Li-Fi: Apple arbeitet an optischer Datenübertragung für mobile Geräte
Apples Arbeiten an einer drahtlosen optischen Datenübertragung scheinen deutlich weiter zu sein, als es vorher den Anschein gemacht hat. Nachdem im September ein entsprechendes Patent erschienen ist, wurde nun in iOS 9.1 und späteren Versionen der Eintrag LiFiCapabitlity gefunden. Li-Fi ist dabei die Abkürzung für das optische Äquivalent zu Wi-Fi.
Es verdichten sich die Hinweise, dass Apple an einer drahtlosen optischen Datenübertragung arbeitet, die bei mobilen Geräten zum Einsatz kommen könnte. Optische Datenübertragung ist im Grunde genommen nichts Neues. Die Daten auf einer CD, DVD oder Blue Ray werden mit Hilfe eines Laser ausgelesen und bekannt sowie verbreitet ist die optische Datenübertragung mit Hilfe von Lichtleiterkabeln.
In diesem Fall geht es aber um eine Datenübertragung, die in der Lage ist Wi-Fi zu ersetzen oder zu ergänzen und daher völlig drahtlos funktioniert. Den ersten Hinweis auf Apples Entwicklungsarbeiten auf diesem Gebiet gab es Ende des Septembers in Form eines Patentes, welches die Datenübertragung mit Hilfe von Lichtsignalen zwischen Smartwatches und anderen Wearables beschreibt. Nun wurde in iOS 9.1 und den darauf folgenden Versionen der Eintrag "LiFCapability" gefunden, also die Fähigkeit Li-Fi zu nutzen.
LiFi steht für light fidelity und ist ein vom deutschen Forscher Harald Haas geprägter Begrif, der eine optische Datenübertragung auf kurze Distanzen beschreibt und damit das optische Äquivalent zu WLAN ist. Der wichtigste Vorteil der optischen Datenübertragung ist die enorme Datenübertragungsrate, die damit möglich ist. Erreicht wurden im Labor Datenübertragungsraten von bis zu 224 GBits/s, was etwa 100 mal schneller ist als die derzeit schnellsten WLAN-Netze mit dem Standard EEE 802.11ac.
Als Sender kommen Leuchtdioden (LEDs) zum Einsatz, die für das menschliche Auge unsichtbar schnell pulsieren und so die Daten ausstrahlen. Aufgefangen werden die Signale dann von Fotodioden, die es zurück in ein elektrisches Signal wandeln. Dabei muss nicht zwangsläufig eine direkte Sichtverbindung vorhanden sein, die Reflexion von einer Wand kann auch ausreichen.
Neben der möglichen Geschwindigkeit ist ein weiterer Vorteil, dass diese Technologie auch dort eingesetzt werden kann, wo WLAN aufgrund der elektromagnetischen Verträglichkeit problematisch ist. Die Li-Fi-Netze werden wiederum auch selbst nicht von Funkquellen gestört, wie es bei WLAN möglich sein kann. Der große Nachteil ist jedoch, dass Lichtsignale natürlich nicht durch Wände kommen und jeder Raum daher eine eigene Sende- und Empfangseinheit benötigt.
Zukünftig wäre es also möglich, dass z.B. die LED-Wohnzimmerlampe nicht nur einfach den Raum beleuchtet, sondern auch gleichzeitig Daten überträgt. Die Lichtsignale werden von den Wänden und Möbeln reflektiert und dann von einem zukünftigen iPhone, iPad oder einer Apple Watch aufgefangen. Auch der Einsatz von infraroten LEDs ist möglich, wobei hier die mögliche Datenübertragungsrate mit steigender Wellenlänge sinkt.
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