iMessage mit anderen Messengern kompatibel? Konkurrenz erhöht Druck auf EU
Apple selbst behauptet, iMessage sei für die Regelungen des Digital Markets Act zu unbedeutend. Während die EU diese Haltung noch prüft, fordern andere Unternehmen wie Google, Telekom oder Vodafone die Öffnung von iMessage.

Im kommenden Jahr müssen sich viele Unternehmen auf grundlegende Änderungen auf dem Zuständigkeitsgebiet der EU einstellen. Mit dem Digital Markets Act (DMA) werden Global Player unter anderem dazu gezwungen, ihre Messenger anderen Anbietern gegenüber zu öffnen. Dies hat zur Folge, dass Nachrichten beispielsweise zwischen WhatsApp und iMessage verschickt werden können, sofern der jeweilige Dienst die Stellung eines sogenannten Gatekeeper innehat.
Als Gatekeeper gelten Unternehmen beziehungsweise deren Dienste, wenn diese innerhalb der EU mindestens 45 Millionen aktive Nutzer vorweisen können. Während sich WhatsApp kaum gegen die Einordnung als Gatekeeper wehren kann, behauptete Apple jüngst, dass iMessage im europäischen Raum diese Grenze nicht erreicht, der Dienst außerhalb der USA kaum eine Rolle spiele, so das Unternehmen.
Die EU-Kommission nahm diese eigene Einschätzung zur Kenntnis und gab an, entsprechende Nachforschungen in die Wege zu leiten. Sollten Apples Behauptungen jeglicher Grundlage entbehren, müsste Apple zukünftig ebenfalls die Interoperabilität von iMessage sicherstellen.
Forderung: iMessage als Gatekeeper einstufen
In der Zwischenzeit fordern Google sowie diverse Telekommunikationsanbieter, darunter die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange, iMessage als "Torwächter" einzustufen. In einem gemeinsamen Schreiben (via Financial Times, bezahlpflichtig) erklären die Unternehmen gegenüber dem zuständigen EU-Kommissar Thierry Breton, dass iMessage lediglich auf dem iPhone, iPad oder Mac die Möglichkeit bietet, Nachrichten mit Medieninhalten zu verschicken.
Wer iMessage nicht nutzt, muss zur Kontaktaufnahme zwingend auf herkömmliche SMS zurückgreifen. Darin sehen die Unterzeichner eine nicht berechtigte Einschränkung der Kommunikationsmöglichkeiten. Aufgrund dieser Tatsache und der Bedeutung von iMessage fordern Google und Co., Apples Messenger ebenfalls als Gatekeeper einzustufen.
Entscheidung im Februar 2024
Beobachter gehen davon aus, dass Google und die Provider RCS-Chats (Rich Communication Service) etablieren möchten. Um das als Nachfolger der SMS gehandelte Verfahren flächendeckend zu integrieren, wäre die Interoperabilität von iMessage unumgänglich. Die Suchmaschine Google bearbeitet Apple schon seit geraumer Zeit, entsprechende Schritte in die Wege zu leiten. In Cupertino stieß man diesbezüglich allerdings nur auf wenig Gehör.
Ob und inwiefern die Forderung der Unternehmen in Brüssel zum Erfolg beitragen könnte, ist indes nicht bekannt. Die EU-Kommission wird ihre Entscheidung vermutlich im Februar 2024 bekanntgeben. Während der Status quo von iMessage also noch nicht geklärt ist, gibt es in anderen Bereichen weniger Diskussionsbedarf. Apples Zwang zur Nutzung des App Stores wird ab 2024 aufgehoben, ebenso muss das Unternehmen alternative Zahlungsmethoden für In-App-Käufe erlauben.
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