Apple stellt den Mac Pro nach 20 Jahren ein

Heute vor genau zwei Jahrzehnten stellte Apple den Mac Pro vor und begründete damit eine Desktop-Baureihe, die Profis weltweit begeisterte. Das Jubiläum fällt in eine besondere Zeit, da der Verkaufsstopp im März 2026 den Aus der Linie besiegelte. Der Rückblick auf die zwanzig Jahre offenbart einen Werdegang von innovativem Start über umstrittene Designentscheidungen bis hin zum Ende. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen nun vollständig auf das kompaktere Mac Studio als neue Referenz für anspruchsvolle Workloads.
Käsegitter als Legende
Das Originalmodell vom 7. August 2006 ersetzte den Power Mac G5 und setzte mit zwei Dual-Core 64-Bit-Intel-Xeon-Prozessoren neue Maßstäbe. Apple warb damals mit bis zu doppelter Rechenleistung gegenüber dem Vorgänger. Der Startpreis von 2.499 Dollar entspricht inflationsbereinigt rund 4.140 Dollar und markierte das teure Flaggschiff des Unternehmens. Warum das Käsegitter-Design bis heute als einer der besten Macs aller Zeiten gilt, liegt an seiner durchdachten Hardware-Architektur. Das Gehäuse bot folgende Möglichkeiten:
- Vier interne Laufwerksschächte für flexible Speicher-Konfigurationen
- Werkzeuglosen Zugang zum Inneren für schnelle Wartung
- PCIe-Expansionsslots für professionelle Grafikkarten und Zusatzkarten
Bis 2013 behielt Apple dieses Turm-Design bei und versorgte es regelmäßig mit schnelleren Prozessoren. Die Modularität sprach genau die Kundschaft an, die ihre Arbeitsstationen selbst anpassen wollte.
Zylinder-Design und lange Pause
2013 wagte Apple einen radikalen Bruch und ersetzte das bewährte Käsegitter durch ein zylindrisches Design. Die Gemeinschaft taufte das Modell schnell auf den Spitznamen Mülleimer, und die Kritik blieb nicht aus. Der kompakte Aufbau raubte dem Mac Pro seine Erweiterbarkeit und stieß auf wenig Resonanz bei den professionellen Nutzern. Die Probleme liefen auf eine thermische Sackgasse hinaus, wie Craig Federighi 2017 selbst einräumte. Ohne effektive Kühlung ließ sich die Leistung nicht steigern, und das Zylinder-Modell blieb sechs Jahre lang ohne Update. In der Computerbranche eine unvorstellbar lange Dürreperiode. Erst 2019 kehrte Apple zum konventionellen Turm zurück. Das neue Modell verfügte über acht PCIe-Slots und bot wieder die gewünschte Flexibilität für professionelle Anwender.
Mac Pro eingestellt im März
Der Wechsel zu Apple Silicon im Juni 2023 markierte einen Wendepunkt. Der Mac Pro erhielt den M2 Ultra-Chip, doch parallel dazu bot das Mac Studio ähnliche Rechenleistung zu einem deutlich niedrigeren Preis. Die günstigere Alternative fraß der Top-Baureihe sukzessive ihre Nische als unersetzlicher Pro-Desktop auf. Am 26. März 2026 zog Apple den Mac Pro endgültig vom Markt. Das Unternehmen plant keine neue Version der Baureihe – sie ist abgeschlossen. Ein weiterer Faktor beschleunigte den Aus: Im Juni 2026 erhöhte Apple die Preise vieler Macs infolge steigender Speicherchips-Kosten. Die Top-Konfiguration des Mac Studio mit M3 Ultra sprang von 3.999 auf 5.299 Dollar, also um 1.300 Dollar. Hätte ein ähnlicher Preisanstieg den letzten Mac Pro getroffen, wäre er von 6.999 Dollar auf über 9.300 Dollar geklettert. Tim Cook bezeichnete die Speicherchips-Knappheit als Jahrhundertflut und versprach, Kunden so lange wie möglich vor Preissprüngen geschützt zu haben.
Mac Studio übernimmt die Rolle
Das Mac Studio hat die Rolle des leistungsstärksten Apple-Desktops übernommen und ist nun die Referenz für professionelle Workloads. Mit Apple Silicon bietet es hohe Rechenleistung in einem kompakten Aufbau, ohne die Erweiterbarkeit des Mac Pro zu benötigen. Für die meisten Anwender reicht die Performance des Studios vollständig aus. Die aktuelle Preislage spiegelt die globale Speicherchips-Krise wider. Apple muss bei den hochkonfigurierten Modellen auf teurere RAM-Module zurückgreifen, was sich direkt im Preis niederschlägt. Die Hoffnung liegt auf künftigen Generationen wie dem M5 Ultra, die durch verbesserte Effizienz und höhere Integrationsgrade die Kosten wieder senken könnten. Solange bleibt das Mac Studio der logische Nachfolger für alle, die den Mac Pro vermissen.
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