Apple · App Store

Streit um alternative Bezahlmöglichkeiten im App Store: Apple muss bis Dezember liefern

Nachdem ein Gericht Apple bereits vor zwei Monaten verpflichtete, zukünftig alternative Bezahlmöglichkeiten im App Store zu tolerieren, unternahm Apple einen Versuch, die Umsetzung zu verzögern. Diesem Versuch hat das zuständige Gericht nun einen Riegel vorgeschoben. 

A
AppTickerTeam
10.11.20214 Min. Lesezeit
Streit um alternative Bezahlmöglichkeiten im App Store: Apple muss bis Dezember liefern
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

Wir erinnern uns: In dem Gerichtsverfahren zwischen Epic Games und Apple, das für viel Aufsehen innerhalb der Branche sorgte, ging es um die Kernfrage, ob Apple ein Monopol innehabe oder nicht. Die Frage nach dem Monopol wurde zwar im Sinne von Apple mit Nein beantwortet. Damit traf die größte Befürchtung, dass Apple sein Ökosystem für Anbieter anderer App Store öffnen müsste, nicht ein.

Gleichzeitig wurde dem iPhone-Hersteller jedoch auferlegt, zukünftig alternative Zahlsysteme im App Store zu erlauben. Die bisherigen Bedingungen verstoßen demnach gegen wettbewerbsrechtliche Grundsätze. 

Apple fährt Verzögerungstaktik

Durch das Urteil der Richterin Yvonne Gonzalez Rogers sah Apple ein lukratives Geschäftsmodell den Bach runtergehen. Dem Unternehmen wurde auferlegt, die beanstandeten Punkte innerhalb von 90 Tagen zu korrigieren und App-Entwicklern die Möglichkeit einzuräumen, alternative Zahlsysteme zu integrieren. 

Schnell wurde klar, dass Apple in dieser Angelegenheit auf Zeit spielen will. In einem entsprechenden Antrag bat das Unternehmen um eine längere Frist für die Umsetzung. Eine solche gravierende Änderung könne nicht innerhalb so kurzer Zeit vollzogen werden. Sämtliche Sicherheitssysteme müssten sorgfältig auf die geänderten Verfahren angepasst werden. 

In einem neuen Urteil schmettert Richterin Rogers den Antrag von Apple ab. Da das Unternehmen keine neuen Argumente vorlegen konnte, bleibt das Gericht bei der Entscheidung, die Gegebenheiten im App Store bis zum 9. Dezember zu ändern. 

Keine neuen Anhaltspunkte

In der Begründung wird weiter ausgeführt, dass Apple in seinem Einspruch keine substanziellen Punkte hervorgebracht habe, die eine Verlängerung der Frist rechtfertigen würden. Das Unternehmen von CEO Tim Cook konnte dem Gericht keine Alternative aufzeigen, die die wettbewerbsverzerrenden Umstände beseitigt hätte.

Nicht einmal zur Dauer der Fristverlängerung habe Apple konkrete Aussagen getroffen. Im Raum stand eine Verlängerung von 10 Tagen. Diesen Passus wertete das Gericht allerdings als einen kläglichen Versuch, das Bezahlsystem und die damit verbundenen Provisionszahlungen über das lukrative Weihnachtsgeschäft zu retten. 

In der erneuten Begründung wird durch das Gericht noch einmal deutlich gemacht, dass die Zulassung alternativer Bezahlsysteme zu keiner "Verwüstung" des Ökosystems führen würde. Es ist gängige Praxis, dass Nutzer über Verlinkungen zu externe Bezahldienstleistern gelangen. Gleichzeitig wäre eine solche Verlinkung durch den App-Review-Prozess durchaus überprüfbar. Die Argumentation der oft angeführten Sicherheitsrisiken verliefe somit ins Leere.

Zu guter Letzt merkte das Gericht noch an, dass Apple bereits jetzt bestimmten Anbietern eigene Stores und Bezahlmöglichkeiten zuspreche.  

