Externe Überprüfung: Mehr als 30 chinesiche Apple-Lieferanten mit rassistischen Stellenanzeigen
Bei einer Untersuchung wurden mehr als 100 chinesische Stellenanzeigen von Firmen gefunden, die für Cupertino fertigen, in denen offen diskriminiert wird. Apple ist dies bekannt und das Unternehmen setzt sich dafür ein, dass die Menschenrechte und Richtlinien eingehalten werden. Doch in vielen Fällen ist eine Aufdeckung nicht so einfach.

Apple Lieferanten werden regelmäßig auf die Einhaltung von aufgestellten Regeln überprüft. Gerade in chinesischen Firmen kommt es häufig vor, dass Bestimmungen nicht eingehalten werden. Dies betrifft nicht nur den Arbeitsschutz und das Arbeitsrecht selbst, sondern auch Diskriminierungen. Eine unabhängige Untersuchung hat sich speziell Stellenanzeigen von Firmen angesehen, die für das kalifornische Unternehmen Cupertino fertigen. Dabei hat sich ergeben, dass in mehr als 30 Fällen innerhalb der Stellenanzeigen Diskriminierung und Rassismus aufgetaucht ist, betroffen sind über 100 Anzeigen. Dabei wird nicht nur gegen die Richtlinien von Apple verstoßen, sondern in Teilen auch gegen das chinesische Gesetz.
Diskriminierung wegen der Religion, des Geschlechtes, des Alters, der Haarfarbe...
In über 100 Stellenanzeigen von Firmen, in denen für Apple produziert wird, sind rassistische oder diskriminierende Äußerungen aufgefallen. Gezählt wurden ausschließlich Anzeigen, in denen konkret davon die Rede war, dass für Cupertino gefertigt wird. In den meisten dieser Anzeigen war die Rede davon, dass sich Mitglieder ethnischer Minderheiten nicht bewerben dürfen. Konkret genannt wurden Tibeter, Uiguren, Hui, Yi, Dongxiang aus Tibet oder Xinjiang. Dies verstößt nicht nur gegen Menschenrechte allgemein und gegen Apples Vorschriften an Fertigungsfirmen, sondern auch gegen chinesisches Recht. In einigen Anzeigen, zum Beispiel in solchen von Lagran Precision, die Kameraobjektive für Apple herstellen, fanden sich andere Bedingungen für eine Einstellungen: So dürfen Bewerber keine gelben Harre haben, nicht tätowiert sein, Männer dürfen nicht älter als 30 Jahre alt sein und Frauen nicht mehr als 40 Jahre. Außerdem wird dort verlangt, dass sich alle Bewerber allumfassenden medizinischen Tests unterziehen müssen - ebenfalls ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien von Apple. Denn dort heißt es, dass Fabriken von ihren Mitarbeitern nicht verlangen dürfen, sich einem medizinischen Test und/oder einem Screening zu unterziehen.
Von solchen Verstößen betroffen sind nicht nur die kleinen und unscheinbaren Firmen, sondern teilweise sogar Hauptlieferanten von Apple. Dazu zählen Foxconn Technology, Pegatron, Quanta Computer, Wistron, Luxshare Precision Industry, Compal Electronics und Goertec. Es gibt auch keine Häufungen bei Herstellern bestimmter Bauteile, einige fertigen iPhones, iPads, Apple Watches oder AirPods, andere stellen Module, Objektive, Batterien, Datenkabel, Deckglases Leiterplatten oder sogar nur Verpackungen her.
Schlimm genug, doch die Analysten stellten fest, dass gerade in der Diskriminierung ethischer Minderheit bei vielen dieser Firmen eine sarkastische Doppeldeutigkeit steckt: Besagte Firmen nahmen an staatlichen Programmen teil, in denen es um die Versetzung von uigurischen Arbeitnehmern aus Xinjiang ging. Dahinter steckte aber eigentlich die Sprengung von Menschenrechtsorganisationen. Den Firmen wurde es ermöglicht, Uiguren als Zwangsarbeiter zu beschäftigen. Während sie den Arbeitern also einen offiziellen Zugang zum Arbeitsmarkt und eine angemessene Bezahlung aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Religion verwehren, werden diese Menschen zugleich als Zwangsarbeiter rekrutiert.
Apple ist das kursieren diskriminierender und rassistischer Stellenanzeigen bekannt. Auf Anfrage sagte das Unternehmen aus, allein in diesem Jahr schon 300 fragliche Anzeigen entfernt zu haben. Dass trotzdem so viele gefunden wurden, die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, zeigt das wahre Ausmaß und die Komplexität des Problems. Denn viele Stellenanzeigen werden nicht von den Firmen geschaltet, sondern nur in ihrem Namen von externen Vermittlern. Dadurch wird eine dauerhafte Überwachung schwierig bis unmöglich.
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