OpenAI widerlegt Apples Geschäftsgeheimnis-Vorwürfe mit detailliertem Blogbeitrag

Der Rechtsstreit zwischen Apple und OpenAI hat sich deutlich verschärft. Nachdem Cupertino im Juli mit einer Klage wegen angeblich entwendeter Hardware-Geheimnisse gestartet war, legt San Francisco nun eine detaillierte Gegenreaktion vor. Die KI-Firma wirft dem Konkurrenten vor, die Fakten zu verdrehen und die Anschuldigungen auf falschen Annahmen zu basieren. Mit einem umfassenden Blogbeitrag vom 4. August veröffentlicht OpenAI erstmals öffentliches Beweismaterial und stellt die Schilderungen von Apple grundlegend infrage.
Ex-Mitarbeiter im Fokus der Klage
Im Zentrum der Anschuldigungen stehen zwei ehemalige Apple-Angestellte, Chang Liu und Tang Tan. Liu wird der unbefugte Zugriff auf vertrauliche Daten nach seinem Ausscheiden vorgeworfen. OpenAI dreht das Argument jedoch um und führt aus, dass Mitarbeiter aus Cupertino Liu selbst kontaktierten und ihn um Hilfe bei der Auffindung dieser verbliebenen Dateien baten. Dies deute auf ein internes IT-Problem hin, das als verbleibender Zugriff bekannt ist und häufig bei unvollständiger Deaktivierung von Systemrechten auftritt.
Der zweite Fall betrifft Tang Tan, der das Unternehmen über 24 Jahre diente und als einer der innovativsten Führungskräfte galt. OpenAI verteidigt Tan energisch und betont, dass er der Belegschaft stets klar mitteilte, dass die Nutzung fremder Geschäftsgeheimnisse strikt verboten sei. Die Vorwürfe gegen ihn seien daher unbegründet und ignorierten seine langjährige Loyalität.
E-Mails und Screenshots als Beweise
OpenAI stützt seine Argumentation erstmals mit öffentlich zugänglichem Material. Auf der Webseite der Firma sind nun E-Mail-Korrespondenzen und Screenshots von iMessage-Konversationen einsehbar. Diese Dokumente sollen den tatsächlichen Ablauf der Ereignisse zwischen den beiden Tech-Konzernen belegen und die Behauptungen von Apple widerlegen.
Die Veröffentlichung markiert eine deutliche Eskalation der Transparenz. Statt sich auf vage Dementis zu beschränken, liefert OpenAI konkrete Nachweise für seine Schilderungen. Die Screenshots zeigen unter anderem die Kommunikation rund um die angeblichen Probleme und widerlegen die Darstellung, es habe einen echten Dialog gegeben.
Apples Narrative zur Vorab-Kommunikation
In der Klageschrift behauptete Apple, OpenAI bereits im Februar kontaktiert zu haben, um die Angelegenheit außerhalb der Öffentlichkeit zu klären. OpenAI widerlegt dies mit konkreten Details: Externe Anwälte von Cupertino hätten aufgrund einer Verwechslung zweier ähnlicher asiatischer Nachnamen eine Nachricht an die falsche Person geschickt. Ein echtes Gespräch fand nie statt.
Zudem bestreitet OpenAI, dass ein Termin mit der eigenen Rechtsabteilung vereinbart oder durchgeführt wurde. Stattdessen habe Apple damals versichert, alle offenen Punkte intern zu lösen. Nach fünf Monaten Stille folgte überraschend die Klage, obwohl angeblich von einer einvernehmlichen Beilegung die Rede war. Die freigegebenen E-Mails untermauern diese Darstellung und zeigen das Fehlen eines echten Dialogs.
Rechtliche Einordnung und Ausblick
OpenAI charakterisiert die Klage als fahrlässig, aggressiv und seltsam persönlich. Damit widerspreche sie nicht nur der Realität, sondern auch dem Image von Apple als einem Unternehmen, das normalerweise für präzise Detailarbeit bekannt ist. Die KI-Firma lehnt den Antrag auf eine vorläufige Verfügung als auf falschen Informationen basierend und völlig überflüssig ab, da sie weder im Besitz von Geschäftsgeheimnissen sei noch das geringste Interesse daran habe.
Trotz der harten Kritik an der Strategie von Cupertino bietet OpenAI an, mit dem Konkurrenten zusammenzuarbeiten, um die Angelegenheit zu klären. Der eigentliche Fokus bleibe der Bau innovativer Produkte und Technologien, nicht die Ausweitung eines unnötigen Rechtsstreits. Apple ändere seinerseits seine Erzählung und hebe nun vage Anschuldigungen gegen weitere ehemalige Mitarbeiter, was die Glaubwürdigkeit der gesamten Klage weiter infrage stellt.
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