eSIM: Das sind die Vorteile gegenüber einer klassischen SIM-Karte

Bis heute hält sich die herkömmliche SIM-Karte in der Größe eines Fingernagels hartnäckig in deutschen Mobiltelefonen. Nur wenige Verbraucher sind sich darüber bewusst, dass es neben der physischen SIM auch eine festverbaute Variante gibt. Die Bezeichnung eSIM steht dabei nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, für "electronic", sondern für "embedded" bzw. "eingebettet".
Am Namenszusatz wird die Haupteigenschaft der eSIM deutlich: Das Modul ist an der Platine der Smartwatch oder des Smartphones fest verlötet und lässt sich nicht herausnehmen. Eine physische Übertragung auf ein anderes Gerät ist nicht möglich, stattdessen werden die Informationen zum Mobilfunkvertrag direkt durch den Anbieter auf das Gerät geladen.
Vorteile einer eSIM
Der große Vorteil der eSIM liegt auf der Hand. Kunden müssen nicht mehr auf die physische SIM warten, die entweder per Post verschickt oder im Handel ausgegeben wird. Stattdessen lässt sich ein Mobilvertrag ganz einfach am Sonntagabend online ein Vertrag abschließen und wenige Minuten später bereits nutzen. Die Informationen des Mobilfunkanbieter werden bei bestehender Internetverbindung auf die eSIM geladen. Das gleiche Prozedere kommt zur Anwendung, wenn Kunden ihren Tarif wechseln.
Außerdem bestehen keine Komplikationen beim Kauf eines neuen Smartphones. Wenn vorher beispielsweise eine Micro-SIM zum Einsatz kam und im neuen Gerät nur Platz für eine Nano-SIM ist, kann der Kunde mit der eSIM seine Informationen kinderleicht auf das neue Gerät übertragen lassen. Die Ausstellung einer neuen SIM ist in diesem Fall überflüssig.
Sollten Smartphone-Hersteller zukünftig komplett auf den Kartenslot für die physische SIM-Karte verzichten, könnten die Geräte noch effektiver gegen Staub und Wasser geschützt werden. Der eingesparten Platz ließe sich zudem für die Vergrößerung anderer Komponenten wie dem Akku verwenden.
Während man mit einer herkömmlichen SIM höchstens zwei Mobilfunkverträge gleichzeitig nutzen kann (Stichwort Dual-SIM), lassen sich auf der eSIM problemlos bis zu fünf Verträge hinterlegen. Die einzige Grenze, die dem Kunden hier gesetzt wird, ist der auf der eSIM verbaute Speicherplatz.
Experten sehen eSIM als Zukunft
Angesichts der Tatsache, dass die eSIM bereits im Jahr 2015 erstmals in einer Smartwatch zum Einsatz kam, stellt sich natürlich die Frage, warum die technische Lösung noch nicht flächendeckend zum Einsatz kommt und Kunden stattdessen scheinbar an der physischen SIM-Karte festhalten.
Die SIM-Karte in physischer Form ist eine Institution, die seit Jahrzehnten ihre Daseinsberechtigung hat. Lange Zeit wollte kein Unternehmen die Vorreiterrolle in Sachen eSIM annehmen. Für die Kunden bedeutet der Umstieg auf eSIM erstmal eine Umstellung, die oft mit inneren Hürden verbunden ist.
Die großen Hersteller wie Apple oder Samsung bieten ihren Kunden in aktuellen Smartphone-Modellen neben einem eSIM-Modul auch immer noch die Möglichkeit an, eine klassische SIM-Karte zu verwenden. In einigen Jahren wird letztgenannte Möglichkeit jedoch nicht mehr vorhanden sein, sodass der Umstieg dann zwingend erfolgen muss. Unter dem Strich profitieren Verbraucher jedoch ganz klar von den Vorteilen einer eSIM.
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