Apple · Apple

[Update] Angeblich will Apple gespeicherte Fotos auf Kindesmissbrauch überprüfen

Unabhängige Quellen berichten, dass Apple in Zukunft plane, lokal gespeicherte Fotos und Videos auf strafrechtlich relevante Inhalte zu scannen.

A
AppTickerTeam
06.08.20214 Min. Lesezeit
[Update] Angeblich will Apple gespeicherte Fotos auf Kindesmissbrauch überprüfen
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

Das Thema Kindesmissbrauch und Kinderpornografie schlägt jedes mal (zurecht) hohe Wellen. Kaum ein anderes Thema wird in der Gesellschaft als derart inakzeptabel eingestuft. Mehreren unabhängigen Berichten zufolge möchte Apple seinen Teil dazu beitragen, die Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten zu unterbinden. Es gibt bereits Bilderdienste, die eine automatisierte Prüfung ablaufen lassen, um gegen derartige Fotos und Videos vorzugehen.

Apple möchte diesen Kampf angeblich unterstützen, indem auch die lokal gespeicherten Dateien mit entsprechenden Scanner durchleuchtet werden. Bei diesem Vorgang wird die Privatsphäre der Kunden nicht außer Acht gelassen. Das System kontrolliert nicht grundsätzlich alle auf dem Gerät befindlichen Dateien. Viel mehr erfolgt ein Abgleich bestimmter Fingerprints mit den auf dem Gerät abgelegten Fotos. Sofern das System eine Übereinstimmung meldet, erfolgt eine genaue Überprüfung durch eine reale Person.

Kritik lässt nicht auf sich warten

Der Kryptografie- und Sicherheits-Experte Mathew Green hat sich direkt in die Diskussion eingeschaltet und bemängelt folgenden Tatsache: Eine solche Maßnahme birgt grundsätzlich ein großes Gefahrenpotenzial. Algorithmen wie diese seien anfällig für Falschmeldungen. Das hätte zur Folge, dass auch völlig harmlose Fotos vom Scanner erkannt werden, wodurch die Privatsphäre anderer Nutzer grundsätzlich in Frage gestellt werden muss.

Darüber hinaus wäre ein solches System auch in der Lage in instabilen Ländern Unterdrückung von politischen Gegnern und Oppositionellen zu begünstigen.

Keine offizielle Bestätigung von Apple

Eine offizielle Bestätigung von Apple blieb bislang aus. Green versicherte jedoch eine Bestätigung von mehreren unabhängigen Quellen. Demnach arbeite Apple aktuell an der Entwicklung eines solches Systems. Im ersten Schritt beschränke sich das Unternehmen jedoch auf die Auswertung von Bildern, die ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in der Cloud gespeichert sind.

Danach wäre auch eine Erweiterung auf Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung möglich. Damit würde Apple auch den langjährigen Anforderungen internationaler Ermittlungsbehörden gerecht werden. Eine Möglichkeit der Offenlegung besteht allerdings auch bereits jetzt. Mit richterlichem Beschluss müssen die entsprechende Bilderdienste Zugriff auf unverschlüsselte Nutzerdaten zulassen.

Update: iPhone-Scanning offiziell bestätigt

Bereits am gestrigen Donnerstagabend bestätigte Apple die vorangegangen Berichte zum Teil. In einem White Paper erklärte der Konzern aus Kalifornien die zukünftigen Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch. 

Demnach wird mit iOS 15 und iPadOS 15 ein Feature eingeführt, mit dem die Galerien der jeweiligen Nutzer auf kinderpornografische Inhalte überprüft werden können. Wie bereits gestern beschrieben, befürchten Sicherheitsforscher rund um den Globus eine Fass ohne Boden. Das Verfahren könnte am Ende auch bei Ende-zu-Ende-verschlüsselten Anwendungen eingesetzt werden und den ursprünglichen Sinn der Anwendung zweckentfremden. 

Apple betont hingegen, dass die CSAM (Child Sexual Abuse Material)-Überprüfung der Privatsphäre der Nutzer nicht entgegensteht. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied im Vergleich zu Google, Facebook, Twitter etc., die ebenfalls ein Scanning durchführen: Apple überprüft die Inhalte nicht in der Cloud, sondern direkt auf den jeweiligen Endgeräten des Nutzers. 

Dabei erfolgt ein Abgleich mit bereits bekannten CSAM-Inhalten von entsprechenden Datenbanken. Bereitgestellt werden die Daten vom National Center for Missing and Exploited Children. Die von Apple verwendete "NeuroHash"-Methode schlägt dabei nicht nur bei exakt übereinstimmenden Dateien Alarm, sondern auch bei annähernd gleichen Fotos oder Videos. So wird sichergestellt, dass das System die Dateien trotz Veränderung der Größe oder anderen geringen Anpassungen erkennt. Die Überprüfung via "NeuroHash" erfolgt vor dem Upload in die Cloud. 

Darüber hinaus plane Apple, das Scanning auf Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste auszuweiten. So sollen zum Beispiel die iMessage-Inhalte von Kindern auf potenzielle strafrechtliche Inhalte überprüft werden. Auch wenn der dahinterstehende Zweck unstrittig ist, so schlagen Sicherheitsforscher bereits jetzt Alarm. Die Gefahr, das System missbräuchlich zu verwenden, darf dabei nicht ausgeblendet werden, so die Meinung der Kritiker.

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apple.

Alle Apple →
Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses
Apple

Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses

Apple hat die Vision-Pro-Produktlinie faktisch aufgegeben. Das spezialisierte Team wurde aufgelöst und die Mitarbeiter auf andere Bereiche verteilt — stattdessen setzt das Unternehmen auf kompakte Smart Glasses mit KI-Funktionen.

Vor 12 Std1 Min
iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick
Apple

iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick

Apple bringt im September das iPhone 18 Pro mit einer Reihe neuer Features. Von einem 2nm-Chip über eine kleinere Dynamic Island bis hin zu Satellit-5G – ein Überblick über die gerüchteten Innovationen.

Vor 2 Tagen1 Min
Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6
Apple

Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6

Apple hat parallel die ersten Developer-Betas für iOS 26.6, iPadOS 26.6, watchOS 26.6, tvOS 26.6 und visionOS 26.6 freigegeben. Zwei Wochen nach der 26.5-Version dienen die Updates primär der Stabilität und Bugfixes.

Vor 2 Tagen1 Min
MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips
Mac News

MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips

Apple plant ein MacBook Ultra als neue Top-Kategorie oberhalb der MacBook Pro-Modelle — mit OLED-Touchscreen, Dynamic Island und M6-Chips.

Vor 2 Tagen1 Min
AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro
Schnäppchen

AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro

Die AirPods Max 2 sind aktuell bei Amazon im Deal — mit 51 Euro Rabatt auf die UVP von 579 Euro. Der H2-Chip bringt eine deutlich verbesserte Geräuschunterdrückung und neue Features wie Live-Übersetzung.

Vor 3 Tagen1 Min
Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026
Apple

Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026

Apple kündigt eine massive Produktflut für das zweite Halbjahr 2026 an – von faltbarem iPhone über MacBook Ultra bis zum neuen Smart-Home-Hub. WWDC 2026 markiert den Start einer neuen Ära.

Vor 6 Tagen1 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.