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ARM Mac oder Intel Mac - was eignet sich für wen?

Der neue ARM Prozessor M1 ist auf dem Markt. Doch heißt das, dass wir ab jetzt bei einem Neukauf nicht mehr zu Intel greifen sollten?
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AppTickerTeam
22.11.20205 Min. Lesezeit
ARM Mac oder Intel Mac - was eignet sich für wen?
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Der neue ARM Prozessor M1 wird im Moment in hohen Tönen gelobt - nicht nur Apple spricht von einer schnellen Leistung, auch die Geekbench Werte bestätigen dies. Haben die Intel Prozessoren also ausgedient, oder sollte man den Kauf eines Mac mit ARM Prozessor lieber noch ein wenig nach hinten verschieben?

Was kann ARM besser als Intel?

Obwohl es sich erst um die erste Generation von Apples für Computer entwickelten ARM Prozessoren handelt, werden bereits schon jetzt einige Vorteile gegenüber älteren Intel-Macs ersichtlich. Der größte Punkt ist vermutlich die Leistung gegenüber der verbrauchten Energie: Bei doppelter Performance soll, laut Apple, der Energieverbrauch gerade mal ein Viertel der bei Intel-Prozessoren üblicherweise verbrauchten Energie betragen. Auch bei der eingebauten GPU soll dies zutreffen; hier beschränkt sich der Energieverbrauch auf ein Drittel bei doppelter Leistung.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Leistung allgemein: In den Geekbench Werten wird ersichtlich, dass die CPUs besonders leistungsstark sind, wodurch M1 durchaus in der Liga der schnellsten Prozessoren mitspielen kann. Zumindest im Vergleich mit Intel-Macs ist M1 sogar ganz oben, doch Intel-; oder AMD-Prozessoren allgemein kann ARM noch nicht schlagen.

Auch die Akku-Laufzeit ist besser, als bei älteren Mac-Modellen: Durch die voneinander getrennten Kerne wird bei selber Nutzung weniger Energie verbraucht, wodurch die Anzeige der Batterie nicht so schnell abnimmt. Dies wirkt sich auch positiv auf die Kühlung aus, da der Mac nicht so rapide heiß wird. Bei dem neuen MacBook Air verzichtet Apple sogar grundlegend auf eine Kühlung und drosselt stattdessen die Leistung. Durch die Effizienz der Hardware beträgt diese bei vollem Einsatz maximal 25%.

Was die Software angeht, lässt sich die mögliche Kompatibilität zu Apps als positiv ansehen. Da in iPads und iPhones schon seit einiger Zeit ARM-Prozessoren verbaut werden, sind Apps häufig auf ARM zugeschnitten und somit prinzipiell auch lauffähig auf dem Computer, wenn dies nicht von den App Entwicklern selbst untersagt wird.

Festhalten lassen sich die Vorteile in einer kurzen Liste:

  • Höhere Leistung als bei vergleichbaren Mac-Intel-Modellen
  • Niedrigerer Energieverbrauch
  • Höhere Akku-Laufzeit
  • Mögliche Kompatibilität zu iPad-; und iPhone-Apps

Was spricht gegen ARM?

Neben den Vorteilen gibt es auch Punkte, die gegen die momentane Nutzung eines Computers mit M1-Prozessor sprechen könnten.

Zum einen ist die Taktfrequenz des Prozessors aktuell noch niedriger als die der Intel-; oder ARM-Prozessoren. Vergleichen lässt sich hier der M1 Prozessor mit einer Frequenz von circa 3 GHz mit einem Standart-Intel-Prozessor, welcher 4 GHz, mit Turbo-boost sogar 5 GHz schaffen kann. Die Taktfrequenz gibt an, wieviele Takte die CPU pro Sekunde ausführen, sprich wieviele Befehle sie verarbeiten kann. Gerade im Bereich des Gamings macht sich dies bemerkbar, wenn beispielsweise eine Spielwelt gerendert werden muss. Zwar sind die Taktfrequenzen aller Mac-Modelle ähnlich, doch die starken Diskrepanzen zwischen Intel und ARM im Allgemeinen sprechen dafür, dass mit der zweiten und dritten Generation von M1 Apple die Hardware noch einmal deutlich verbessern wird.

Außerdem ist die Performance bei der Nutzung von Intel-Programmen fraglich. Mit Rosetta 2 hat Apple eine Umgebung geschaffen, mit der Intel auf ARM emuliert werden kann, und in den Geekbench Werten ist die emulierte Version sogar schneller, als die selbe Version auf einem nativen Intel Mac. Doch wie gut die Performance tatsächlich ist, wird wohl nur ein langfristiges Testen zeigen, da verschiedene Programme verschieden aufwendig sind. Arbeitet man zum Beispiel mit einem professionellen Programm, das noch nicht für ARM implementiert wurde, kann man es dank Rosetta zwar ausführen, aber sich nicht ohne weiteres darauf verlassen, dass die Performance gewohnt gut ist. Außerdem kann es sein, dass einige Programme in der Kompatibilität mit Rosetta nicht auftauchen. Diese sind dann vermutlich vorerst gar nicht nutzbar. Macnotes hat zu diesem Zweck eine Liste angelegt, in der man einsehen kann, welche Programme dies betreffen könnte.

Auch die Nutzung von Windows fällt wohl vorerst flach. Apple verkündigte zwar, M1 sei prinzipiell mit Windows kompatibel, doch müsse Microsoft eine auf M1 zugeschnittene Windows-Version entwickeln und veröffentlichen. Da Microsoft sich zur Zeit noch nicht dazu geäußert hat, bleibt abzuwarten, ob und wann es eine nutzbare Version gibt, sodass Windows parallel laufen kann. Bis dahin bliebe zur Nutzung von Windows Software nur Crossover, ein Programm, welches Windows Programme direkt auf den Mac emuliert.

Kurz zusammengefasst:

  • Die Hardware ist noch nicht ausgereift
  • Die Kompatibilität ist nicht unbedingt zu allen Programmen gegeben
  • Windows wird vorerst nicht parallel nutzbar sein

Für wen ist ARM eine Kaufoption?

Vor dem Kauf sollte man sich also gut überlegen, wozu man den Mac benötigt. Wenn man ein Standart-Anwender ist, der keine speziellen Programme benötigt und gern ein etwas schnelleres und energieärmeres Gerät möchte, eignet sich M1 durchaus, zumal Intel und ARM in etwa in der selben Preisklasse liegen. Lieber noch warten mit der Anschaffung eines ARM-Macs oder zu einem Intel-Mac greifen sollte man allerdings, wenn man Software ausführen möchte, die (noch) nicht verfügbar ist, nebenbei auf die Nutzung von Windows angewiesen ist oder generell eine große, langfristige Investition plant, die sich eben noch nicht zwingend lohnt, da M1 aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft noch schneller werden wird. Außerdem wird Intel noch einige Jahre lang unterstützt werden, sodass ein Mac-Kauf mit Intel-Prozessor definitiv kein Fehlkauf ist.

Das MacBook Air mit M1 Prozessor gibt es ab 1100,50€ zu erwerben, das MacBook Pro mit 13 Zoll ab 1412,45€. Einen Mac mini erhält man ab 778,85€.

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