Kein Vorsatz: Apple gewinnt Verfahren wegen FaceTime-Sicherheitslücke
Im Januar wurde eine Sicherheitslücke in Apples Chat-Dienst FaceTime bekannt, über welche Gespräche mitgehört werden konnten, ohne dass man der Unterhaltung beitrat. Ein Gericht in Texas hat nun entschieden: Apple hat nicht vorsätzlich gehandelt und sich der Situation entsprechend angemessen verhalten.

Apple legt bei seinen Softwareprodukten viel Wert auf die Privatsphäre und Sicherheit. Um so größer war der Schock, als im Januar bekannt wurde, dass Gruppentelefonate des Messengers FaceTime abgehört werden konnten. Über den Bug war es sogar möglich, die Kameras der Teilnehmer ohne deren Wissen zu aktivieren. Apple hatte daraufhin die Gruppenfunktionen in FaceTime vorübergehend deaktiviert.
Einen Tag nach Bekanntwerden des Fehlers reichte der Rechtsanwalt Larry Williams aus Texas beim zuständigen Gericht in Houston Klage ein. Er warf Apple Vorsatz vor, weil der Bug dem Konzern schon Tage vorher von einer Kundin per Twitter und E-Mail gemeldet wurde und Apple seiner Meinung nach nicht schnell genug reagierte. Williams sei angeblich über die Sicherheitslücke bei einem Gespräch mit einem Mandanten abgehört worden.
Drei Monate später hat das Gericht nun entschieden und Apple in allen Punkten freigesprochen. Williams konnte Apple weder einen Vorsatz nachweisen, noch dass der iPhone-Hersteller im Nachgang falsch reagiert hätte. Der Fehler in FaceTime sei zudem nicht offensichtlich gewesen, sondern konnte nur ausgenutzt werden, wenn bestimmte Eingaben in der App getätigt wurden. Auch einen Beweis für Fahrlässigkeit beim Programmieren der FaceTime-Gruppenanrufe blieb der Anwalt schuldig.
Das Urteil zum Verfahren könnt ihr in voller Länge bei Scribd nachlesen, wo es von der MacRumors-Redaktion hochgeladen wurde.
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