Nach „Machtkämpfen“ im Apple Park: Neue Funktionen für Siri sollen noch in diesem Herbst erscheinen
Mit „Apple Intelligence“ sollte auch Siri cleverer werden und intelligent auf Anfragen reagieren. Nachdem Apple das Projekt vor gut einem Monat auf das nächste Jahr verschoben hat, soll es nun doch schon im kommenden Herbst so weit sein.

Foto-Credits: Apple
Als man in Cupertino „Apple Intelligence“ angekündigt hatte, wurden auch einige neue Funktionen für Siri vorgestellt. Diese hätten eigentlich schon längst ausgerollt werden sollen, doch Apple konnte den Zeitplan nicht einhalten und verschob die Einführung zum Erkennen von persönlichem Kontext, dem On-Screen-Bewusstsein und der Möglichkeit, Aktionen in Apps auszuführen auf das nächste Jahr.
In einem Bericht der New York Times heißt es nun, dass die neuen Funktionen für Siri doch noch in diesem Jahr an den Start gehen sollen. Laut drei Informanten, die angeblich mit dem Projekt vertraut sind, wurden die Kapazitäten bei der Entwicklung hochgefahren und die Strukturen neu geordnet. Spätestens in diesem Herbst würde Apple dann die versprochenen neuen Tools ausliefern.
Umstrukturierung des Entwicklerteams
Als Apple die neuen Siri-Funktionen im Oktober letzten Jahres in den USA veröffentlichte, war schnell klar, dass das Ganze noch relativ unausgereift auf die iPhones der Kunden gebracht wurde. Laut den Quellen der New York Times wurden gut ein Drittel der Anfragen an den Sprachassistenten vom System falsch oder gar nicht erkannt. Schnell hat man die neuen Siri-Tools wieder deaktiviert und arbeitet seitdem mit Hochdruck an einer Lösung.
Diese bestand zuerst darin, dass das Entwicklerteam von Siri neu aufgestellt wurde. Die Leitung hat jetzt der Vision-Pro-Chef Mike Rockwell, der den Leiter der KI-Abteilung des Unternehmens John Giannandrea ablöste. Außerdem wurden Probleme bei den Servern bekannt, auf welchen die Nutzeranfragen verarbeitet werden. Apple-CEO Tim Cook genehmigte für das Projekt ein Budget für neue Hardware. Luca Maestri, verantwortlich für die Finanzen bei Apple, halbierte allerdings die Mittel. Deshalb musste Apple mit Google und Amazon verhandeln, um zwischenzeitlich deren Rechenzentren zu nutzen.
Interne Machtkämpfe im Apple Park
Die Situation rund um die Entwicklung der neuen Funktionen für Siri wurde durch zahlreiche andere Aktionen weiter verschärft. Nach der Weigerung Maestris, die alte Server-Hardware einzumotten und auf neue Chips zu setzen, gab es auch einen Streit zweier Software-Teams im Apple Park, wer die Überarbeitung von Siri vornehmen soll:
- „Robby Walker, der Siri leitete, und Sebastien Marineau-Mes, ein leitender Angestellter des Software-Teams, stritten darüber, wer für welche Aspekte des Projekts verantwortlich sein sollte. Beide bekamen schließlich Teile des Projekts.“
Dazu kam, dass der ehemalige Apple-Chefdesigner Jony Ive mehr als ein Dutzend Apple-Entwickler abgeworben hatte, um sein eigenes Unternehmen hochzuziehen. Der eine oder andere, der bei Apple blieb, ist mittlerweile im Ruhestand. An deren Stelle traten neue Führungskräfte mit weniger Erfahrung. Es herrschte also intern Chaos im Apple Park.
Wie geht es weiter?
Der unabhängige Analyst Benedict Evans fasste die Situation bei Apple mit einem Satz zusammen: „Es handelt sich eindeutig um einen Zusammenbruch der Führung, der Kommunikation und der internen Prozesse.“ Wie die Informanten der New York Times berichten, hat sich die Situation aber mittlerweile deutlich entspannt.
Die „Apple Intelligence“-Upgrades für Siri würden schon in ein paar Monaten fertig sein:
- „Apple hat die überarbeitete Siri-Funktion nicht abgesagt. Das Unternehmen plant, im Herbst einen virtuellen Assistenten auf den Markt zu bringen, der beispielsweise auf Anfrage Fotos bearbeiten und an Freunde senden kann, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen.“
Erste Informationen zu der Thematik könnte der Konzern während der WWDC25 verkünden, die am 9. Juni mit der Eröffnungs-Keynote beginnt.
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