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Matter 1.6 angekündigt: NFC-Einrichtung, gemeinsame Netzwerke und neue Sicherheitsstufe

Die Connectivity Standards Alliance hat Matter 1.6 vorgestellt. Die neue Version ermöglicht die Einrichtung von Smart-Home-Geräten per NFC, noch bevor sie an die Stromversorgung angeschlossen werden. Zusätzlich kommt ein neues Sicherheitszertifizierungsprogramm dazu.
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AppTickerTeam
Vor 3 Std4 Min. Lesezeit
Matter 1.6 angekündigt: NFC-Einrichtung, gemeinsame Netzwerke und neue Sicherheitsstufe
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Die Connectivity Standards Alliance hat auf ihrem jährlichen Unify-Event am 17. Juni 2026 mit Matter 1.6 und Product Security 1.1 zwei wichtige Aktualisierungen vorgestellt. Beide Entwicklungen zielen darauf ab, die Bedienung vernetzter Geräte zu erleichtern und gleichzeitig die Sicherheitsstandards im Internet of Things zu erhöhen. Für Besitzer von Smart-Home-Systemen bedeutet dies vor allem eine deutlich einfachere Inbetriebnahme neuer Geräte sowie bessere Möglichkeiten, verschiedene Ökosysteme nahtlos zusammenzuführen. Parallel dazu erweitern ADT und Telink das Board of Directors der CSA. Diese personellen Veränderungen unterstreichen die wachsende Bedeutung des Standards in der Branche.

NFC-Einrichtung vor dem Stromanschluss

Der größte Komfortgewinn in Matter 1.6 liegt im neuen NFC-Based Commissioning. Geräte lassen sich nun vollständig per Smartphone-NFC einrichten, noch bevor sie elektrisch angeschlossen oder installiert sind. Das war mit früheren Versionen nicht möglich. Matter 1.4.1 hatte zwar bereits NFC-Tags mit Einrichtungsinformationen eingeführt, benötigte aber zusätzlich Bluetooth LE, um den Prozess abzuschließen. Die neue Version erledigt den gesamten Datenaustausch rein über NFC und verzichtet auf den zweiten Funkschritt. Praktische Beispiele verdeutlichen den Nutzen: Eine smarte Glühbirne wird per Antippen am Smartphone konfiguriert, bevor sie in die Fassung gedreht wird. Auch ein neuer Wandschalter lässt sich vormontieren, solange noch keine Netzspannung anliegt. Bei größeren Projekten können Installateure Dutzende Geräte im Voraus provisionieren und erst am Aufstellungsort aktivieren.

Gemeinsame Netzwerke und Thermostat-Vorschläge

Joint Fabric erweitert das bestehende Multi-Admin-Toolkit um eine wichtige Funktion: Mehrere vom Nutzer autorisierte Controller können ab sofort ein gemeinsames Matter-Netzwerk parallel verwalten. Das bedeutet, dass Geräte über alle beteiligten Ökosysteme hinweg erreichbar sind, ohne dass jeder Controller das Gerät separat einrichten muss. Ein weiteres Highlight sind die Thermostat Suggestions. Statt direkter Temperaturbefehle senden Steuerungen ab jetzt zeitgebundene Vorschläge, die das Thermostat eigenständig bewertet. Das Gerät prüft diese Empfehlungen gegen gespeicherte Nutzereinstellungen, jüngste manuelle Eingaben und die aktuellen Raumbedingungen, bevor es reagiert. Ein typischer Anwendungsfall: Nutzer in einem Versorger-Lastmanagement-Programm können ihr Thermostat so konfigurieren, dass Automatisierungen aus anderen Ökosystemen keine Einsparereignisse versehentlich überschreiben. Wurde das Thermostat gerade manuell angepasst, erkennt es nachfolgende Vorschläge aus anderen Quellen als wahrscheinlich unbeabsichtigt und verzögert deren Ausführung.

Technische Verbesserungen im Detail

Neben den prominenten Features bringt Matter 1.6 mehrere technische Verbesserungen, die vor allem die Sicherheit und Nachverfolgbarkeit erhöhen. Die wichtigsten Ergänzungen im Überblick:

  • Standardisierte Kommunikation für Gerätefähigkeiten und Betriebsgrenzen
  • Ereignisverlauf für Sicherheitssensoren
  • Erkennung abgenommener Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder
  • Skalierbarere Zertifikatswiderrufslisten

Die CSA veröffentlicht parallel zur Ankündigung die vollständige Matter-1.6-Spezifikation sowie das zugehörige SDK. Entwickler können so sofort mit der Implementierung der neuen Funktionen beginnen. Diese Veröffentlichung ermöglicht es Herstellern, ihre Produkte schnell an die neuesten Standards anzupassen und so die Kompatibilität über verschiedene Geräteplattformen hinweg zu gewährleisten.

Sicherheitszertifizierung erweitert

Product Security 1.1 verschiebt den Fokus der Zertifizierung von einzelnen IoT-Geräten auf komplette Systeme. Dazu zählen nicht nur die Hardware, sondern auch zugehörige Apps, Remote-Prozesse und Gateways. Das Programm definiert zwei Sicherheitsstufen:

  • Level 1: Lieferanten-Selbstbewertung, geprüft von einer Authorized Test Laboratory
  • Level 2: Unabhängige Bewertung mit Funktionstests durch dieselbe Laborstufe

Erstmals deckt das Programm die Cybersecurity-Anforderungen der EU-Radio-Equipment-Directive sowie das Singapore Cyber Security Labeling Scheme ab. Hersteller profitieren von weniger Beweisduplizierung und reduziertem Administrationsaufwand bei der globalen Marktzulassung. Diese Harmonisierung der Sicherheitsstandards erleichtert die Markteinführung in verschiedenen Regionen und reduziert die Kosten für die Zertifizierung.

Matter als Schlüssel für vernetzte Häuser

Matter etabliert sich als der zentrale Standard, der die Fragmentierung im Smart Home beendet. Vor seiner Einführung waren Nutzer oft an einzelne Hersteller-Ökosysteme gebunden, was teure Insellösungen und komplizierte Workarounds erforderte. Der Standard ermöglicht herstellerübergreifende Kompatibilität: Ein Matter-fähiges Gerät funktioniert nahtlos mit allen unterstützten Controllern, unabhängig vom Hersteller. Das spart bei der Einrichtung Zeit und verhindert, dass ein Gerätewechsel das gesamte Netzwerk gefährdet. Zukunftsorientierte Updates wie Matter 1.6 sichern zudem die Langzeitnutzbarkeit. Geräte, die den Standard unterstützen, profitieren automatisch von neuen Funktionen über Firmware-Updates, ohne dass das gesamte System ausgetauscht werden muss.

Zusammenfassung

Matter 1.6 macht die Smart-Home-Einrichtung mit NFC-Kommunikation vor dem Stromanschluss deutlich einfacher und ermöglicht mit Joint Fabric die gemeinsame Nutzung von Netzwerken über verschiedene Ökosysteme hinweg. Product Security 1.1 erhöht parallel die Sicherheitsstandards durch eine systemweite Zertifizierung, die EU-RED-Anforderungen abdeckt. Matter bleibt damit der Schlüsselfaktor für ein vernetztes Zuhause ohne Hersteller-Silos.

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