Foto-Scan: Apple rudert wegen anhaltender Kritik zurück
Die Ankündigung, in Zukunft Fotos auf kinderpornografische Inhalte zu scannen, schlug hohe Wellen. Nun hat sich Apple der anhaltenden Kritik ergeben und verschiebt die geplante Maßnahme erstmal auf unbestimmte Zeit.

Anfang August teilte Apple mit, dass in Zukunft auf den iPhones von Millionen Nutzerinnen und Nutzern per Scan nach Dateien mit kinderpornografischen Inhalten gesucht werden soll. Daraufhin brach eine Welle der Entrüstung auf den Konzern ein. Kritiker warnten vor einer missbräuchlichen Nutzung, sobald die Technologie erst einmal Fuß gefasst hat.
So wäre es ein Leichtes, das Verfahren abzuändern und zum Beispiel gegen politische Gegner oder andere unliebsame Personen einzusetzen. Die Seite der Kritiker erhielt unter anderem von Edward Snowden prominente Unterstützung. Zudem wurde bekannt: Wie aus einem internen Slack-Kanal hervorgeht, sollen auch längst nicht alle Mitarbeiter von Apple vom Flächen-Scan überzeugt sein.
Apple will die Funktionen verbessern
Gegenüber 9to5mac erklärt Apple, man wolle sich Zeit nehmen und die Funktionen verbessern, bevor man erneut an die Öffentlichkeit geht:
"Letzten Monat kündigten wir Pläne für Funktionen an, die dazu beitragen sollen, Kinder vor böswilligen Akteuren zu schützen, die Kommunikationstools nutzen, um sie anzuwerben und auszubeuten, und die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch einzuschränken. Aufgrund des Feedbacks von Kunden, Interessengruppen, Forschern und anderen haben wir beschlossen, uns in den kommenden Monaten mehr Zeit zu nehmen, um Anregungen zu sammeln und Verbesserungen vorzunehmen, bevor wir diese äußerst wichtigen Funktionen zum Schutz von Kindern veröffentlichen."
In der Wortwahl von Apple lässt sich ganz klar eine Richtung erkennen. Die Funktion wird als "äußerst wichtig" eingestuft und soll daher nach einer umfangreichen technischen Überarbeitung erneut präsentiert werden - dann hoffentlich ohne einen Sturm der Entrüstung zu erzeugen.
Keine Aussagen zum geplanten Zeitplan
Ursprünglich sollten die neuen Sicherheitsfunktionen mit einem Update für iOS 15, iPadOS 15 und macOS Monterey noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen. Dieser Zeitplan wird so sicherlich nicht mehr einzuhalten sein. Allerdings hat Apple keine konkreten Informationen über einen möglichen neuen Termin genannt.
Dies könnte mit der Tatsache zusammenhängen, dass man bei Apple selbst noch nicht weiß, welche Komponenten wie geändert werden müssen, bevor die erneute Vorstellung erfolgt. Neben dem Foto-Scan wollte das Unternehmen eine weitere Sicherheitsfunktion für iMessage einführen. Eltern sollten demnach eine Warnung erhalten, wenn ihr Kind im Messenger Nacktfotos verschickt oder erhält.
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