Russland ermittelt wegen Kartellverstößen gegen Apple

Russlands Bundesantimonopolbehörde FAS hat ein formelles Kartellverfahren gegen Apple eröffnet. Die Ermittlungen betreffen die Weigerung des Unternehmens, inländische Software auf iOS-Geräten vorzuinstallieren. Die staatliche Nachrichtenagentur RIA berichtete am Montag über den Schritt. Damit eskaliert ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Moskau und Cupertino.
Konflikt um MAX und RuStore
Der Konflikt kreist um zwei konkrete Anwendungen: den staatlichen Messenger MAX und den russischen App-Markt RuStore. Die FAS wirft Apple diskriminierende Behandlung inländischer Software vor und fordert die Einhaltung eines Gesetzes aus dem Jahr 2019. Dieses verpflichtet Hersteller zur Bereitstellung russischer Apps auf in Russland verkauften Geräten. Bei einer Verurteilung droht Apple eine Geldstrafe von bis zu 4 Milliarden Rubel, was umgerechnet etwa 49,8 Millionen Dollar entspricht.
Eskalation seit 2025
Die Spannungen zwischen Moskau und Cupertino nehmen seit Jahren zu. Nach dem Vorinstallationsgesetz von 2019 vereinbarte Apple 2021 einen Kompromiss. Bei der Erstkonfiguration in Russland erhielten Nutzer eine Liste empfohlener Apps. Diese Programme wurden jedoch nicht automatisch auf den Geräten installiert. Russland verschärfte 2025 die Anforderungen und verlangte MAX sowie RuStore explizit auf allen neuen Geräten. Die Behörde hatte Apple bis zum 15. Juli 2026 gewarnt, die Praxis zu beenden. Nach der Ignorierung der Frist wurde nun das formelle Ermittlungsverfahren eingeleitet.
App Store-Entfernungen
Im Juni 2026 zog Apple eine weitere Konsequenz und entfernte MAX aus dem russischen App Store. Gleichzeitig wurden weitere Programme des Technologieunternehmens VK gelöscht. Das Unternehmen begründete die Entfernung mit der Einhaltung internationaler Sanktionen. Als teilweises Zugeständnis installierte Apple in iOS 26.6 eine russische Suchmaschine vor. Die Forderungen zu MAX und RuStore blieben jedoch unbeantwortet, was das aktuelle Verfahren auslöste.
Marktstatus und Vorstrafen
Derzeit verkauft Apple keine Geräte mehr offiziell in Russland. Dennoch verfolgen die Behörden die Compliance-Fragen weiter. Es handelt sich nicht um den ersten finanziellen Ärger für Apple im Land. Im Jahr 2024 verhängte Moskau bereits eine Strafe von 12,12 Millionen Dollar. Grund war die Zwangsnutzung des In-App-Purchase-Systems. Zudem wurde Apple Ireland im März 2026 wegen Sanktionsverletzungen bestraft. Seitdem sind Apple-Dienste und Zahlungen im Land nicht mehr verfügbar. Apple hat sich zum laufenden Ermittlungsverfahren bisher nicht geäußert.
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