StreamOn: Telekom deaktiviert Drosselung der Geschwindigkeit bei der Videowiedergabe
Das StreamOn-Angebot der Telekom wurde Mitte Juli vom Oberverwaltungsgerichts NRW als rechtswidrig erachtet. Der Konzern muss in zwei Punkten nachbessern oder StreamOn einstellen. Seit gestern Abend ist bekannt: Die erste Phase hat die Telekom nun abgeschlossen und die Drosselung bei der Wiedergabe von Videos aufgehoben.

"Die Bundesnetzagentur stellte fest, dass StreamOn gegen den europarechtlich verankerten Grundsatz der Netzneutralität sowie gegen europäische Roaming-Regelungen verstoße, und untersagte die Fortführung von "StreamOn" in der derzeitigen konkreten Ausgestaltung." - so liest sich ein Passus im Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen Mitte Juli, als beraten wurde, ob die Flatrate-Dienste der Telekom gesetzeskonform seien.
Konkret war das Gericht mit zwei Punkten des StreamOn-Angebots nicht einverstanden. Als Erstes wurde bemängelt, dass es sich bei StreamOn nur in Deutschland um eine echte Flatrate handelt. Nutzt der Kunde StreamOn im Ausland, wird das von den Partner-Apps verbrauchte Datenvolumen vom regulär gebuchten Kontingent abgezogen.
Der zweite Punkt mit dem die Richter nicht konform gingen: Mit dem Buchen der StreamOn Video-Streamingflat erklärte sich der Telekom-Kunde damit einverstanden, dass die Downloadgeschwindigkeit bei der Wiedergabe von Videos auf maximal 1,7 MBit/s begrenzt wird. Das reicht zwar für Filme und Serien im SD- oder HD-Format aus, bei Material in Full HD oder gar 4K entfaltet sich das Ganze dann zu einer Ruckelorgie oder ist im schlimmsten Fall gar nicht nutzbar.
Betroffene Kunden haben sich daraufhin bei der Bundesnetzagentur beschwert, woraufhin diese Klage einreichte. Das Gericht gab der Telekom letzte Woche die Möglichkeit, die beiden Mängel zu beseitigen - was der Konzern auch umgehend anging, denn seit gestern ist die Beschränkung bei der Wiedergabe von Videos aufgehoben. Die Telekom hat die Drossel entfernt, die Geschwindigkeit des Downloads wird jetzt nur noch durch die gebuchte und die am jeweiligen Ort maximal verfügbare Bandbreite limitiert.
Mit dem Aufbrauchen des eigenen Datenvolumens beim Nutzen der StreamOn-Dienste im europäischen Ausland soll ab Anfang September Schluss sein. Innerhalb der EU können dann die mehr als zwei Millionen Nutzer von StreamOn surfen, ohne auf das Datenvolumen achten zu müssen.
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