Apple kann 300-Millionen-Dollar-Zahlung an Patenttroll abwenden
Apple konnte ein bereits gesprochenes Urteil kippen und muss somit keine 300 Millionen Dollar Entschädigung an einen Patentroll zahlen.

Juristen die für Apple arbeiten, haben bekanntermaßen viel zu tun und selten Langeweile. Der iPhone-Konzern ist hinterher, wenn es darum geht, gerichtlich gegen markenrechtliche Verstöße vorzugehen. Nicht gerade selten sitzt Apple jedoch auch auf der Beklagtenseite um sich gegen sogenannte Patenttrolle zu wehren, deren einziges Ziel es ist, große Konzerne auf Schadensersatz zu verklagen.
Vor kurzem ist ein Unternehmen mit einer Klage gescheitert. Der Kläger sah in dem Begriff "Memoji" eine Rechtsverletzung und forderte Entschädigung. In einem weiteren Verfahren, in dem es um das digitale Rechtemanagement ging, wurde nun in zweiter Instanz ebenfalls für Apple entschieden. Allerdings sah es lange Zeit nach einer Niederlage aus, die dem kalifornischen Unternehmen über 300 Millionen Dollar gekostet hätte.
Was war passiert?
Der Ursprung der Klage liegt bereits einige Jahre zurück. Der in Texas beheimatete Patentinhaber Personalized Media Communications (PMC) verklagte Apple wegen wegen "FairPlay". Das Digital Rights Management wurde bis zum Jahr 2009 bei allen Musiktiteln im iTunes Store eingesetzt. Auch heute findet sich die Technik noch in Leih- und Kaufvideos wieder.
PMC hat bereits in den 80er Jahren diverse Patente auf diesem Gebiet eingereicht. Die Eintragung erfolgte jedoch erst auf Druck des Unternehmens ab dem Jahr 2010. Aus Gerichtsunterlagen geht der eindeutige Grund hervor: Das texanische Unternehmen verfolgt bereits seit den frühen 1990er Jahren das Ziel, die angemeldeten Patente durch diverse Klageverfahren gewinnbringend einzusetzen.
Bis vor kurzem sah es sogar aus, als hätte PMC mit dieser Strategie Erfolg. Im März diesen Jahres entschied ein Gericht in Texas, dass Apple aufgrund von Patentrechtsverletzungen 308,5 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen müsse. Selbstverständlich gingen die Anwälte gegen das Urteil in Berufung und erhielten nun Recht: US-Bezirksrichter Rodney Gilstrap entschied komplett anders und verhinderte so, dass Apple über 300 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen muss.
PMC hätte die Erteilung der Patente wissentlich verzögert, um durch Verstöße gegen diese mehr Geld rauszuschlagen. Dem Richter nach ist diese Taktik nicht rechtens. Ein entsprechendes Urteil des US-Patentgerichts legte für die Entscheidung den Grundstein. In diesem wurde entschieden, dass sogenannte "U-Boot-Patente" grundsätzlich leicht anfechtbar seien.
Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Apple.

Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses
Apple hat die Vision-Pro-Produktlinie faktisch aufgegeben. Das spezialisierte Team wurde aufgelöst und die Mitarbeiter auf andere Bereiche verteilt — stattdessen setzt das Unternehmen auf kompakte Smart Glasses mit KI-Funktionen.

Apple patentiert einheitliche Schutzschicht für Unterwasser-Fotografie
Apple hat ein Patent für eine innovative Unterwasser-Fotografie-Technologie erhalten, das Dome-Ports durch eine einzelne, einheitliche Schutzschicht ersetzen soll. Die Lösung könnte in einem iPhone-Case untergebracht werden.

iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick
Apple bringt im September das iPhone 18 Pro mit einer Reihe neuer Features. Von einem 2nm-Chip über eine kleinere Dynamic Island bis hin zu Satellit-5G – ein Überblick über die gerüchteten Innovationen.

Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6
Apple hat parallel die ersten Developer-Betas für iOS 26.6, iPadOS 26.6, watchOS 26.6, tvOS 26.6 und visionOS 26.6 freigegeben. Zwei Wochen nach der 26.5-Version dienen die Updates primär der Stabilität und Bugfixes.

MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips
Apple plant ein MacBook Ultra als neue Top-Kategorie oberhalb der MacBook Pro-Modelle — mit OLED-Touchscreen, Dynamic Island und M6-Chips.

AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro
Die AirPods Max 2 sind aktuell bei Amazon im Deal — mit 51 Euro Rabatt auf die UVP von 579 Euro. Der H2-Chip bringt eine deutlich verbesserte Geräuschunterdrückung und neue Features wie Live-Übersetzung.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.