Fehlerhafte Lötstellen: Loop Disease beim iPhone 7 führt zu Sammelklagen in den USA
In den USA rollt eine neue Sammelklage auf Apple zu: Im Bundesstaat Illinois haben drei Besitzer eines iPhone 7 Klage eingereicht, weil der Defekt des Audio IC Chip den normalen Gebrauch des Smartphones nahezu unmöglich macht. Die Kläger werfen dem iPhone-Hersteller vor, das Problem gekannt und vertuscht zu haben.

Schon öfter wurde Apple in der Vergangenheit von verärgerten Kunden verklagt. Als prominentes Beispiel in der letzten Zeit dient das sogenannte Akku-Gate, bei welchem Apple das mobile Betriebssystem iOS so konfigurierte, dass es die Leistung bei einem altersschwachen Akku drosselte. Die betroffenen Kunden gingen davon aus, ihr iPhone sei wegen der schwächeren Leistung zu alt für aktuelle Anwendungen und kauften ein Neugerät, weshalb man Apple bewusste Täuschung und geplante Obsoleszenz vorwarf.
Im US-Bundesstaat Illinois wurde jetzt eine neue Sammelklage gegen Apple bekannt. Konkret geht es in der Klageschrift erneut um das Vertuschen von Tatsachen. In den ersten produzierten Chargen des iPhone 7 und des iPhone 7 Plus, die zwischen 2017 und 2018 verkauft worden sind, sei der Audio IC Chip schlecht mit dem Logic Board verlötet. Bei normaler Anwendung löst sich der Chip im Lauf der Zeit von der Hauptplatine und sorgt für einen Defekt des Lautsprechers und den Ausfall des Mikrofons. Telefonieren und andere Anwendungen, bei denen Audio abgespielt wird, sind dann nicht mehr möglich.
Das Problem, von dem auch zahlreiche deutsche Kunden nicht ausgenommen sind, wird als "Loop Disease" bezeichnet. Der Name kommt von einem weiteren Symptom, das bei vielen Geräten mit defektem Audio IC Chip auftritt: Das iPhone hängt in einer Reboot-Schleife fest und kann in diesem Fall gar nicht mehr genutzt werden.
Bisher hat Apple den schlecht verlöteten Audio IC Chip im Rahmen eines inoffiziellen Reparaturprogramms kostenlos ausgetauscht bzw. wieder korrekt befestigt. Mittlerweile berechnet Apple allerdings wieder den vollen Preis für die Reparatur oder nimmt das defekte iPhone in Zahlung, wenn der Kunde ein Neugerät kauft.
Drei iPhone-Besitzer die ihr Gerät kostenfrei repariert bekommen wollten, haben gegen Apple jetzt eine Sammelklage eingereicht. Laut deren Angaben waren in Cupertino die Auswirkungen des Loop Disease in vollem Umfang bekannt. Apple hat die Umstände jedoch angeblich absichtlich vertuscht, was man mit Einträgen aus dem Apple-Forum und anderen Webseiten beweisen möchte.
Bis es zu einer Entscheidung des Gerichts kommt, kann es durchaus ein paar Monate dauern. Von Apple selbst gibt es zu diesem Thema bisher noch keine offizielle Stellungnahme. Als vor einem Jahr - ebenfalls beim iPhone 7 - Probleme mit dem Mikrofon bekannt wurden, hatte Apple defekte Geräte kostenfrei ersetzt.
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