Anthropic veröffentlicht Claude Fable 5: Die Mythos-Klasse wird öffentlich

Anthropic hat Claude Fable 5 vorgestellt und damit die neue Mythos-Klasse erstmals für den allgemeinen Einsatz freigegeben. Das Modell verspricht einen deutlichen Sprung in Rechenleistung und Autonomie, während gleichzeitig Sicherheitsvorkehrungen Missbrauch in sensiblen Bereichen erschweren sollen. Für Abonnenten gilt vorübergehend ein Sonderstatus, bevor die Nutzung kreditbasiert abgerechnet wird. Parallel dazu entsteht eine unverzichtbare Variante für Fachteams, die über einen eigenen Kanal bereitgestellt wird.
Deutliche Leistungssteigerungen
Das neue Modell arbeitet deutlich länger autonom als seine Vorgänger und benötigt weniger menschliche Nachsteuerung, besonders bei langen und komplexen Aufgaben. In der Praxis zeigte sich dies etwa bei Stripe, das eine Migration einer Ruby-Codebase mit 50 Millionen Zeilen von zwei Monaten auf einen einzigen Tag komprimierte. Auf dem Cognition FrontierCode-Benchmark erreicht Fable 5 die höchste Bewertung unter allen Top-Modellen, selbst bei mittlerem Aufwand. Im Finanzbereich punktet es auf dem Hebbia Finance Benchmark mit der besten Punktzahl bei Dokumentenanalyse und Chart-Interpretation.
Forschung und Bildverarbeitung
Die Bildverarbeitungsfähigkeiten gehören zur aktuellen Spitzenklasse. Fable 5 kann eine Web-App allein aus Screenshots nachbauen und meisterte Pokemon FireRed ausschließlich anhand von Spielscreenshots, ohne auf externe Hilfsprogramme oder Karten zurückzugreifen. Bei Slay the Spire mit persistentem Dateispeicher verbesserte sich die Performance dreimal stärker als bei Opus 4.8, und das Modell erreichte den letzten Akt dreimal häufiger. Auf der Forschungsseite liefert die Elite-Variante Mythos 5 beeindruckende Ergebnisse: Bei internen Tests beschleunigte sie den Protein-Design-Prozess um das Zehnfache und führte Aufgaben autonom durch, die Wissenschaftler zuvor manuell bearbeiteten. In der Genomik arbeitete das Modell über eine Woche eigenständig, analysierte Millionen von Zellen aus 138 Tierarten und entwickelte ein hundertmal kleineres Machine-Learning-Modell, das ein in Science veröffentlichtes Referenzmodell übertraf.
Sicherheitsfilter und Elite-Variante
Um Missbrauch zu verhindern, leiten eingebaute Sicherheitsmechanismen bei Fable 5 Anfragen zu Cybersicherheit, Chemie oder Biologie an das ältere Modell Opus 4.8 weiter. Diese Filter greifen durchschnittlich in weniger als fünf Prozent aller Sitzungen, und Anthropic plant, sie nach dem Start noch weiter zu optimieren. Parallel entsteht Mythos 5, eine auf demselben Grundmodell basierende Variante mit teilweise aufgehobenen Sicherheitsbeschränkungen. Sie richtet sich an Cybersicherheits-Teams und wird über Project Glasswing in Zusammenarbeit mit der US-Regierung bereitgestellt. Damit handelt es sich um ein Upgrade zur bisherigen Mythos-Preview, auf die bereits Partner wie Apple Zugriff haben.
Preise und Abonnement-Modell
Sowohl Fable 5 als auch Mythos 5 kosten jeweils 10 US-Dollar pro Million Input-Token und 50 US-Dollar pro Million Output-Token. Das entspricht weniger als der Hälfte des Preises, den die vorige Claude Mythos Preview verlangte. Für Abonnenten gilt vorübergehend ein Sonderstatus: Bis zum 22. Juni 2026 ist Claude Fable 5 in den Tarifen Pro, Max, Team und Enterprise enthalten. Ab dem 23. Juni wird das Modell aus den Abonnements entfernt und nur noch gegen Nutzungskredite buchbar sein, bis die Infrastruktur-Kapazitäten ausreichen. Anthropic plant, Fable 5 langfristig wieder in die Abos aufzunehmen. Die Claude-App selbst ist kostenlos im deutschen App Store erhältlich. Sie benötigt iOS oder iPadOS 18.0 oder neuer und belegt rund 204 MB Speicherplatz auf dem Gerät.
Zusammenfassung
Claude Fable 5 markiert den Einstieg der Mythos-Klasse in den öffentlichen Betrieb und liefert in Softwareentwicklung, Bildverarbeitung und Forschung messbare Leistungssteigerungen. Sicherheitsfilter leiten sensible Anfragen an Opus 4.8 weiter, während die unverzichtbare Mythos-5-Variante über Project Glasswing für Fachteams verfügbar ist. Bis Ende Juni 2026 profitieren Abonnenten von kostenfreier Nutzung, danach erfolgt die Abrechnung kreditbasiert.
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