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Update: Nach iOS 14 Beta wird Job-Plattform LinkedIn angeklagt

Böswillige Absichten oder versehentliche Nebenwirkung? Darüber wird schon bald der kalifornische Bundesgerichtshof im Fall LinkedIn entscheiden müssen nachdem Nutzer der iOS 14 Beta überraschende Erkenntnisse über populäre Apps machten.

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AppTickerTeam
11.07.20203 Min. Lesezeit
Update: Nach iOS 14 Beta wird Job-Plattform LinkedIn angeklagt
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Mit der Keynote der diesjährigen Worldwide Developers Conference (WWDC) veröffentlichte Apple direkt im Anschluss Entwickler-Betas für alle kommenden Firmware Updates - dies schließt Betas für iOS 14, iPadOS 14, macOS 11 Big Sur und weitere ein. Da jene jedoch (bis gestern) nur für App-Entwickler verfügbar waren, konnte nur eine vergleichsweise kleine Anzahl an Nutzer bisher Gebrauch von den Neuerungen machen. Dies reichte jedoch aus um im Netz nur Tage nach der Keynote für Aufruhr zu sorgen, denn eines der am positivsten angesehenen Features von iOS und iPadOS 14 ist der Benachrichtigungs-Banner der erscheint, wann immer eine App Text von der Ablage des Nutzers kopiert.

Dies mag zunächst als kleines Extra erscheinen, hat jedoch große Konsequenzen mit sich gezogen, da ganze 53 (!) weit genutzte Apps wie TikTok, AliExpress und, relevant für diesen Fall, LinkedIn von dem Banner als bösartig erkannt worden sind - mit jedem Tastenanschlag kopieren die Apps so die Ablage. Während die Entwickler-Sektion von Twitter sich über die genannten Apps hermacht, verteidigen sich beispielsweise TikTok mit der Erklärung dass dies geschieht um mutwilligen Spam zu reduzieren. LinkedIn kann als Jobportal jedoch schwerlich die selbe Erklärung nutzen und schob den Fall auf einen Bug im Code der App, wie viele andere Unternehmen. Nun fängt LinkedIn jedoch an, die Auswirkungen dieses Verhaltens zu erleben.

Laut einem Bericht von Yahoo! Finance hat Nutzer Adam Bauer im Bundesgerichtshof der US-Stadt San Francisco eine Klage eingereicht, welche LinkedIn der Verletzung von kalifornischen Gesetzen und Normen des B2C-Verhältnis bezichtigt. Die Plattform hat so aufgrund der Kopie der Ablage potentiell uneingeschränkten Zugriff auf hochsensible Daten - insbesondere dadurch, dass Nutzer des Portals ehrliche, persönliche Informationen angeben müssen um von Arbeitgebern gesehen zu werden. Durch das Universal Clipboard Feature, welches Mac-Nutzern erlaubt eine geteilte Ablage zwischen allen Geräten zu haben, kann die App so sogar auf Text zugreifen welcher der Nutzer nicht einmal auf dem Gerät hat - ein zweifelloser Eingriff in die Privatsphäre.

Bislang hat sich LinkedIn noch nicht zur Klage geäußert, und es könnte noch eine Weile brauchen bevor der Bundesgerichtshof jene akzeptiert und das Unternehmen vorladen lässt. Interessant ist die Entwicklung jedoch allemal, und es gab selten ein vergleichsweise so kleines Feature welches so große Konsequenzen mit sich getragen hat. Mit der Public Beta, welche vor kurzer Zeit initiiert worden ist, werden jedoch sehr viel mehr Nutzer auf den Fall aufmerksam werden und eventuell noch größere Wellen schlagen als zuvor.

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