Apple gibt sich weiterhin kämpferisch

Auch mit der erneuten Niederlage im Nacken will Apple noch nicht aufgeben und erklärte bereits, ein höheres Gericht anzurufen. Prozessbeobachter kommen jedoch zu der Einschätzung, dass sich Apple in diesem Prozess verzockt hat. Anstatt dem Gericht bereits im Einspruchsverfahren konkrete Lösungsvorschläge zu unterbreiten, macht sich der Eindruck breit, dass Apple auf Biegen und Brechen so lange wie möglich die 30-Prozent-Kuh melken will. 

Eine Möglichkeit wäre auch gewesen, die Provisionen für Entwickler zu senken. Damit hätte Apple dem Gericht einen gangbaren Weg aufgezeigt. Gleichzeitig wären sicherlich viele Entwickler automatisch nicht mehr daran interessiert gewesen, weitere Zahlungswege anzubieten. 

So bleibt es jedoch bei einem sich zuspitzenden Streit, den Apple am Ende mit einem Teil seiner lukrativen Umsatzbeteiligungen bezahlen wird. 

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apple.

Alle Apple →
Apple fertigt Chips unter Druck bei Intel in den USA
Apple

Apple fertigt Chips unter Druck bei Intel in den USA

Apple hat unter erheblichem politischen Druck einen Fertigungsdeal mit Intel abgeschlossen. Ziel war vor allem die Abwendung drohender Importzölle, nicht eine Neuausrichtung der Chipproduktion.

Vor 13 Std3 Min
iPhone 18 Pro: Leaker berichten von dickerem Gehäuse, mehr Gewicht und fehlendem Schwarz
Smartphone

iPhone 18 Pro: Leaker berichten von dickerem Gehäuse, mehr Gewicht und fehlendem Schwarz

Mehrere Leaker deuten auf drei Design-Anpassungen beim iPhone 18 Pro hin: Eine potenzielle Verdickung des Gehäuses, ein höheres Gesamtgewicht und eine reduzierte Farbpalette ohne Schwarz-Modell.

Vor 2 Tagen3 Min
Teurere Bauteile: Apple rechnet mit höheren Kosten für das iPhone 18 Pro Max
Smartphone

Teurere Bauteile: Apple rechnet mit höheren Kosten für das iPhone 18 Pro Max

Die Materialkosten für das kommende iPhone 18 Pro Max steigen durch teure Speicherchips und den neuen 2-Nanometer-Chip massiv an. Experten gehen davon aus, dass Apple die Verkaufspreise im Schnitt um 200 Dollar anheben muss.

Vor 3 Tagen2 Min
iPhone 18 Pro Max: Gewicht und Dicke steigen durch massiven Akku
Smartphone

iPhone 18 Pro Max: Gewicht und Dicke steigen durch massiven Akku

Mit dem iPhone 18 Pro Max kehrt Apple bei den Spezifikationen zu älteren Werten zurück. Das neue Flaggschiff wird durch einen vergrößerten Akku deutlich schwerer und dicker als der direkte Vorgänger.

Vor 3 Tagen3 Min
iPhone Ultra: Lieferkette bestätigt September-Start
Smartphone

iPhone Ultra: Lieferkette bestätigt September-Start

Frische Meldungen aus der Apple-Lieferkette widerlegen die jüngsten Verzögerungs-Gerüchte. Das faltbare iPhone Ultra kommt pünktlich im September 2026 auf den Markt, doch extreme Lieferengpässe und Wartezeiten von mehreren Wochen bleiben wahrscheinlich.

Vor 3 Tagen2 Min
Apple testet CXMT-Speicherchips für China – Politische Hürden in Washington
Apple

Apple testet CXMT-Speicherchips für China – Politische Hürden in Washington

Apple prüft DRAM-Chips des chinesischen Herstellers CXMT für Geräte in China und setzt sich in Washington für eine Nutzungserlaubnis ein. Der globale Speicherchip-Mangel zwingt das Unternehmen zu alternativen Lieferquellen.

Vor 4 Tagen2 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.