Apple plant HomePod mini 2 mit Siri AI und neuem Chip

Nach fast sechs Jahren ohne Hardware-Update rückt der kompakte Smart-Lautsprecher von Apple wieder in den Fokus. Berichte deuten darauf hin, dass eine zweite Generation kurz vor der Fertigstellung steht und mit erheblich modernisierter Technik aufwarten wird. Im Zentrum stehen KI-Funktionen für den Sprachassistenten, ein aktualisierter Prozessor und ein umfassenderer Smart-Home-Ansatz.
Warum Apple sich so lange Zeit gelassen hat und was sich technisch ändern könnte, zeigt sich im Detail.
HomePod mini 2 erscheint diesen Herbst
Das Originalmodell debütierte im Oktober 2020 und blieb seither hardwareseitig unverändert. Apple ergänzte lediglich die Farbpalette um Blau, Orange und Gelb, während die Technik aus dem S5-Chip weiterhin den Betrieb steuerte. Nach fast sechs Jahren soll sich das nun ändern.
Laut Bloomberg sind der neue HomePod mini und ein aktualisierter Apple TV bereits nahezu fertig. Beide Geräte sollen diesen Herbst auf den Markt kommen, wie bereits im Artikel über das Apple TV 4K-Update berichtet wurde. Im weiteren Verlauf plant Apple ein siebenzölliges Smart-Home-Display mit HomeKit-Steuerung, FaceTime, Gesichtserkennung und einem eigenen Betriebssystem auf tvOS-Basis. Dieses Gerät könnte zwischen Oktober 2026 und Anfang 2027 folgen und ist Teil der breiteren Smart-Home-Offensive des Unternehmens.
Die lange Wartezeit hatte einen konkreten Grund: Apple verzögerte das Lautsprecher-Update bewusst, bis die neue KI-Funktionalität für Siri ausgereift war. Im Frühjahr dieses Jahres wurde bereits berichtet, dass nicht nur der HomePod mini, sondern auch der Apple TV 4K, der große HomePod und das geplante Display auf den Abschluss der KI-Arbeit warteten.
Siri AI und neuer Prozessor
Der aktuelle HomePod mini läuft mit dem S5-Chip, der ursprünglich 2019 in der Apple Watch Series 5 debütierte. Dieser Prozessor übernimmt unter anderem die rechnerischen Audio-Funktionen, die den Klang des Lautsprechers in Echtzeit an den Raum anpassen. Für das Nachfolgemodell wird ein deutlich leistungsfähigerer Prozessor erwartet.
Frühere Berichte nannten den S9-Chip oder einen noch neueren Baustein als Grundlage. Bloomberg bestätigt, dass der schnellere Prozessor primär der Unterstützung von Siri AI dienen soll. Die genauen Spezifikationen des Chips sind jedoch noch nicht bekannt.
Siri AI wurde mit iOS 27 eingeführt und bringt mehrere Neuerungen mit:
- Breiteres Weltwissen jenseits der bisherigen Suchlimits,
- Persönlichen Kontext aus Kalendern, Nachrichten und anderen Apps,
- Leistungsstärkere App-Aktionen für komplexere Befehle,
- Verständnis von Folgefragen innerhalb eines Gesprächs.
Eine offene Frage bleibt, wie Siri AI auf dem HomePod konkret funktionieren wird. Ein S9-ähnlicher Chip ist wahrscheinlich nicht leistungsstark genug, um die gleichen Apple-Intelligence-Modelle vollständig lokal auszuführen wie ein modernes iPhone. Daher könnten einige Anfragen auf Cloud-Verarbeitung zurückgreifen oder von einem anderen Apple-Gerät im Netzwerk unterstützt werden. Apple hat die Umsetzung für den Lautsprecher bisher nicht erläutert.
Bestehende HomePod-Modelle erhalten über Software-Updates lediglich kleinere Verbesserungen. HomePod 27 bringt etwa AutoMix und eine schnellere AirPlay-Übertragung. Die größeren Siri-Upgrade-Funktionen spart sich Apple offenbar für die neue Hardware auf.
Besserer Klang und modernere Konnektivität
Neben dem Prozessorwechsel und Siri AI soll auch die Audio-Qualität des HomePod mini 2 spürbar verbessert werden. Bloomberg berichtete zuvor über akustische Fortschritte, konkrete Details zu Änderungen an Lautsprechern, Mikrofonen oder der internen Akustik liegen jedoch noch nicht vor.
Ein ebenfalls erwarteter Wechsel betrifft den Wireless-Chip. Frühere Gerüchte sprachen von einem eigenen Wi-Fi- und Bluetooth-Modul von Apple. Aktuellere Informationen konzentrieren sich auf den N1-Chip, der modernere Wi-Fi- und Bluetooth-Fähigkeiten sowie Unterstützung für Thread bietet. Das mesh-basierte Protokoll Thread gewinnt in Smart-Home-Netzwerken zunehmend an Bedeutung und könnte die Stabilität und Reichweite der HomeKit-Verbindungen verbessern.
Zudem plant Apple einen neueren Ultra Wideband-Chip für das Nachfolgemodell. Das aktuelle Gerät nutzt die U1-Technologie, die eine distanzbasierte Übergabe von Audio-Inhalten zwischen iPhone und HomePod ermöglicht. Ein aktualisierter Baustein könnte diese Interaktion schneller und präziser gestalten.
Preis und Kaufempfehlung
Der ursprüngliche HomePod mini startete 2020 zum Preis von 99 Euro. Apple hat den Preis für das unveränderte Hardware-Modell kürzlich auf 139 Euro angehoben, was auf steigende Kosten für Speicher- und andere Komponenten zurückzuführen ist. Aktuell verkauft das Unternehmen den Lautsprecher in allen fünf Farben – Weiß, Schwarz, Orange, Gelb und Blau – zu diesem Preis.
Für den HomePod mini 2 lässt sich die Preisstrategie noch nicht sicher vorhersagen. Apple könnte den Preis bei der selben Höhe belassen, einen Aufpreis für die neue Hardware verlangen oder die aktuelle Generation parallel zu einem reduzierten Preis weiterverkaufen.
Experten raten derzeit davon ab, den aktuellen HomePod mini zum vollen Preis zu erwerben, solange das Nachfolgemodell nahezu fertig ist. Wer den Lautsprecher bereits besitzt, profitiert weiterhin von einer soliden Performance für Musikwiedergabe, Timer, die Durchsage-Funktion und die Steuerung von Apple Home. Bestehende Geräte lassen sich zudem zu einem Stereo-Paar verbinden, wobei Geräte der alten und neuen Generation voraussichtlich nicht miteinander gepaart werden können. Ein rabattiertes aktuelles Modell könnte sich dennoch lohnen, um ein bestehendes Setup zu erweitern.
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