Warum ein iPad Pro derzeit kein PC-Ersatz sein kann
Das iPad ist inzwischen 8 Jahre alt, das iPad Pro wird auch bereits in der dritten Generation verkauft, kann es denn nicht nur als reines Konsumgerät, sondern als ein vollständiger Ersatz für den PC verwendet werden?

"iPad Pro — 5 Reasons iPad Pro can be your next computer", so lautet der Titel der vor wenigen Tagen erschienenen Video-Anzeige von Apple. In dem Video klärt Apple den Zuschauer auf, warum das iPad aus der Sicht von Apple ein vollwertiger Ersatz für den PC sein kann. Genau 5 Gründe sollen es laut Apple sein, welche die Überzeugungsarbeit leisten und zum Kauf eines iPad Pros verleiten sollen. Schauen wir uns die Gründe genauer an.
Apple's Gründe, warum das iPad Pro dein nächster Computer sein kann
Es ist leistungsfähiger als die meisten Computer.
Die Frage ist allerdings welche Computer damit gemeint sind und vor allem wie ist der Einsatzzweck. Betrachtet man den heutigen, gewöhnlichen Desktop-Rechner, oder ein Laptop, so stellt man fest, dass die Leistung im Überfluss steht und die Hardware für die meisten Aufgaben, mehr als genügend dimensioniert ist. Ein wirklich wichtiger Grund kann es also nicht sein, vor allem wenn die Software nicht stimmt. Mit anderen Worten, was nutzt die hohe Performance der Hardware, wenn die von dem Nutzer benötigte Software nicht vorhanden ist.
Es ist ein Scanner, eine Kamera, ein Notizbuch, ein Video und Musik-Player, ein Musikeditor und ein Buch.
Ja, ein iPad kann schon sehr viel und ist ein sehr vielseitiges Gerät. Wer alles kann, kann nichts richtig? Sucht man nach wirklich vollwertiger Software für das iPad, wird man leider an vielen Stellen Abstriche machen müssen, selbst Apple veröffentlicht die hauseigene Software nicht im gleichen Umfang und Auswahl für das iPad, wie für das macOS.
Es bewegt sich überall und bleibt überall verbunden.
Mit der Verbindung ist an dieser Stelle das Mobilfunknetz gemeint. Nun, PCs und Laptops mit einem integrierten LTE-Modul gibt es genügend auf dem Markt, lediglich die MacBooks haben diese Funktionalität nicht und es sieht auch nicht so aus, dass Apple dies jemals ändern wird. Ob dies nicht ein für das iPad künstlich geschaffener Vorteil ist, kann man natürlich mutmaßen, es liegt jedoch zu 100% in Apples Hand.
Es ist so einfach wie das hier.....
In dem Video werden mit dem Finger bewegte Inhalte angezeigt. Ja es ist eine tolle Möglichkeit mit dem "Touch" das Gerät zu bedienen, ein vollständiger Mausersatz ist dies jedoch nicht. So, wie dem iPad der Mauszeiger fehlt, so könnte sich auch ein MacBook Pro mit dem Finger bedienen lassen. Dass das Eine, das Andere nicht ausschließlichen muss, hat bereits Microsoft und Google gezeigt. Apple zieht jedoch an dieser Stelle eine harte Trennlinie, der Grund hierfür ist nicht wirklich bekannt.
Es ist noch besser mit dem Apple Pencil
Das iPad Pro ist zweifellos besser mit Apple Pencil, das Apple Pencil macht das iPad Pro jedoch weitere 135€ teurer. Kauft man auch das Tastaturgehäuse für nochmals 219€, so hat man nur für die Zusatzhardware bereits 354€ ausgegeben. Das iPad Pro kostet in der aktuellen Version ab 879€, nimmt man jedoch die beworbene LTE-Funktionalität mit, so werden schnell 1049€ daraus, summa summarum hat man mindestens 1400€ ausgegeben, damit man das iPad mit dem PC, bzw. MacBook vergleichen kann.
Die Preisfrage an dieser Stelle wäre jedoch... in wie weit ist das iPad Pro im produktiven Einsatz besser als das einfache iPad, welches bereits für 349€ verkauft wird. Ja die Hardware ist um einiges performanter, die Software ist und bleibt jedoch die selbe, so dass der Produktivitätsvorteil fast nicht feststellbar wird.
Als Fazit für mich selbst bleibt das iPad ein Konsum- und kein Produktivitätsgerät. Ja, sobald man wirklich viel Wert darauf legt, so ist ein produktives Arbeiten mit dem iPad möglich, die Ergonomie, Bequemlichkeit und ja auch die Schnelligkeit bleiben dabei teilweise deutlich unter dem Strich. Insbesondere dem Betriebssystem merkt man es deutlich an, dass selbst im 8-ten Jahr seit dem ersten Release, das iOS immer noch eine Smartphone-Betriebssystem ist und das iPad damit lediglich ein größeres Smartphone und nicht ein mobileres Laptop ist. So bleibt mein bereits in die Jahre gekommenes iPad Mini 2 weiterhin in Benutzung, ein iPad Pro ist zumindest auf absehbare Zeit nicht geplant.
Wie schaut es denn bei unseren Lesern aus? Wie seht ihr das? Wer von euch nutzt ein iPad Pro und für welchen Zweck? Wir freuen uns über eure Kommentare.
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