Akkutausch bei AirPods: Start-up-Unternehmen sagt Verschwendung den Kampf an
Wenn die Fernbedienung des heimischen Fernsehers aufgrund leerer Batterien den Geist aufgegeben hat, kommt wohl kaum jemand auf die Idee, die Fernbedienung zu entsorgen und gegen eine neue einzutauschen. Anders sieht es bei den AirPods aus. Denn die Akkus der Apple Kopfhörer lassen sich nicht ohne weiteres tauschen.

Während sich zum Beispiel bei den ersten Smartphones aus der Samsung Galaxy Reihe der Akku problemlos herausheben und tauschen ließ, verbaute Apple bereits im allerersten iPhone einen festen Akku. Dieser Linie blieb man sich durchgängig treu und mittlerweile muss man auch bei anderen Herstellern intensiver suchen, um noch einen Vertreter mit herausnehmbaren Akku zu finden.
Dass das Prinzip des verbauten Akkus ebenfalls auf andere Produkte von Apple übertragen wurde, war da nur konsequent und logisch.
iFixit gibt Note 6
Die US-amerikanische Plattform iFixit beschäftigt sich unter anderem intensiv mit Reparaturen von IT-Geräten. Der Besucher erhält neben einer Anleitung zur Reparatur verschiedenster technischen Geräte auch eine Einschätzung über die Reparierbarkeit dieser. Der sogenannte Reparier-Index lag bei den AirPods bei 0 Punkten. Hauptkritik ist die nicht vorhandene Möglichkeit einen defekten Akku im Kopfhörer auszutauschen. Über Apple besteht zwar die Möglichkeit einen Batterieservice zu nutzen. Dieser Service beschränkt sich jedoch darauf, die Kopfhörer zu tauschen und die defekten Geräte zu entsorgen.
Junge US-Amerikanerinnen reagieren und gründen Start-up
Mit der Herangehensweise von Apple wollten sich Emily Alpert und Emma Stritzinger nicht zufrieden geben. Die beiden Amerikanerinnen waren selbst von defekten Akkus in ihren AirPods betroffen und schrieben sich seit jeher auf die Fahnen, etwas gegen die daraus resultierende Verschwendung zu unternehmen. Kunden erhalten von ihrem Start-up Podswap ein Paar aufbereitete Ohrstöpsel und geben im Gegenzug ihre In-Ears ab. Bei Podswap werden diese dann ebenfalls aufbereitet und gelangen über denselben Weg als Ersatzgerät zu einem neuen Kunden. So wird das Zubehör, welches bei Apple in der Tonne landet, wiederverwendet und schont dabei die Umwelt.
Einen kleinen Wermutstropfen für diejenigen, die jetzt mit defekten AirPods zu Hause sitzen, gibt es allerdings: Der Dienst von Podswap ist nur in den USA verfügbar. Eine Ausweitung auf andere Länder wird aber bereits in Erwägung gezogen.
Über die genaue Vorgehensweise bei der Reparatur schweigen sich die beiden Gründerinnen aus. Fest steht, dass der automatisierte Ablauf neben speziellen Werkzeugen auch durch einen Präzisionsroboter sichergestellt wird. IFixit unterzog dem Dienst einen Test und bescheinigte ein sehr gutes Ergebnis. Auch die für den Service fälligen 60 Dollar waren absolut im Rahmen.
Zum Vergleich: Der eingangs erwähnte Batterieservice von Apple schlägt mit 100 Dollar zu Buche. In Deutschland müssen 110 Euro auf den Tisch gelegt werden.
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