Alternativen zum App Store: Gesetzesvorlage setzt Apple unter Druck
Eine US-Gesetzesvorlage sieht für Unternehmen wie Apple und Google eine Pflicht zur Bereitstellung alternativer Bezahlmethoden und App Stores vor. Aus Entwicklerkreisen erfährt die Gesetzesvorlage viel Unterstützung.

Rund um das Ökosystem von Apple ist in den letzten Wochen ruhig geworden. Wir erinnern uns: Der Rechtsstreit zwischen Apple und dem Spieleentwickler Epic Games wurde rund um den gesamten Globus verfolgt. Das Gericht hat die Beweisaufnahme bereits Ende Mai abgeschlossen und zog sich seitdem zur Beratung zurück. Auf die Urteilsverkündung warten beide Parteien noch heute.
Epic wirft dem iPhone-Hersteller vor, ein gieriger Profithai zu sein, der die hohen Sicherheitsstandards als Schutzbehauptung in den Ring wirft und tatsächlich einzig und allein darauf aus ist, möglichst viele Umsätze über die hohen Provisionen für In-App-Käufe zu kassieren. Während der Verhandlung wurden beide Parteien, unter anderem auch Apple CEO Tim Cook, hart in die Mangel genommen.
Am Ende deutete Vieles auf einen Vergleich hin, bei dem Apple auch andere Bezahlarten im App Store zulassen könnte.
Sideloading soll ermöglicht werden
Ähnlich scheinen es auch einige US-Senatoren zu sehen. Richard Blumenthal, Marsha Blackburn und Amy Klobuchar legten dem Kongress eine Gesetzesvorlage mit dem Namen "Open App Markets Act" vor. Der Entwurf richtet sich vor allem an den PlayStore von Google und den App Store von Apple. Die Unternehmen werden nicht namentlich genannt, allerdings sind von den Regelungen App-Plattformen betroffen, die in den USA mehr als 50 Millionen Nutzer vorweisen können.
Das Gesetz sieht für Entwickler die Möglichkeit vor, alternative Zahlungssysteme für In-App-Käufe zu verwenden und ihre Anwendungen über andere Pattformen als die genannten zu vertreiben. In der Praxis sollen zum Beispiel iPhone-Nutzer ohne Einschränkungen in der Lage sein, App Stores von Drittanbietern zu installieren.
Senator Blumenthal entsetzt über bisherige Praxis
In einem Interview mit Reuters richtet Senator Blumenthal deutliche Worte an Google und Co.: "Ich finde diesen räuberischen Missbrauch von Apple und Google auf so vielen Ebenen zutiefst beleidigend [...] Ihre Macht hat einen Punkt erreicht, an dem sie die gesamte Wirtschaft beeinträchtigen, indem sie die Innovationen ersticken und abwürgen."
Seine eigene Gesetzesvorlage begrüßt Blumenthal und hofft auf breite Zustimmung unter den Senatoren. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Nutzer die vorinstallierten Standardanwendungen ausblenden können. Außerdem dürften die eigenen Apps keine Bevorzugung in jeglicher Weise erhalten, so der Senator.
Vorlage erfährt prominente Unterstützung
Der Inhalt der Vorlage ist weltweit ein heiß diskutiertes Thema. Neben Epic Games ist es vor allem auch das Unternehmen Spotify, das mit Apple regelmäßig Konflikte aufgrund der Provisionsregelungen austrägt. Daher verwundert es auch nicht, dass der schwedische Streaminganbieter kurz nach Veröffentlichung der Initiative seinen Zuspruch zu der Angelegenheit verkündet.
Spotify wirbt ebenfalls für eine zügige Zustimmung zum Gesetzesentwurf, da andernfalls Entwickler, Verbraucher und die Wirtschaft weiterhin Schäden durch Apple's Geschäftsgebaren in Kauf nehmen müssen.
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