Was lässt sich an das neue iPad Pro mit USB-C anschliessen?
Das neue iPad Pro kommt mit einem USB-C Anschluss, das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass sich nun jede beliebige Hardware anschliessen und verwenden lässt. Schauen wir uns die Möglichkeiten genauer an.

Das iPad Pro verfügt zwar über einen USB-C 3.1 Gen 2 Anschluss, es handelt sich jedoch um keinen Thunderbolt-Anschluss. Das bedeutet, dass es maximal 10 Gigabit pro Sekunde durchgeben kann, was es dem iPad möglich macht, einen 5K-Monitor mit 60 Bildern pro Sekunde zu betreiben. Es gibt jedoch einige Haken an der Sache...
Externe Displays anschließen
Das neue iPad Pro kann direkt an USB-C-Displays angeschlossen werden, welche über den DisplayPort-Standard kommunizieren. Man kann ein
USB-C-Kabel an das iPad auf der einen Seite und einen externen Monitor
mit einem USB-C-Anschluss auf der anderen Seite anschließen, wie z.B.
das 4K LG UltraFine Display. Das iPad unterstützt die Ausgabe von HDR10,
so dass es die Vorteile von Displays mit hohem Dynamikbereich (wie beispielsweise das 27-Zoll-LG 27UK850), soweit
verfügbar, voll ausschöpfen
kann.
Das iPad spiegelt die Bildausgabe, einige Apps
nutzen die Vorteile des zusätzlichen Bildschirms. So zeigt Keynote
beispielsweise die Live-Präsentation auf dem externen Display und die
Notizen auf dem iPad. Es lässt sich auch ein Fernseher
anschließen, um z.B. Netflix-Filme auf dem großen Bildschirm zu schauen. Es ist jedoch bei weitem nicht so flexibel ist, als würde man ein zweites Display an einen Mac anschließen.
Was sehr
ärgerlich ist, ist, dass das USB-C-Kabel, welches im Lieferumfang des
iPad enthalten ist, nicht für die Bildausgabe verwendet werden kann. Es wird ein USB-Kabel benötigt, welches Verbindungen mit hoher Bandbreite unterstützt. Dazu gehört sehr oft das
USB-C-Kabel, welches im Lieferumfang des Displays enthalten ist. Sollte ein passendes Kabel trotzdem nicht dabei sein, hilft z.B. dieses Kabel von Anker.
Wie bereits erwähnt kann das iPad Pro das Bild auf 5K-Displays
ausgeben. Dies jedoch derzeit nur in der Theorie. Das von Apple verkaufte LG 5K UltraFine Display, ist allerdings nicht kompatibel mit dem neuen iPad Pro. Das LG-Display hat zwar einen USB-C-Anschluss, es handelt sich jedoch um ein Thunderbolt 3 Display. Das iPad unterstützt Thunderbolt nicht.
Sollte man einen Monitor ohne USB-C-Anschluss anschließen möchten, sondern z.B. HDMI, so muss ein Umweg über einen Adapter gemacht werden. Mit einem passenden Adapter, kann das iPad Pro über die HDMI-Schnittstelle (HDMI 2.0-Spezifikation) ein externes Display betreiben, die maximale Auflösung
liegt bei 4K und 60Hz. Theoretisch könnte auch HDR10 und Dolby Vision mit
kompatiblen Adaptern ausgeben werden. Derzeit sind jedoch noch keine auf dem Markt verfügbar.
Direkt von Apple ist ein USB-C Digital
AV Multiport Adapter verfügbar. Dieser wird an den iPad Pro USB-C-Anschluss
angeschlossen und verfügt über einen HDMI-Ausgang, einen durchgehenden
USB-C-Anschluss für die Stromversorgung und einen Standard
USB-A-Anschluss. Der Apple-Adapter gibt 4K bei 30Hz aus. Es lässt sich sogar ein USB-C auf VGA-Adapter verwenden, um z.B. das iPad an einem Projektor zu betreiben.
Aufladen externer Geräte
Der USB-C-Anschluss des iPad Pro kann
angeschlossene Geräte mit bis zu 7,5 W Ladegeschwindigkeit versorgen. Mit einem USB-C zu Lightning-Kabel kann ein iPhone angeschlossen und mit dem iPad aufgeladen werden. Hat man zwei neue
iPad Pros, so kann das mitgelieferte USB-C zu USB-C Kabel
verwenden werden, um die iPads miteinander zu verbinden um das zweite iPad aufzuladen.
Jeweils ein iPad übernimmt die Stromversorgung des anderen.
USB-Zubehör
von Drittanbietern kann auch mit bis zu 7,5 W Leistung betrieben werden, einfach anschließen und los geht es.
Importieren von Fotos und Videos
Das
iPad verfügt über Treiber für viele grundlegende Arten von USB-Zubehör.
Das iOS erlaubt es jedoch nicht, zusätzliche Treiber zu installieren,
es unterstützt allerdings eine überraschende Anzahl von externen Basisgeräten.
Zum
Beispiel funktionieren Hardware-Tastaturen ohne weiteres. Hat man eine USB-A-Tastatur, so kann diese mit einen USB-C-Adapter verwenden werden.
Sollte kein Wlan, sondern lediglich ein Anschluss via Ethernet-Kabel zur Verfügung stehen, so lässt sich das iPad ebenso mit einem entsprechenden Adapter verwenden.
Anschluss an Lautsprecher, Mikrofone oder Audio-MIDI-Geräte
Das
iPad verfügt nicht über eine Kopfhörerbuchse. Mit einem USB-C zu 3,5mm Adapter, ist es jedoch kein Problem passende Geräte an das iPad Pro anzuschließen.
Audiogeräte wie MIDI-Tastaturen oder Mikrofone können ebenso über USB-A angeschlossen werden. In einigen Fällen reichen die 7,5 Watt, welche das iPad über
den Port abgibt, aus, um die Geräte zu betreiben, so dass
nur ein USB-C-Kabel benötigt wird. Zubehör, welches mehr Strom benötigt,
funktioniert, solange der USB-Bus mit einer ausreichenden
Leistung versorgt wird.
Eine Möglichkeit, dies zu
erreichen, ist die Verwendung des Apple USB-C Digital AV Multiport
Adapters. Die
Stromversorgung wird an den USB-C-Anschluss des Adapters angeschlossen, das USB-Gerät an den Standard-USB-Anschluss. Das USB-Gerät
zieht dann Strom über das USB-C Netzteil.
Verwendung von Multi-Port-Hubs
Wie bereits erwähnt ist die USB-C-Bandbreite sehr hoch, so dass mehrere Geräte gleichzeitig über den einzelnen Port betrieben werden können. Alle bereits genannten Funktionen - Fotos importieren, Displays, Mikrofone usw. können weitestgehend gleichzeitig ausgeführt werden. Alles was man braucht, ist lediglich ein passender Multiport-Adapter, ähnlich wie diese bereits bei den neueren Mac Books verwendet werden. Ich selbst habe z.b. den USB C Hub von HooToo.
Fazit: Vieles war bereits mit früheren iPads möglich, jedoch nie ohne spezielle Adaptern zu verwenden. Mit USB-C öffnet sich das iPad für
eine ganze Welt von Peripheriegeräten, welche direkt angeschlossen werden
können. Die zusätzliche Bandbreite von USB-C ermöglicht auch einige
neue Möglichkeiten, so können nun ein
4K-Display und einer Kamera gleichzeitig angeschlossen werden, oder ein einzelner
5K-Display. Neu ist auch die
7,5-Watt-Lademöglichkeit von externen Geräten.
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