Apple · iOS

Neue Anti-Datenschutz-Kuriositäten gegen iOS 14.5: Facebook und Springer schalten das Bundeskartellamt ein

Kaum ist die Anti-Tracking-Funktion veröffentlicht, mischt Facebook wieder mit und versucht sich mit aller Macht dagegen zu stemmen. Der Konzern hat sich in Deutschland mächtige Verbündete gesucht mit dem Plan, eine Klage beim Bundeskartellamt erfolgreich durchzusetzen, die am liebsten mit einem Verbot der Funktion enden soll.

A
AppTickerTeam
26.04.20213 Min. Lesezeit
Neue Anti-Datenschutz-Kuriositäten gegen iOS 14.5: Facebook und Springer schalten das Bundeskartellamt ein
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

Dass Facebook mit voller Macht gegen Apples Anti-Tracking-Funktion wettert, ist nichts neues. Dieser Umstand wird auch nicht besser mit der Veröffentlichung der finalen Version iOS 14.5 und iPadOS 14.5, in welche die Funktion nun vollstes integriert ist: Stattdessen hat sich Facebook Verbündete gesucht und beim Bundeskartellamt in Deutschland Klage eingereicht. Scheinbar sieht sich Facebook selbst als Verteidiger "kleiner" Firmen und Entwickler. Denn gemeinsam mit dem Axel Springer Verlag und neun weiteren Verbünden heißt es, die neuen Maßnahmen würden Werbeeinnahmen in Höhe von bis zu 60% wegfallen lassen, wodurch viele Apps verschwinden würden. Außerdem habe Anti-Tracking auch Nachteile für den Nutzer.

Facebook versus Anti-Tracking: Die Funktion solle verboten werden

Bislang gab es von Facebook immer nur böse Kommentare zum Thema Anti-Tracking-Funktion, doch nun macht der Konzern ernst. Pünktlich zum Erscheinen von iOS 14.5 und iPadOS 14.5 hat Facebook eine Klage in Deutschland beim Bundeskartellamt eingereicht. Der Konzern pocht auf seinen Erfolg, denn er steht nicht allein da: Nicht nur von Vertretern aus der Werbeindustrie kommt lauter Protest gegen Anti-Tracking, auch populäre und große Wirtschaftsverbände haben sich dem Kampf gegen Apples Funktion angeschlossen. Darunter befinden sich Namen wie der Axel Springer Verlag, der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) oder der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger  (VDZ). Wenn es nach den Giganten geht, soll Apples Feature nicht nur einer vollständigen Prüfung unterzogen, sondern am besten komplett verboten werden. Ihre Argumente sind teils sehr kurios.

Vor allem kommt das Argument zum Tragen, das Facebook bereits seit Beginn der Debatte immer wieder in den Mund nimmt: Cupertino nutze seine wettbewerbsbeherrschende Stellung zum eigenen Vorteil aus und schade somit dem gesamten Markt. Während die Werbeeinnahmen für alle Organisationen und Apps bis zu 60% zurückgingen, würde Apple profitieren und noch mehr Macht gewinnen. Dass Nutzer vielleicht gar nicht möchten, dass Firmen Daten von ihnen sammeln und beliebig für ihre Zwecke nutzen, kommt an dieser Stelle nicht vor: Stattdessen heißt es, die Funktion sei sogar zu ihrem Nachteil. So berichtet die Financial Times, dass die Werbenetzwerke auf Grund der Funktion nicht mehr mit Daten gefüttert werden können, die personalisierte Anzeigen erlauben. Kostenfreie und werbebasierte Apps würden aber häufig genau diese Daten nutzen, und würden als Konsequenz in Zukunft weniger werden. Nutzer hätten also nicht mehr so viel Auswahl bei kostenfreien Apps und würden sich diese häufiger kaufen müssen.

Es gibt noch ein weiteres Argument, welches viele Beobachter als besonders kurios empfinden: Demnach würden Verbraucher durch Anti-Tracking nicht nur in ihrer Auswahl geschädigt, sondern auch in dem Aufwand, die sie mit einer Suchanfrage verbringen müssen, da Vorschläge nicht mehr auf personalisierter Basis erfolgen könnten. Dass ein Nutzer, wenn er dies fürchtet, personalisierte Werbung erlauben kann, wird außer Acht gelassen. So macht dieses Argument tatsächlich wenig Sinn. Wahrscheinlich fürchten die Unternehmen, dass zu viele Nutzer die Anti-Tracking-Funktion aktivieren werden, sodass sie eben nicht mehr auf deren Kosten munter, des Geldes wegen, Daten sammeln können.

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apple.

Alle Apple →
Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026
Apple

Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026

Apple kündigt eine massive Produktflut für das zweite Halbjahr 2026 an – von faltbarem iPhone über MacBook Ultra bis zum neuen Smart-Home-Hub. WWDC 2026 markiert den Start einer neuen Ära.

Vor 6 Tagen1 Min
iOS 26.5 öffnet iPhone-Funktionen für Drittanbieter-Zubehör in der EU
iOS

iOS 26.5 öffnet iPhone-Funktionen für Drittanbieter-Zubehör in der EU

Mit iOS 26.5 erweitert Apple in der Europäischen Union die Schnittstellen für Zubehör von Drittanbietern. Smartwatches und Kopfhörer können künftig einfacher koppeln und Benachrichtigungen sowie Live-Aktivitäten empfangen.

21.05.20261 Min
Apple lädt zur WWDC 2026 ein – Keynote am 8. Juni
Apple

Apple lädt zur WWDC 2026 ein – Keynote am 8. Juni

Apple verschickt offizielle Einladungen zur WWDC 2026: Die Entwicklerkonferenz findet vom 8. bis 12. Juni statt. Im Fokus stehen iOS 27, neue Betriebssystem-Updates und eine überarbeitete Siri mit Gemini-KI.

19.05.20261 Min
So nutzt du versteckte iPhone-Features für mehr Effizienz
iOS

So nutzt du versteckte iPhone-Features für mehr Effizienz

Viele iPhone-Nutzer kennen die versteckten Funktionen ihres Geräts nicht. Wir zeigen, wie Sie Widgets direkt aus App-Symbolen erstellen, Ihren Ortsverlauf nutzen und persönliche Vibrationsmuster einstellen.

17.05.20261 Min
iOS 26.5: Erinnerungen-App zeigt nun konkrete Uhrzeiten beim Schlummern
iOS

iOS 26.5: Erinnerungen-App zeigt nun konkrete Uhrzeiten beim Schlummern

Mit iOS 26.5 ersetzt Apple die vagen Zeitangaben in der Erinnerungen-App durch präzise Uhrzeiten. Nutzer wissen ab sofort exakt, wann sie an ihre Aufgaben erinnert werden.

16.05.20261 Min
Apple prüft KI-Agenten-Apps im App Store trotz Sicherheitsrisiken
Apps

Apple prüft KI-Agenten-Apps im App Store trotz Sicherheitsrisiken

Apple diskutiert intern, wie Apps mit KI-Agenten-Funktionen in den App Store aufgenommen werden können. Das Unternehmen steht vor dem Dilemma, zwischen Sicherheitsrichtlinien und neuen Geschäftsmöglichkeiten zu vermitteln.

14.05.20261 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.