Microsoft startet Benchmark-Kampagne gegen MacBook Neo
Microsoft greift Apples neues Einstiegs-MacBook mit einer koordinierten Marketing-Offensive an. Eine in Auftrag gegebene Studie soll Windows-Laptops als leistungsfähiger darstellen – besonders im Studentenmarkt.

Microsoft hat eine umfassende Benchmark- und Marketingkampagne gestartet, um den Erfolg von Apples neuem MacBook Neo einzudämmen. Im Zentrum steht ein Testbericht der Prüffirma Signal65, der die Leistung des 599-Euro-Geräts mit Windows-Konkurrenten vergleicht. Die Botschaft ist klar: Windows-Notebooks böten deutlich mehr Computer fürs Geld.
Benchmark-Studie im Fokus
Die von Microsoft in Auftrag gegebene Studie kommt zu deutlichen Ergebnissen: Im Cinebench-Multicore-Test sollen einige Windows-Geräte bis zu 92 Prozent schneller sein. Auch bei der Akkulaufzeit will Microsoft punkten. Das Snapdragon-betriebene Lenovo IdeaPad Slim 3x erreichte in Produktivitätstests eine um 56 Prozent längere Laufzeit als Apples Versprechen von bis zu 16 Stunden.
Studenten-Offensive gestartet
Besonders umkämpft ist die junge Zielgruppe. Mitte April startete Microsoft die Aktion "Microsoft College Offer" – eine direkte Antwort auf den Studentenpreis von 499 Euro für das MacBook Neo. Studierende in den USA erhalten beim Kauf eines Windows-PCs zwölf Monate kostenlosen Zugang zu Microsoft 365 Premium und Xbox Game Pass Ultimate. Dazu kommt ein individuell gestaltbarer Xbox-Controller. Mit dem Game-Pass-Angebot spielt Microsoft zudem seine Stärke im Bereich Gaming aus.
Hardware-Kritik am Neo
Ein zentraler Angriffspunkt ist die Hardware-Ausstattung des MacBook Neo. Obwohl das Gerät mit einem lüfterlosen Aluminiumgehäuse und einem aus dem iPhone 16 Pro stammenden A18-Pro-Chip punktet, liefert Apple es standardmäßig mit nur 8 GB RAM und 256 GB Speicher aus. Windows-Laptops in der 500- bis 600-Euro-Klasse bieten inzwischen meist 16 GB Arbeitsspeicher. Zudem sei einer der beiden USB-C-Anschlüsse auf USB-2.0-Geschwindigkeit beschränkt, während Windows-Konkurrenten mit schnelleren USB4- und Thunderbolt-4-Ports aufwarten.
Markt im Umbruch
Das MacBook Neo hat den Budget-Laptop-Markt grundlegend verändert. Vor seinem Start am 4. März 2026 dominierte in der 500- bis 700-Euro-Klasse meist Plastikgehäuse mit schwachen Displays. Apples 13-Zoll-Liquid-Retina-Bildschirm und die hochwertige Verarbeitung setzen neue Maßstäbe. Doch Apple kämpft mit eigenen Problemen: Steigende Komponentenkosten, höhere DRAM-Preise und eine Knappheit der speziellen A18-Pro-Chips setzen die Gewinnmargen unter Druck. Gerüchten zufolge erwägt Apple eine Preiserhöhung oder sogar die Einstellung des 599-Euro-Basismodells.
Microsoft wittert Morgenluft. Mit Benchmarks und gebündelten Angeboten will das Unternehmen Kunden abfangen, die bei Apple mit Lieferzeiten von zwei bis drei Wochen rechnen müssen. Der "Laptop-Krieg" 2026 verlagert sich vom High-End-Segment in die Einstiegsklasse. Für den Moment profitiert vor allem der Verbraucher: Hochwertige mobile Computer erreichen den günstigsten Preisstand seit Jahren.
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