Kamera, Anschlüsse, eGPUs und Upgrades - Das sind die Schwachstellen der neuen ARM Computer
Die neuen Macs versprechen viele Besserungen, doch es gibt auch einige Kritikpunkte.

Gestern stellte Apple die neuen und gleichzeitig ersten Geräte mit Silicon-Prozessor vor: Ein MacBook Pro, ein MacBook Air und einen Mac mini. Durch die neue ARM-Technik überzeugen sie vor allem mit einer noch besseren Akku-Laufzeit als ihre Vorgänger und einer sehr guten CPU-Leistung. Doch auch Apples Wunderkinder haben ihre Schwächen und Einbußen, wie ein Blick auf einige Spezifikationen zeigt.
Die Kamera
Kritik an den verbauten Kameras in den Mac Modellen ist nichts neues: User beschweren sich seit Jahren darüber, dass die Qualität der Kamera nur mittelmäßig ist, obwohl Apple verspricht, spitzenmäßige Produkte auf den Markt zu bringen. Gerade in Zeiten der Corona-Krise, in der viele Menschen Home Office betreiben und über Video Konferenzen in Kontakt bleiben, ist die Kameraqualität vielen ein Dorn im Auge. Leider baut Apple auch in den neuen Geräten keine anderen Kameras ein, die Webcam muss mit einer Qualität von gerade einmal 750p auskommen - zum Vergleich, die Kameraqualität des iPhone 11 misst 12 Megapixel mit einer 4k Auflösung.
Allerdings ist Apple sich dem Problem bewusst, deshalb findet sich in den Geräten ein neu entwickelter Image Signal Processor. Eigener Aussagen zufolge liefere er eine "Reduzierung von Bildrauschen, größeren Dynamikumfang, verbesserten automatischen Weißabgleich und Gesichtserkennung mit maschinellem Lernen", sodass die User bei Videoanrufen bestens aussähen.
Ob sich der Prozessor bewährt, werden wohl nur Tests und die Nutzung der Geräte beantworten. Dennoch ist bereits im Voraus bekannt, dass der Sensor Einschränkungen hat und der Platz für eine andere Webcam vorhanden gewesen wäre. User werden sich also weiterhin auf Verpixelungen einstellen müssen.
Thunderbolt Anschlüsse und die Nutzung von externen Grafikkarten
Anders, als Beobachter im Voraus gemutmaßt hatten, erhalten die Computer kein Thunderbolt 4, sondern müssen weiterhin mit Thunderbolt 3 auskommen. Dieses schafft, je nach Modus, bis zu 40 Gb/s oder bis zu 10 Gb/s in der Datenübertragung. Mutmaßungen zufolge sei Thunderbolt 4 zu eng mit Intel Prozessoren verwoben, wodurch eine Verknüpfung mit ARM schwierig sei.
Weiterhin besitzen die MacBooks jeweils nur zwei USB C Anschlüsse, der Mac mini immerhin zusätzlich noch zwei USB A Anschlüsse. Um eine Knappheit an Verbindungsmöglichkeiten zu umgehen, werden User also auch weiterhin auf Adapter mit zusätzlichen Anschlüssen setzen müssen. DisplayPort und selbstverständlich das Aufladen der Geräte wird weiterhin möglich sein. Zusätzlich bleibt der Klinkenanschluss für Kopfhörer erhalten.Anders sieht es bei der Nutzung von externen Grafikkarten, sogenannter eGPUs aus: Zumindest die neuen Geräte werden die Nutzung von eGPUs nicht mehr unterstützen. Gerade für das Spielen grafikaufwendiger Spiele werden User also künftig tiefer in die Tasche greifen müssen, um sich ein dementsprechend leistungsstarkes Model kaufen zu können, wenn sie viel Grafikkarten Power benötigen. Die Kompatibilität bleibt einzig bei den Intel-Geräten vorhanden. Offizielle Gründe hierfür nannte Apple nicht, Mutmaßungen zufolge gibt es entweder technische Umsetzungsprobleme, oder Apple möchte seine verbaute Hardware mehr in den Vordergrund rücken.
Upgrades
Dass ein technisches Nachrüsten seit den MacBook Pro Modellen von 2016 nicht mehr möglich ist, wird sich auch mit den ARM Prozessoren nicht ändern. Alle Bestandteile sind fest verlötet. Aus dem Grund muss man vor dem Kauf bereits abwägen, wieviel Leistung und Speicher man benötigt.
Einen Unterschied gibt es hierbei zu den Intel Prozessoren aber doch: die Upgrademöglichkeiten sind eingeschränkt. Erlauben die Intel Modelle eine maximale Ausbaustufe von 32 GByte RAM und 4 TByte SSD, so sind es bei den ARM Modellen nur maximal 16 GByte RAM und 2 TByte SSD.
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