Nicht-invasiv den Blutzucker messen: Schweizer Unternehmen könnte Apple zuvorkommen
Um den Glukosegehalt im Blut zu bestimmen, bedarf es derzeit noch einer Nadel. Das Schweizer Unternehmen Spiden will seine Technologie zum nicht-invasiven Messen des Blutzuckers spätestens 2025 auf den Markt bringen und Konkurrenten wie Apple und Samsung in die Schranken weisen.

Ein Blutzuckermessgerät, eine Lanzette, ein Teststreifen - und ein Tropfen Blut. Das alles benötigen Diabetiker, wenn sie ihren Blutzuckerspiegel messen müssen. Auch wenn man sich an die täglichen Nadelstiche gewöhnt, gehen im Lauf der Zeit vor allem die Teststreifen ins Geld. In den meisten Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Wer jedoch als nicht insulinpflichtig gilt, bezahlt oft selber.
Mit einem nicht-invasiven Testverfahren benötigen Diabetiker all diese Dinge nicht mehr. Ein kleines Gadget, das irgendwo am Körper getragen wird, würde diesen Job übernehmen. Laut Prof. Dr. med. Werner A. Scherbaum, dem Betreiber des Portals „Diabetes-Deutschland.de“, sind wir von einer solchen Lösung noch weit entfernt.
Denn im Gegensatz zur minimal-invasiven Methode, bei der Glukose-Elektroden unter der Haut platziert werden, gibt es noch keine entsprechenden Geräte, die zuverlässig arbeiten.
Apple arbeitet an Sensoren für die Apple Watch
Schon länger gibt es Berichte, dass Apple seine Smartwatch irgendwann mit der nicht-invasiven Blutzuckermessung ausrüsten möchte. Doch die Entwicklung scheint schwieriger zu sein als gedacht. Im März wurde bekannt, dass sich der Blutzucker-Sensor für die Apple Watch weiter verzögert. Bis zu sieben Jahre soll es noch dauern. Und auch bei Samsung, wo man ebenfalls in diesem Bereich forscht, ist man noch nicht viel weiter.
Spektralanalyse am Handgelenk
Während der Fokus auf den großen Playern liegt, scheint einem kleineren Unternehmen der Durchbruch gelungen zu sein. Beim Schweizer Start-up Spiden arbeitet man intensiv an der Entwicklung der nicht-invasiven Blutzuckermessung. Diese funktioniert auf Basis der Spektralanalyse des Bluts. Ein starkes Licht, beispielsweise ein Laser, bestrahlt Blut und Gewebe. Das Licht wird reflektiert und von einem Sensor ausgewertet. Der Chip, der in einem Wearable am Körper getragen wird, bestimmt anhand von Vergleichsdaten den Glukosegehalt.
Und genau diese Vergleichsdaten sind der Knackpunkt. Wie das Handelsblatt berichtet, trainiert Spiden seine Systeme mit einem „einzigartigen Datensatz“. Um die Messergebnisse so genau wie möglich zu ermitteln, fließen in das Training unzählige Vergleichswerte realer Bluttests ein.
Spiden will bis 2025 liefern
Die nicht-invasive Messung von Spiden funktioniert laut CEO Snezhana Gurina mittlerweile recht zuverlässig. Jetzt geht es darum, die Technologie massenmarkttauglich zu machen. Dafür wurde in diesem Jahr frisches Geld von Investoren eingesammelt und die Anzahl der Mitarbeiter aufgestockt.
In spätestens zwei Jahren soll es dann so weit sein, dann ist der Launch des fertigen Produkts geplant. Wie bereits erwähnt, arbeiten derzeit noch Apple und Samsung an der non-invasiven Blutzuckermessung. Die Koreaner entwickeln dabei nicht selbst, sondern unterstützen das deutsche Unternehmen Diamontech mit einstelligen Millionenbeträgen. Und bei Apple will man die Sensorik in das kleine Gehäuse der Apple Watch integrieren, was bedeutet, dass die Komponenten noch kleiner sein müssen als die der Konkurrenz.
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