Geänderte FAQ: Wie Netflix sogenanntes Account-Sharing verhindern will
Auf der Webseite des Streaminganbieters Netflix waren kurzzeitig geänderte FAQs zu sehen, die einen Einblick geben, wie das Unternehmen zukünftig das Teilen von Zugangsdaten unterbinden will.

Ungeprüften Angaben von Netflix zufolge nutzen 100 Millionen Kunden weltweit den Streamingdienst, ohne für ein entsprechendes Abonnement zu zahlen. Möglich wird dies, indem ein Nutzer seine Zugangsdaten (E-Mail + Kennwort) an einen Dritten ohne Abo zur Nutzung weitergibt. Zu früheren Zeiten, als Netflix noch alleiniger Platzhirsch im Streaminggeschäft war, wurde diese Praxis stillschweigend toleriert.
Doch seitdem immer mehr Anbieter in den Markt drängen und Netflix mit sinkenden Umsatzzahlen konfrontiert ist, hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, sämtliche Einnahmepotenziale volk auszuschöpfen. So kursierten bereits im vergangenen Jahr Berichte, nach denen Netflix sogenanntes Account-Sharing unterbinden will.
Testläufe in Südamerika
In südamerikanischen Ländern wie Argentinien, Honduras oder El Salvador fällt für Nutzer von Netflix bereits seit geraumer Zeit eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 3 Dollar an, sobald die Funktion "Füge einen Haushalt hinzu" in Anspruch genommen wird.
Um das Teilen der Zugangsinformationen darüber hinaus so unattraktiv wie möglich zu gestalten, müssen die weiteren Haushalte immer wieder einen vom Hauptnutzer bereitgestellten Code eingeben, um auf die Inhalte zugreifen zu können.
Aufgrund der teilweise instabilen Finanzlage in Südamerika - die Zusatzgebühr wird in Dollar abgerechnet - machte sich über diese Praxis schnell Unmut breit. Eine größere Kündigungswelle blieb dem Unternehmen zufolge allerdings aus. Die Testversuche auf der anderen Seite des Atlantiks gelten für viele Beobachter als Vorboten für entsprechende Maßnahmen auch hierzulande.
Kurzzeitig geänderte FAQs
Die FAQs von Netflix gaben für kurze Zeit einen Eindruck darüber, wie Netflix auch hierzulande die gemeinsame Nutzung eines Accounts über den dazugehörigen Haushalt hinaus verhindern will. Neben der bereits angesprochenen Zusatzgebühr will der Video-on-Demand-Dienst weitere Maßnahme ergreifen, um die missbräuchliche Nutzung einzudämmen.
In der Kategorie der häufig gestellten Fragen erschien für kurze Zeit der Hinweis, dass zukünftig IP-Adressen, Kontoaktivitäten und Informationen zu den Geräte-IDs überwacht werden sollen, um eine Nutzung von nichtberechtigten Dritten erkennen zu können.
Demnach müssen Anwender mindestens einmal in 31 Tagen auf den Streamingdienst über das WLAN des eigenen Hauptstandortes zugreifen. Dies gilt jedoch für alle verwendeten Geräte, also auch das iPad oder das iPhone. Wer sich also auf einer längeren Reise befindet und Netflix über ein mobiles Endgerät nutzt, wird an diesem Punkt schnell in Schwierigkeiten geraten.
Sobald das Einwählen in den heimischen Router nicht möglich ist, sollen sich Nutzer einen personalisierten Code anfordern können, mit dem der Dienst an sieben aufeinanderfolgenden Tagen weitergenutzt werden kann.
Inzwischen hat Netflix wieder eine frühere Version der FAQ ohne die neuerlichen Anpassungen veröffentlicht. Gut möglich, dass das Unternehmen die recht kompromisslose Art der Zugriffssteuerung nochmal überdenkt und an bestimmten Stellen nachbessert. So oder so müssen sich Netflix-Kunden auf Änderungen einstellen.
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