Smartphone Markt Europa schrumpft, Apple holt Samsung ein

Der europäische Smartphone-Markt gerät weiter unter Druck, während sich die Kräfteverhältnisse zwischen den Herstellern deutlich verschieben. Die beiden führenden Anbieter rücken in dem schrumpfenden Markt auf ein nahezu gleiches Niveau zusammen, während die chinesischen Anbieter spürbar Boden verlieren. Für den Rückgang sprechen mehrere Gründe zugleich, von der zurückhaltenden Kaufbereitschaft bis zu knappen Lagerbeständen.
Ob der wachsende Premium-Trend und das kommende iPhone-Flaggschiff diesen Kurs drehen können, bleibt die offene Frage für die kommenden Quartale.
Apple holt Samsung ein
Laut Counterpoint Research fielen die europäischen Smartphone-Absatzzahlen im zweiten Quartal 2026 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit rund 35 Millionen verkauften Geräten markiert das das schwächste zweite Quartal des Kontinents seit drei Jahren.
Bemerkenswert ist vor allem die Verteilung: Apple zog seinen europäischen Marktanteil von 25 auf 34 Prozent an, Samsung kletterte von 31 auf 34 Prozent. Damit liegen beide exakt gleichauf, der Abstand zum Dauerkonkurrenten ist faktisch egalisiert. Schon 2022 hatte Apple in Europa als Marktführer abgeschlossen, wie wir damals bereits berichteten. Alle übrigen Anbieter verloren durchweg Anteile:
- Xiaomi: von 19 auf 15 Prozent
- Oppo: von 6 auf 4 Prozent
- Honor: von 4 auf 3 Prozent
- Alle weiteren Hersteller zusammen: von 14 auf 11 Prozent
Global betrachtet ist Apples Position noch deutlicher. Im zweiten Quartal 2026 erzielte der Konzern 49 Prozent des gesamten Smartphone-Umsatzes, obwohl sein Anteil an den Auslieferungen nur bei 23 Prozent lag. Welche iPhone-Modelle dabei konkret am stärksten nachgefragt werden, nennt der Report allerdings nicht.
Warum Käufer und Hersteller bremsen
Die Gründe für die Schwäche liegen auf beiden Seiten des Markts. Käufer trauen sich angesichts der wirtschaftlichen Lage weniger, freiwillige Konsumausgaben zu tätigen, während die Hersteller ihre Rabattaktionen zurückgefahren haben, um die Marge zu schützen. Beides bremst die Nachfrage zusätzlich.
Counterpoint-Manager Jan Stryjak erklärt, dass sich Westeuropa im zweiten Quartal 2026 relativ besser entwickelte, getragen von einem starken Apple-Quartal und leichtem Samsung-Wachstum. In Westeuropa wächst dabei der Anteil des Premium-Segments, was Apple zugutekommt, während in Osteuropa der Trend zu günstigeren chinesischen Modellen geht. Verschärft wird die Lage durch die globale Chip-Knappheit und steigende Komponentenkosten, die dazu führen, dass die europäischen Lagerbestände zur Neige laufen.
iPhone Ultra als möglicher Treiber
Für die kommenden Quartale rechnet Counterpoint damit, dass Apple seine Smartphone-Konkurrenten absehbar weiterhin deutlich in den Schatten stellt. Ein möglicher Treiber ist das iPhone Ultra, das im September 2026 mit einem Einstiegspreis von rund 2.000 Dollar erscheinen soll.
Mindestens ein Analyst rechnet für das Geschäftsjahr 2027 mit etwa 14 Millionen verkauften Geräten dieses Modells. Ob das neue Flaggschiff den schrumpfenden Markt insgesamt stützen oder vor allem Apples Premium-Position in Westeuropa weiter festigen kann, wird sich zeigen.

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