Richter lässt Apple-Klage gegen Leaker Jon Prosser wieder aufleben

Der Rechtsstreit zwischen Apple und dem bekannten Tech-Leaker Jon Prosser erfährt eine deutliche Wende. Ein Bundesrichter in den Vereinigten Staaten hat das ursprüngliche Versäumnisurteil zurückgenommen, das Prosser zuvor eine Niederlage beschert hatte. Die Entscheidung ermöglicht es dem YouTuber, sich nun doch noch formell zu den Anschuldigungen zu verhalten, die der Technologiekonzern gegen ihn erhoben hat.
Die Aufhebung des Urteils ist das Ergebnis einer koordinierten Strategie beider Rechtsvertreter. Statt das Verfahren weiter zu verzögern, einigten sich Anwälte von Apple und Prosser darauf, den Prozess beschleunigt fortzuführen. Der zuständige Richter folgte diesem Vorschlag und setzte damit den nächsten Schritt in der gerichtlichen Auseinandersetzung in Gang.
Zehn Tage für die Stellungnahme
Richter James Donato traf die Entscheidung am 22. Juni 2026. Zuvor war ein Default-Urteil gegen Prosser ergangen, weil der Influencer die ursprüngliche Deadline für eine Antwort auf die Klageschrift nicht eingehalten hatte. Das Gericht wertete sein Schweigen als Anerkennung der Apple-Vorwürfe.
Durch die aktuelle Anordnung erhält Prosser nun eine Frist von zehn Tagen, beginnend mit dem Datum der Gerichtsentscheidung. Innerhalb dieses Zeitraums muss er eine offizielle Prozessantwort einreichen, um sich den Anschuldigungen zu stellen. Auffällig ist dabei, dass das neue Urteil einige veraltete Fristangaben enthält, was auf einen Flüchtigkeitsfehler bei der Erstellung hindeutet.
iOS-26-Design als Streitpunkt
Der Kern der Auseinandersetzung geht auf eine Klage zurück, die Apple bereits im Juli 2025 einreichte. Im Fokus steht dabei der Leak des künftigen iOS-26-Designs, das unter dem Namen Liquid-Glass-Redesign firmiert. Der Konzern wirft den Angeklagten vor, vertrauliche Entwicklungsunterlagen unrechtmäßig in Umlauf gebracht zu haben.
Den Vorwürfen zufolge erhielt der damalige Apple-Mitarbeiter Ethan Lipnik ein Entwicklungs-iPhone, das er während seiner Abwesenheit heimlich auslas. Prosser soll die so erlangten Informationen genutzt haben, um in seinen Videos frühe Elemente des neuen Designs zu präsentieren. Während der Mitangeklagte Michael Ramacciotti vollständig mit der Justiz kooperierte, verhielt sich Prosser anfangs passiv.
Strategiewechsel der Verteidigung
Die Kehrtwende im Verfahren begann im April, als Prosser einen Strafverteidiger beauftragte. Dieser kündigte an, belastbare Gegenbeweise für eine verteidigungswürdige Strategie vorlegen zu wollen. Wenig später reichten die Anwälte beider Seiten eine gemeinsame Vereinbarung ein, die das Default-Urteil aufheben und das Verfahren zügig fortsetzen sollte.
Die Rechtsvertreter von Apple begründeten ihren Antrag damit, dass die Aufhebung des Urteils der effizienteste Weg sei, ohne weitere Verzögerungen voranzukommen. Das Gericht folgte dieser Argumentation und hat den Prozess damit wieder in Gang gesetzt. Prosser hatte zuvor bestritten, die Klage ignoriert zu haben, und behauptete stattdessen, von Beginn an mit Apples Rechtsabteilung im Austausch gestanden zu sein.
Zusammenfassung
Das gegen Jon Prosser ergangene Default-Urteil wurde durch einen US-Richter aufgehoben. Der Leaker hat nun zehn Tage Zeit, um sich formell zu den Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem iOS-26-Design-Leak zu äußern. Apple und Prosser hatten gemeinsam einen zügigen Verfahrensverlauf angestrebt.
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