Das Ende von AirPower: Scheiterte Apples Ladematte an zu vielen Spulen?
Am Freitag hat Apple überraschend das Ende der Ladematte AirPower verkündet. In der Redaktion von iFixit hat sich der Autor Craig Lloyd der Thematik angenommen und nachgestellt, warum Apple AirPower kurz vor dem geplanten Verkaufsstart eingestellt haben könnte.

Apple wollte mit AirPower das drahtlose Laden von Smartphones und anderen Geräten auf eine neue Ebene hieven. Stattdessen ist genau das Gegenteil eingetreten: Kurz vor dem Wochenende hat sich der Senior Vice President für Hardware Engineering von Apple, Dan Riccio, bei den Kunden entschuldigt und bekannt gegeben, dass man die Arbeiten an AirPower eingestellt hat.
Dabei war man sich hinter den Kulissen sicher, AirPower würde zeitnah auf den Markt kommen. Apple hat AirPower als eine Variante zum Aufladen der neuen AirPods offeriert und die Ladematte in der Anleitung des Headsets abgedruckt. Auch in den Starter Guides der aktuellen iPhone-Generation wurde AirPower zum Laden des Akkus empfohlen. Weitere Hinweise auf AirPower hat man darüber hinaus in der Beta von iOS 12.2 gefunden.
Beim Reparaturportal iFixit hat man nun versucht zu eruieren, warum Apple das Projekt AirPower quasi in letzter Sekunde beendet hat. Schuld an der Misere sind laut iFixit Störungen im magnetischen Feld der Ladematte sowie Probleme mit zu viel Abwärme.



Apple wollte ein Ladegerät auf den Markt bringen, das bis zu drei Geräte aufladen kann - unabhängig davon, wie man diese auf der Matte positioniert. Geht man nach einer Skizze aus der Patentanmeldung von AirPower, hat Apple 16 Spulen in die Matte integriert, um die Herausforderung zu bewältigen. Nicht näher genannte Quellen sprachen sogar von bis zu 32 Spulen.
Während herkömmliche drahtlose Ladegeräte, die maximal drei solcher Spulen besitzen, die Richtlinien für die Zulassung einhalten, hat AirPower durch die zehnfache Menge an Spulen so starke elektromagnetische Felder erzeugt, dass bei anderen Geräten die sich in unmittelbarer Umgebung der Matte befinden Störungen auftreten würden. So könnten beispielsweise Herzschrittmacher in der Nähe von AirPower den Betrieb einstellen oder Hörgeräte einen Kurzschluss erleiden.
Die Markteinführung von AirPower scheiterte also wahrscheinlich an der fehlenden Lizenz der Federal Communications Commission. In den USA sind Richtwerte von 50 Milliwatt pro Quadratzentimeter in einem Abstand von 20 Zentimeter das Maximum, was AirPower aller Voraussicht nach durch die hohe Anzahl an Spulen überschritten hat.
Was genau der Grund für das Ende von AirPower ist, werden wir sicherlich nie erfahren. Die Theorie von iFixit ist auf jeden Fall schlüssig und könnte erklären, warum die Ladematte in den Bedienungsanleitungen angekündigt, aber doch nicht veröffentlicht wurde. Wie wir es bereits im vorangegangenen Artikel zum Thema erwähnt hatten, sollte Apple nur dann Werbung für seine Produkte machen, wenn diese sich in der Produktion befinden und alle notwendigen Zulassungen erteilt wurden.
Passend zum Thema:
- Apple AirPower wird nicht ausgeliefert, Apple sagt AirPower offiziell ab
- AirPower - Vaporware designed by Apple in California
- Neues Ladecase für AirPods & AirPower kommen im Frühjahr, AirPods 2 später?
- AirPower Patentanmeldung gibt Einblick in technische Details der Ladematte
- Ladematte AirPower: Neue Hinweise im Starter Guide des iPhone XS & im iOS 12.1-Beta-Code




Das könnte dich auch interessieren
Weitere Geschichten aus Sonstiges.

Apple fertigt Chips unter Druck bei Intel in den USA
Apple hat unter erheblichem politischen Druck einen Fertigungsdeal mit Intel abgeschlossen. Ziel war vor allem die Abwendung drohender Importzölle, nicht eine Neuausrichtung der Chipproduktion.

iPhone 18 Pro: Leaker berichten von dickerem Gehäuse, mehr Gewicht und fehlendem Schwarz
Mehrere Leaker deuten auf drei Design-Anpassungen beim iPhone 18 Pro hin: Eine potenzielle Verdickung des Gehäuses, ein höheres Gesamtgewicht und eine reduzierte Farbpalette ohne Schwarz-Modell.

Teurere Bauteile: Apple rechnet mit höheren Kosten für das iPhone 18 Pro Max
Die Materialkosten für das kommende iPhone 18 Pro Max steigen durch teure Speicherchips und den neuen 2-Nanometer-Chip massiv an. Experten gehen davon aus, dass Apple die Verkaufspreise im Schnitt um 200 Dollar anheben muss.

iPhone 18 Pro Max: Gewicht und Dicke steigen durch massiven Akku
Mit dem iPhone 18 Pro Max kehrt Apple bei den Spezifikationen zu älteren Werten zurück. Das neue Flaggschiff wird durch einen vergrößerten Akku deutlich schwerer und dicker als der direkte Vorgänger.

iPhone Ultra: Lieferkette bestätigt September-Start
Frische Meldungen aus der Apple-Lieferkette widerlegen die jüngsten Verzögerungs-Gerüchte. Das faltbare iPhone Ultra kommt pünktlich im September 2026 auf den Markt, doch extreme Lieferengpässe und Wartezeiten von mehreren Wochen bleiben wahrscheinlich.

Apple testet CXMT-Speicherchips für China – Politische Hürden in Washington
Apple prüft DRAM-Chips des chinesischen Herstellers CXMT für Geräte in China und setzt sich in Washington für eine Nutzungserlaubnis ein. Der globale Speicherchip-Mangel zwingt das Unternehmen zu alternativen Lieferquellen.
Kommentare
Sei der Erste, der hier kommentiert.
Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.