickler Finn Voorhees passiert, der seine Erfahrungen in seinem Blog öffentlich gemacht hat. Der Blogeintrag trägt den Titel „Apple hat meinen iPhone-Bildschirm repariert, aber jetzt ist mein Social-Media-Konto gesperrt“ und beschreibt einen Vorgang mit der API DeviceCheck, der in dieser Form noch nicht bekannt war.
Von Snapchat ausgesperrt – auf Lebenszeit!
Das iPhone von Voorhees erlitt einen Bruchschaden, bei dem auch eine der Lautstärketasten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Schaden war durch AppleCare+ abgedeckt und sollte laut den Angaben des Mitarbeiters im Apple Store repariert werden. Dann erhielt er einen Anruf mit dem Hinweis, dass die Beschädigung zu groß sei und er ein Ersatz-iPhone als Tauschgerät erhalten würde.
Voorhees war zufrieden und richtete zu Hause sein neues Telefon mit einer Wiederherstellung ein. Anschließend loggte er sich in alle seine Benutzerkonten ein und stieß bei Snapchat auf ein unerwartetes Problem. Die App meldete sich mit der folgenden Fehlermeldung zu Wort: „SS06: Gerät gesperrt“.
Über ein anderes Gerät klappte der Log-in bei Snapchat reibungslos. Es musste also etwas mit dem Tauschgerät zu tun haben, was ihm ein Mitarbeiter von Snapchat im Anschluss bestätigte. Der Fehlercode "SS06" deutet darauf hin, dass das Gerät aufgrund von Missbrauch oder wiederholten Verstößen gegen die Community-Richtlinien gesperrt wurde. In der Supportdokumentation heißt es auch, dass der Snapchat-Support ein gesperrtes Gerät nicht wieder freigeben kann.
Der DeviceCheck von Apple als Ursache
Spätestens an diesem Punkt war Voorhees klar, dass er vom Apple Support ein generalüberholtes Ersatz-iPhone erhalten hatte und der Vorbesitzer offensichtlich wegen eines Verstoßes gegen die Richtlinien von Snapchat gesperrt worden war. Normalerweise können App-Entwickler nicht auf die Seriennummer eines Geräts zugreifen, weshalb unklar war, wie es zu der lebenslangen Sperre bei Snapchat kommen konnte.
Seine aufwendige Recherche führte Voorhees dann zum Apple DeviceCheck. Dabei handelt es sich um ein Sicherheitstool von Apple, mit dem sich App-Entwickler vor Betrug schützen können:
- „DeviceCheck ermöglicht es Entwicklern, zwei Datenbits pro Gerät festzulegen und abzufragen, die auch nach dem Löschen von Apps, Neuinstallationen, Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen und sogar beim Gerätetransfer zwischen Benutzern bestehen bleiben.“
Mit dem DeviceCheck können Entwickler beispielsweise auch festlegen, auf wie vielen Geräten man eine App installieren kann. Diese haben allerdings laut Apple auch die Möglichkeit, besagte Datenbits nach dem Verkauf eines Geräts zurückzusetzen. Dies ist im Fall des Ersatz-iPhones von Voorhees nicht geschehen.
Und das Ende vom Lied?
Der Softwareentwickler schreibt, dass er den Fall an Apple herangetragen und letztendlich ein neues Tauschgerät erhalten hat, dass dann auch funktionierte. Der Support gab dabei zu verstehen, dass es sich bei dem Vorgang um ein neues Problem handelt, das in dieser Form noch nicht bekannt war.
Die Frage ist, wie man das Problem in Zukunft verhindern kann. Schließlich hatte sich Voorhees das iPhone nicht bei einer unseriösen Quelle gekauft, sondern ein Ersatz-iPhone direkt von Apple erhalten, das zuvor wegen betrügerischer Aktivitäten gekennzeichnet worden war. Hier muss Apple auf jeden Fall nachbessern, da sicherlich auch viele andere Nutzer mit dem DeviceCheck zu kämpfen haben – ohne zu wissen, warum manche Apps nicht mehr funktionieren.
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