Wie das World Wide Web begann: Erfinder Tim Berners-Lee lässt historischen Quellcode versteigern
Der Erfinder des Internets stellt einige Originaldateien für eine Auktion bereit. Die Einnahmen aus der Ersteigerung sollen gespendet werden. Die Auktion läuft digital ab und der Ersteiger soll die Dateien in Form eines virtuellen Besitzes erhalten, mit Hilfe von sogenannten Non-Fungible Token.

Das Internet ist heutzutage für uns eine selbstverständliche Sache. Jeder hat Zugriff darauf, jeder nutzt es. Vieles ist an das Internet geknüpft, sodass wir nicht mehr ohne können. Gerade in Zeiten der Pandemie hat uns das Home-Office und das digitale Lernen unser Leben deutlich erleichtert, wie hätten wir ohne persönliche Kontakte zu haben sonst arbeiten können? Doch so selbstverständlich es auch sein mag, so lange gibt es das Internet noch nicht. Seine Geschichte begann 1969 mit der Vernetzung von einigen Großrechnern von Universitäten. Das Netzwerk nannte sich "Arpanet". Doch erst 1989 entstand das World Wide Web, dessen Weiterentwicklung wir heutzutage nutzen, um zu shoppen, Videos zu schauen, Informationen zu sammeln und so weiter. In diesem Jahr hatte der Physiker Tim Berners-Lee nicht nur die Idee, sondern verfasste auch die ersten wichtigen Quellcodes und Protokolle. Nun sollen, rund 32 Jahre später, Teile dieses historischen Quellcodes versteigert werden.
Digitale Versteigerung mit Hilfe von Blockchain
Der mittlerweile 66 jährige Tim Berners-Lee, welcher das Internet gegründet hat und heutzutage Vorsitzender des Standardisierungsgremiums World Wide Web Consortium (W3C) ist, lässt Teile des historischen Quellcodes via Sotheby´s versteigern. Hintergrund der Versteigerung soll eine Spendenaktion sein, denn das eingenommene Geld soll ausgewählten Projekten zur Verfügung gestellt werden. Berners-Lee stellt verschiedene Originaldateien und Dokumente zur Verfügung: Unter anderem soll das Original-Archiv versteigert werden, in dem die Sorucecodes für die vielleicht wichtigsten Bausteine des World Wide Webs enthalten sind: Die Hypertext Markup Language (HTML), das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und die Uniform Resource Identifiers (URI). Zusätzlich gibt es ein kurzes Dokument, in welchem Bedienhinweise für die erste Software zu finden sind. Auch eine 30-minütige animierte Visualisierung ist enthalten, welche die Code-Erstellung und eine Vektorgrafik des Quelltextes enthält. Als Bonus gibt es einen Brief des Erfinders in Form einer Readme-Datei.
Die Auktion soll am 23. Juni 2021 starten und am 30. Juni 2021 enden. Das Stargebot beträgt 1.000 US-Dollar. Die versteigerten Dateien werden nicht in Form eines USB-Sticks oder einer Diskette ausgeliefert: Stattdessen hat Berners-Lee den Erwerb der Dokumente als virtuelles Eigentum deklariert. Man ersteigert also einen Non-Fungible Token (NFT). Diese Technologie kommt aus der Welt des Blockchain. In den letzten Jahren gab es immer wieder Auktionen, bei denen digitale Kunst über NFT versteigert wurde. Statt einem plastischen Wertgegenstand erhält man einen Token, der einzigartig und nicht vervielfältigbar ist. Allerdings soll der Käufer auch keine Urheberrechte und Nutzungsrechte erhalten, da die Arbeit von Berners-Lee als Gemeinfreiheit online gestellt ist und somit nicht plötzlich besessen werden kann.
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