Sideloading auf dem iPhone: Apples Sicherheitschef warnt vor Doppelstandards
Wenn Apple in der EU weiterhin iPhones verkaufen möchte, muss das Sideloading von Apps möglich gemacht werden. Der Sicherheitschef des Konzerns führt nun neben den sicherheitsrelevanten Bedenken ein weiteres Argument ins Feld, welches gegen das Prozedere spricht.

Es dauert nicht mehr lange, bis hierzulande und in der restlichen Europäischen Union der „Digital Market Act“ (DMA) greift. Im Frühjahr müssen große Player wie Apple ihren Kunden das Installieren von Apps außerhalb ihrer App Stores ermöglichen.
Bezieht man über das sogenannte Sideloading eine App von einer externen Quelle, kann die Sicherheit des Systems nicht garantiert werden. Schließlich arbeitet bei Apple hinter den Kulissen ein ganzes Team daran, den App Store sauber zu halten und Nutzer vor Schadsoftware zu schützen. Die Einführung von Sideloading bedeutet den Wegfall dieser Sicherheitsbarriere, sodass man sich ganz genau überlegen muss, ob es sich bei der Quelle um eine sichere handelt.
Apps erscheinen nicht mehr im App Store
In einem Interview mit The Independent führt Apples Sicherheitschef Ivan Krstić ein weiteres Argument ins Feld, das gegen das Sideloading spricht. Besser gesagt geht es um eine Entwicklung, die man bereits auf dem Mac beobachtet hat, wo man jederzeit Inhalte aus externen Quellen installieren kann.
Bestimmte Mac-Apps werden nämlich gar nicht mehr im App Store veröffentlicht, sondern nur auf der Webseite des jeweiligen Entwicklers. Nehmen wir als Beispiel Google Chrome. Der Webbrowser für macOS kann nur über die Google-Seite oder bei Drittanbietern geladen werden. Was auf den ersten Blick nicht weiter schlimm ist, kann sich auf die Sicherheit und Funktionalität auswirken. Denn eventuell verfügbare Updates werden nicht mehr über das rote Symbol des App Store-Icons angezeigt. Man muss die von externen Quellen bezogene Software manuell aktualisieren.
Das gleiche Szenario sieht Krstić mit dem neuen Gesetz beim iPhone und analog auch beim iPad. So manche iPhone-App könnte laut Krstić künftig komplett aus dem App Store verschwinden. Der DMA tritt in der Europäischen Union im kommenden März in Kraft.
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