Porsche streicht 500 Jobs und beendet E-Bike-Entwicklung
Der Sportwagenhersteller Porsche zieht die Notbremse: Über 500 Stellen fallen weg, die hauseigene E-Bike-Entwicklung wird komplett eingestellt. Die Redaktion bewertet den Schritt als strategischen Fehler.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche führt eine massive Restrukturierung durch und trennt sich von drei Tochtergesellschaften. Mehr als 500 Mitarbeitende verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Im Zentrum der Kürzungen steht das vollständige Aus für die hauseigene E-Bike-Entwicklung. CEO Michael Leiters will das Unternehmen damit wieder strikt auf das Kerngeschäft konzentrieren, um sinkenden Gewinnen und schwacher Marktnachfrage zu begegnen.
E-Bike-Entwicklung komplett gestoppt
Die Porsche eBike Performance GmbH wird vollständig abgewickelt. Damit fallen rund 350 Arbeitsplätze in Ottobrunn und Zagreb weg. Ursprünglich sollte dort an eigenen E-Bike-Motoren geforscht und diese verkauft werden. Fundamental veränderte Marktbedingungen zwingen das Unternehmen nun zum Rückzug. Fahrräder mit dem Porsche-Logo werden weiterhin produziert, künftig jedoch exklusiv vom deutschen Partner Rotwild.
Weitere Tochtergesellschaften schließen
Neben dem E-Bike-Bereich trifft es zwei weitere Firmen. Die Batterie-Tochter Cellforce Group in Kirchentellinsfurt wird endgültig geschlossen. Dort fallen etwa 50 Stellen weg, nachdem die Produktion bereits im Vorjahr weitgehend gestoppt wurde. Auch das Software-Unternehmen Cetitec steht vor dem Aus. Hier sind rund 90 Arbeitsplätze in Pforzheim und Kroatien von den Schließungsplänen betroffen.
Strategische Neuausrichtung unter Druck
Porsche reagiert damit auf eine deutliche Verschlechterung der Zahlen im ersten Quartal 2026. Ein massiver Nachfrageeinbruch auf dem wichtigen chinesischen Markt sowie neue US-Zölle belasten die Bilanz schwer. Die Umstrukturierung reicht bis in die Chefetage: Der Vorstand wird von acht auf sieben Ressorts verkleinert. Die Abteilung Car IT wird ab Juli in die allgemeine Fahrzeugentwicklung integriert.
Kritik an der künftigen Strategie
Der Schritt wird von der Redaktion jedoch klar als Fehlkalkulation eingestuft. Den Schwerpunkt wieder auf die absterbende Verbrenner-Technologie zu setzen wird nicht zukunftsfähig sein, da die Elektromobilität und nachhaltige Mobilitätslösungen weiter an Bedeutung gewinnen. Wer heute Kompetenzen abbaut, zahlt morgen einen hohen Preis für den Marktverlust.
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