Apps · Apple

Fotoanalyse auf iPhones: Craig Federighi erläutert das umstrittene Feature

Dass Apple in Zukunft Fotos auf kinderpornografische Inhalte scannen will, ist trotz der guten Absicht weltweit auf große Gegenwehr gestoßen. Der Software-Chef Craig Federighi nahm das zum Anlass, um das Vorgehen gegenüber dem Wall Street Journal näher zu erläutern. 

A
AppTickerTeam
17.08.20213 Min. Lesezeit
Fotoanalyse auf iPhones: Craig Federighi erläutert das umstrittene Feature
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

In der Regel tritt Federighi in der Öffentlichkeit auf, wenn Apple seinen Anhängern neue Produkte oder Betriebssysteme präsentieren will. Dass sich der Software-Chef unangenehmen Fragen stellen und eine unternehmerische Entscheidung verteidigen muss, gehört nicht zum Alltag des 52-Jährigen. 

Da die kürzlich vorgestellten Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch ebenfalls in die Zuständigkeit des Senior Vice President of Software Engineering fällt, stellte sich der Apple-Manager nun den Fragen von Journalisten und gab weitere Details zu den Überprüfungsmaßnahmen.

Genauere Überprüfung erst ab 30 Treffern

Das Interview mit dem Wall Street Journal (zum YouTube-Video) führte die bekannte Journalistin Joanna Stern. Im Gespräch mit Stern knüpfte Federighi zuerst an den Worten seiner Kollegen an und wiederholte, was andere Apple-Manager bereits in den ersten Tagen nach der öffentlichen Vorstellung zu Protokoll gaben. An einer Stelle gab der Software jedoch tiefergehende Informationen preis. 

So kam eine Zahl ans Tageslicht, die im Zusammenhang mit kinderpornografischem Material auf iPhones und iPads eine wichtige Rolle spielt. Wir wissen bereits, dass die Hash-Analyse von Fotos, die in die iCloud geladen werden, nicht direkt beim ersten Fund Alarm schlägt. So muss erst ein bestimmter Schwellenwert überschritten werden, bevor Apple eine Information erhält und weitere Schritte einleiten kann. 

Federighi verriet nun, dass dieser Wert bei 30 Bildern liegt. Sofern diese Aussage zutrifft, meldet sich das System nicht zu Wort, wenn sich auf dem Smartphone lediglich 29 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten befinden. Im gleichen Atemzug bedauert der hochrangige Mitarbeiter von Apple, dass es im Zusammenhang mit der Vorstellung zu "Missverständnissen" gekommen sei, die man durch eine bessere Kommunikation hätte vermeiden können. 

So hat es Apple versäumt zu betonen, dass eine Überprüfung nur im Zusammenhang mit der iCloud erfolgt und lokal gespeicherte Fotos ansonsten nicht kontrolliert werden. 

Federighi wirbt für Verständnis

Im Laufe des Interviews betont Craig Federighi noch, dass Apple mit der Überprüfung seinen Teil zum Kampf gegen Kindesmissbrauch beitragen will und nicht auf Druck von staatlichen Stellen gehandelt habe. Die Foto-Analyse sowie der iMessage-Scan bei Kindern sollen ausschließlich zum Schutz der Kinder beitragen. 

Beide Überprüfungen sollen demnach nicht zweckentfremdet werden können. Das System, dessen Kern ein einzige weltweit eingesetzte Hash-Datenbank ist, wurde so erschaffen, dass es nicht für andere Zwecke eingesetzt werden kann. Mehrere Auditing-Ebenen sollen ebenfalls für mehr Sicherheit sorgen. 

Auch wenn beispielsweise der genaue Schwellenwert für mehr Transparenz sorgt, so wird auch dieses Interview nicht die zahlreichen Skeptiker und Kritiker überzeugen können. 

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apps.

Alle Apps →
Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses
Apple

Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses

Apple hat die Vision-Pro-Produktlinie faktisch aufgegeben. Das spezialisierte Team wurde aufgelöst und die Mitarbeiter auf andere Bereiche verteilt — stattdessen setzt das Unternehmen auf kompakte Smart Glasses mit KI-Funktionen.

Vor 12 Std1 Min
iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick
Apple

iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick

Apple bringt im September das iPhone 18 Pro mit einer Reihe neuer Features. Von einem 2nm-Chip über eine kleinere Dynamic Island bis hin zu Satellit-5G – ein Überblick über die gerüchteten Innovationen.

Vor 2 Tagen1 Min
Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6
Apple

Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6

Apple hat parallel die ersten Developer-Betas für iOS 26.6, iPadOS 26.6, watchOS 26.6, tvOS 26.6 und visionOS 26.6 freigegeben. Zwei Wochen nach der 26.5-Version dienen die Updates primär der Stabilität und Bugfixes.

Vor 2 Tagen1 Min
MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips
Mac News

MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips

Apple plant ein MacBook Ultra als neue Top-Kategorie oberhalb der MacBook Pro-Modelle — mit OLED-Touchscreen, Dynamic Island und M6-Chips.

Vor 2 Tagen1 Min
AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro
Schnäppchen

AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro

Die AirPods Max 2 sind aktuell bei Amazon im Deal — mit 51 Euro Rabatt auf die UVP von 579 Euro. Der H2-Chip bringt eine deutlich verbesserte Geräuschunterdrückung und neue Features wie Live-Übersetzung.

Vor 3 Tagen1 Min
Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026
Apple

Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026

Apple kündigt eine massive Produktflut für das zweite Halbjahr 2026 an – von faltbarem iPhone über MacBook Ultra bis zum neuen Smart-Home-Hub. WWDC 2026 markiert den Start einer neuen Ära.

Vor 6 Tagen1 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.