Hilft Night Shift, besser zu schlafen? Forscher stellen Feature in Frage
Viele Nutzer aktivieren abends einen Blaulichtfilter, mit dem Gedanken, dass dieser Ihren Schlaf positiv beeinflussen könnte. Doch wie viel bringt der Filter wirklich?

Schon lange ist bekannt, dass blaues Licht, wie es von Monitoren ausgesandt wird, der Güte unseres Schlafes schadet. Aus diesem Grund gibt es für nahezu alle technischen Geräte inzwischen einen einstellbaren Blaulichtfilter. Apple hat vor einigen Jahren selbst einen eigenen Filter implementiert, welcher sich Night Shift nennt. Wenn Nutzer diesen abends aktivieren, sollen sie besser schlafen können, als wenn sie ihn nicht aktivieren. Aber macht der Filter tatsächlich einen messbaren Unterschied? Amerikanische Forscher haben sich dieser dieser Frage angenommen.
Wie hilfreich ist Night Shift wirklich?
Um diese Frage beantworten zu können, haben die Forscher der Brigham University in Provo, im Bundesstaat Ohio, 167 Probanden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nutzte vor dem Schlafengehen das Smartphone mit Night Shift, eine ohne. Eine Gruppe verzichtete eine Stunde vor dem zu Bett gehen gänzlich auf das Gerät. Die Teilnehmer aller Gruppen hatten ein Alter zwischen 18 und 24 Jahren, weil man bewusst Probanden mit einer hohen Smartphone Nutzung auswählen wollte. Die Unterteilung der Gruppen erfolgte nach dem Zufallsprinzip.
Während der gesamten Dauer der Studie mussten die Probanden Beschleunigungssensoren um das Handgelenk tragen, wenn sie zu Bett gingen. Mit Hilfe der Sensoren wurden die Qualität des Schlafes, die Einschlafzeit und die gesamte Schlafzeit erfasst. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Night Shift keinen messbaren Effekt auf den Schlaf auszuüben scheint. Die Gruppe, die Night Shift nutzte, unterschied sich nicht von der Gruppe, die Night Shift nicht nutzte. Dafür verzeichnete die Gruppe, die auf das Smartphone verzichtete, positive Ergebnisse. Ihr Schlaf war mit einer durchschnittlichen Schlafdauer von 6,8 Stunden besser, als der Schlaf der anderen beiden Gruppen.
Der Leiter der Studie, Professor Chad Jensen, versuchte, eine Erklärung für die Ergebnisse zu liefern. Ihm zufolge sei die Farbtemperatur nur einer von vielen Faktoren, welcher die Schlafqualität beeinflusse. Entscheidend sei vor allem die abendliche Art der Nutzung. Tippen und Scrollen auf dem Bildschirm führe unwiderruflich dazu, dass physiologische Reize aktiviert würden, welche uns letzten Endes schlechter schlafen ließen. Aktivitäten wie lesen hingegen, wo nicht kontinuierlich gescrollt werden muss, seien weniger beeinflussend.
Um aussagekräftige Ergebnisse für alle Altersgruppen erhalten zu könnten, müsste die Studie aber noch ausgeweitet werden.
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