App-Store-Pflicht in Südkorea vor dem Ende?
Der Zwang zur Benutzung des App Stores und die damit verbundenen Bezahlmethoden stehen in Südkorea kurz vor dem Aus. Marktbeobachter gehen von einer Art Lawine aus, die in Südkorea losgetreten werden könnte.

Es kommt immer mehr Bewegung in die zukünftige Entwicklung des App Stores von Apple. Das asiatische Land ist Heimat von vielen elektrotechnischen Unternehmen, unter anderem Samsung, und ist kurz davor ein Gesetz zu verabschieden, wonach das viel diskutierte Monopol von Apple und Google bald Geschichte sein könnte.
Apple kam seinen Entwicklern bereits entgegen und legte neue Regeln fest, nach denen Unternehmen unter bestimmten Umständen von einer reduzierten Provision in Höhe von 15 Prozent profitieren können. Kritiker entgegnen jedoch, dass es nicht vorrangig um die Höhe der Provisionen geht, sondern viel mehr um den Zwang zur Nutzung der vorgegebenen Bezahlmethode. Unabhängig von der Frage, ob Apple und Co. ein Monopol innehaben, nutzen die Big Player ihre Position unverhältnismäßig stark aus, so die Argumentation.
Südkorea als Vorreiter
In Südkorea wird es demnach in Zukunft ungemütlich für die amerikanischen Unternehmen. Das dortige Parlament behandelt gerade eine Gesetzesvorlage, die aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst verabschiedet wird. Apple und Google dürften dann keine Hinweise auf andere Vertriebs- und Abrechnungsmöglichkeiten mehr verbieten und sanktionieren. Somit können Nutzer zukünftig zwischen verschiedenen Zahlungsmethoden wählen, ohne dass die Unternehmen dem Vorgehen einen Riegel vorschieben dürfen.
Auch wenn die Regelungen vorerst nur in Südkorea greifen, gehen Marktbeobachter von einer Lawine aus, die mit dieser Entscheidung in Gang gesetzt wird. Das Gesetz mit dem Namen "Telecommunications Business Act" könnte als Vorbild für andere Länder dienen. In der Branche geht man davon aus, dass regulierende Behörden und Parlamente derzeit gespannt nach Südkorea schauen. Andere Nationen in Nordamerika und Europa dürften von einer erfolgreichen Verabschiedung beflügelt werden und Rückenwind für ihren eigenen Entscheidungsprozess erhalten.
Die bisher geleistete Lobbyarbeit von Google und Apple dürfte demnach keine Garantie für gleichbleibende Verhältnisse in den verschiedenen Ländern darstellen.
Jüngstes Entgegenkommen reicht nicht aus
Erst letzte Woche hat Apple Entwicklern mit der kommunizierten Einigung eine Reihe von Erleichterungen in Aussicht gestellt. Die Kritik auf das vermeintliche Einknicken von Apple ließ nicht lange auf sich warten. So hätte Apple lediglich einen Mindestkatalog an Forderungen abgearbeitet, der im Zusammenhang mit der Sammelklage vieler Entwickler stand. Wettbewerbshüter konnten damit jedoch noch nicht zufriedengestellt werden.
Experten gehen daher davon aus, dass die nun verkündeten Maßnahmen noch nicht abschließend sind und Cupertino schon bald zu neuen Lockerungen gezwungen werden könnte.
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