Messung des Blutsauerstoffs: Masimo klagt erneut – diesmal gegen die Zoll- und Grenzschutzbehörde
Nachdem Apple für amerikanische Kunden die Messung des Blutsauerstoffs auf der Apple Watch wieder möglich gemacht hatte, geht Masimo in die nächste Runde. Der Hersteller von Medizinprodukten verklagt die Zoll- und Grenzschutzbehörde.

Foto-Credits: Apple
Mitte des Monats konnte Apple eine Angelegenheit bereinigen, die amerikanische Käufer einer aktuellen Apple Watch in der Nutzung ihrer Uhr einschränkte. Es geht um die Messung des Blutsauerstoffs, die mit der Series 9, 10 und Ultra 2 lange Zeit nicht möglich war. Das US-Unternehmen Masimo verklagte Apple, weil man in Cupertino angeblich gegen Patente des Medizinproduktherstellers verstoßen hatte und eigentlich Lizenzgebühren zahlen müsste.
Die Folgen des Rechtsstreits kennen wir alle: Apple musste in letzter Konsequenz die drei Uhren vom amerikanischen Markt nehmen. Als der Sensor im Januar 2024 mit einem Software-Update deaktiviert wurde, durfte die Apple Watch Series 9, 10 und Ultra 2 wieder in den USA verkauft werden.
iOS 18.6.1 und watchOS 11.6.1 mit neuer Messmethode
Seit ein paar Tagen funktioniert in den Vereinigten Staaten auch der Sensor für den Blutsauerstoff wieder. Apple hat in iOS 18.6.1 und watchOS 11.6.1 eine neue Methode integriert, mit der die Messungen durchgeführt werden. Laut den Release Notes der beiden Updates erfolgt die Berechnung des Blutsauerstoffgehalts bei amerikanischen Nutzern jetzt auf dem iPhone, sodass der Sensor, dessen Funktionsweise Masimo als seine Erfindung deklariert, nicht mehr gebraucht wird.
Jetzt ist die US Zoll- und Grenzschutzbehörde dran!
Nachdem Apple seine beiden Software-Updates veröffentlicht hatte, reichten die Anwälte von Masimo erneut Klage ein (via Bloomberg Law). Diesmal geht es allerdings nicht um Apple. Vielmehr zieht das Unternehmen gegen die amerikanische Zoll- und Grenzschutzbehörde (United States Customs and Border Protection, „CBP“) vor Gericht.
Kläger wusste nichts von erneuter Aktivierung
Bei Masimo hat man angeblich erst durch die Ankündigung von Apple am 14. August erfahren, dass die Messung des Blutsauerstoffs auf den betroffenen Uhren wieder freigeschaltet wird. Das CBP hat am 1. August seine Entscheidung revidiert und Apple erlaubt, die Funktion mit einer neuen Messtechnik wieder anzubieten.
Ein Verantwortlicher bei Masimo äußerte sich dazu wie folgt:
- „Wie nun bekannt wurde, hat das CBP seine Entscheidung ohne triftige Begründung, ohne wesentliche Änderung der Umstände und ohne Benachrichtigung von Masimo revidiert, geschweige denn, dass Masimo die Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten hätte. Das CBP änderte seine Position zur Neugestaltung von Apples Uhr und iPhone im Rahmen eines speziellen Verfahrens. Konkret erließ das CBP am 1. August 2025 eine Entscheidung, die Apple den Import von Geräten erlaubt, die in Verbindung mit bereits in den USA befindlichen iPhones dieselben Funktionen aufweisen, die nach Ansicht der ITC gegen Masimos Patente verstoßen. Masimo erfuhr erst am Donnerstag, dem 14. August 2025, von dieser Entscheidung, als Apple öffentlich ankündigte, die Pulsoximetrie-Funktionalität durch ein Software-Update wieder einzuführen.“ (via 9to5mac)
Masimo beantragte jetzt zwei einstweilige Verfügungen: eine, um die Entscheidung des CBP außer Kraft zu setzen und ein weitere, um die mit iOS 18.6.1 und watchOS 11.6.1 eingeführten Änderungen wieder rückgängig zu machen.
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