Twitter verbietet offiziell Clients von Drittanbietern
Was in den letzten Tagen als Gerücht die Runde machte, hat sich jetzt offiziell bestätigt: Twitter richtet sich gegen die Entwicklung von alternativen Clients und macht deren Nutzung unmöglich.

Seit Elon Musk im letzten Jahr Twitter übernommen hat, kommt es immer wieder zu negativen Meldungen rund um den beliebten Mikroblogging-Dienst. Nach der Übernahme von Musk haben zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten ihren Twitter-Account aus Protest stillgelegt. Dann folgte die Veröffentlichung der sogenannten "Twitter Files", wo es um angebliche Zensur hinter den Kulissen ging.
Jetzt hat sich ein Gerücht bestätigt, das am Ende weitreichende Folgen für Nutzer und Entwickler von Drittanbieter-Anwendungen mit sich bringt. Clients wie zum Beispiel Twitterrific, Fenix oder Tweetbot funktionieren seit einigen Tagen nicht mehr. Der Grund war bisher unbekannt. Vermutet wurden Probleme bei der Technik aber auch, dass Twitter den Datenstrom absichtlich unterbricht.
Entwicklung von Drittanbieter-Clients offiziell verboten
Mittlerweile hat Twitter stillschweigend seine Vereinbarungen für Entwickler aktualisiert, wo nun geschrieben steht, dass die Entwicklung von Clients für Drittanbieter untersagt ist. Verboten ist ab sofort „die Verwendung oder der Zugriff auf die lizenzierten Materialien zur Erstellung oder den Versuch der Erstellung eines Ersatzes oder eines ähnlichen Dienstes oder Produkts für die Twitter-Anwendungen“, was in anderen Worten nichts anderes als das Aus für Anwendungen von Drittanbietern bedeutet.
Erst am Dienstag hat Twitter über seinen Dev-Account angekündigt, die seit Langem bestehende API-Regeln durchsetzen. Dieser Schritt wurde nun in die Tat umgesetzt.
Und wie geht es nun weiter?
Nun, mit den aktuell von Twitter aufgestellten Regeln wird es künftig keine Apps von Drittanbietern mehr geben. Dabei gab es beispielsweise im Fall von Twitterrific besagte Clients lange, bevor Twitter eine eigenständige App für das iPhone herausbrachte.
Die betroffenen Entwickler haben bis dato noch keine offizielle Stellungnahme von Twitter bekommen. Alle Anfragen blieben unbeantwortet, was u. a. daran liegt, dass der Dienst seit der Übernahme durch Musk kein Team mehr für die Kommunikation unterhält.
Immer mehr Entwickler ziehen derzeit ihre Apps aus den App Stores zurück und haben die Verkäufe von kostenpflichtigen Clients eingestellt. Vereinzelt scheint die API noch Daten durchzulassen. Fenix für iOS arbeitet im Moment noch wie gewohnt. Es ist aber nur noch eine Frage der Zeit, bis Twitter auch hier den Riegel vorschiebt.
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