Nachrichten bearbeiten, löschen & mehr: Patentanmeldung zeigt neue Funktionen für iMessage
Der Funktionsumfang von iMessage, wie wir ihn bisher kennen, könnte sich schon bald drastisch ändern. Apple hat 15 seiner Entwickler darauf angesetzt, verschiedene Nachrichten-Apps auf ihre Schwachstellen zu untersuchen und die Quintessenz der Forschungsarbeit als Patent angemeldet.

iMessage hat sich im Lauf der Zeit zu einem Messenger mit einem recht beachtlichen Funktionsumfang entwickelt. Als der Dienst vor neun Jahren mit iOS 5 eingeführt wurde, beschränkten sich die Features auf das Senden von Text, Bildern und Videos über das Mobilfunknetz oder das Internet. Mit jeder weiteren Version von iOS und macOS packte Apple weitere Funktionen dazu.
Mittlerweile hat iMessage einen eigenen App Store, es werden Sticker angeboten und man kann seinen Kontakten sogar via Apple Pay Geld senden. Eine gesendete Nachricht lässt sich aber nicht im Nachhinein editieren. Auch das Löschen eines Textes funktioniert im Gegensatz zu beispielsweise WhatsApp nur eingeschränkt.
US-Patentanmeldung gibt Ausblick auf die Zukunft von iMessage
Der iPhone-Hersteller hat im letzten Jahr ein Entwicklerteam verschiedene Messenger auf vorhandene Schwachstellen und fehlende, aber von vielen Nutzern geforderte Funktionen hin überprüfen lassen. Das Ergebnis ist ein Bericht mit einem Umfang von mehreren Hundert Seiten. In der Patentanmeldung mit der Nummer 20200133478 beim US Patent & Trademark Office hat sich Apple einige der von den Entwicklern angedachten Neuerungen patentieren lassen.
Die Patentschrift trägt den Titel "Devices, Methods, and Graphical User Interfaces for Messaging" und beschreibt zahlreiche Möglichkeiten, einen Messenger um viele weitere Funktionen zu ergänzen.
So wird zum Beispiel angeführt, dass man mit gesendeten Nachrichten in aktuellen Messengern nur eingeschränkt agieren kann. Es fehlt bei vielen Nachrichten-Apps eine umfangreiche Editier-Funktion. Dies sei vor allem dem Umstand geschuldet, dass einmal abgeschickte Texte nur schwer auf dem Endgerät des Gesprächspartners nachträglich verändert werden können, wenn man sich vertippt hat oder den Text ergänzen möchte.
In der Patentanmeldung zeigt Apple, wie dies künftig ermöglicht werden kann. Die Nachrichten landen nach dem Absenden auf einem zentralen Server. Von diesem kann man bei Bedarf eine Nachricht zurückholen, bearbeiten und wieder abschicken. Das Gerät des Gesprächspartners wird anschließend mit dem editierten Text synchronisiert. Ähnlich soll es dann auch beim Löschen von Nachrichten funktionieren.
iMessage ähnlich WeChat
Doch die Editierbarkeit von Nachrichten repräsentiert nur einen Punkt der Patentanmeldung. Apple spricht konkret davon, den App Store von iMessage bzw. allgemein gesprochen von "Nachrichten-Apps" weiter auszubauen. Im Moment ist es schon möglich, innerhalb von iMessage direkt nach YouTube-Videos zu suchen, einfache Spiele zu spielen oder Umfragen zu starten.
Der in China sehr populäre Messenger WeChat geht noch einen Schritt weiter und bietet schon länger Apps zum Buchen von Terminen jeglicher Art oder zum Bestellen von Lebensmitteln, Taxis oder Essen. Über WeChat können Chinesen sogar ein Visum für ein anderes Land beantragen oder andere Behördengänge digital erledigen.
iMessage könnte in Zukunft ähnliche Dienste anbieten. Apple möchte auf jeden Fall viel mehr Anwendungsfunktionen in die hauseigene Nachrichten-App integrieren.
Neue Funktionen schon mit iOS 14
Im kommenden Herbst könnten wir mit dem Release von iOS 14 schon die ersten Neuerungen in iMessage sehen. Mitte September wurde bekannt, dass Apple an zeitlich planbaren Nachrichten für iMessage arbeitet. Das hat Apples Senior Vice President für Software-Entwicklung Craig Federighi zumindest einem Nutzer mitgeteilt, der per E-Mail fragte, ob ein solches Feature möglich wäre.
So gut wie sicher ist dagegen in iOS 14 bzw. iPadOS 14 und dem kommenden Update von macOS eine Funktion zum Erwähnen von anderen Nutzern in einem Gruppenchat. Dies kennt man bereits von anderen Messengern, wo man über die Eingabe des "@"-Zeichens Nutzer direkt ansprechen kann.
Zudem soll mit iOS 14 endlich das nachträgliche Löschen von Nachrichten eingeführt werden. Zwar wird dann der Chatverlauf um einen Hinweis ergänzt, dass eine Nachricht gelöscht wurde - die entfernte Nachricht ist dann aber auch auf dem Endgerät des Gesprächspartners nicht mehr sichtbar.


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