Apps · App Store

Wegen Scamsoftware - Bitcoinvermögen in Höhe von 850.000 Euro verschwunden

Die Gefühlslage, die Phillipe Christodoulou aktuell durchlaufen muss, lässt sich nur erahnen. Als er einen Blick auf seinen virtuellen Schatz werfen wollte, lud er ungewollt Betrüger ein, sich ebenfalls in seiner Schatzkammer umzusehen. Christodoulou blickt währenddessen vorwurfsvoll zu Apple rüber.

A
AppTickerTeam
01.04.20213 Min. Lesezeit
Wegen Scamsoftware - Bitcoinvermögen in Höhe von 850.000 Euro verschwunden
Banner-Werbung
Leaderboard · 970 × 250 / 728 × 90

Phillipe Christodoulou konnte bis zuletzt kontinuierlich dabei zusehen, wie der Wert seines mit Bitcoin gefüllten Wallets größer und größer wurde. Musste man vor einem Jahr noch 6.000 Euro für einen Bitcoin auf den virtuellen Ladentisch legen, so stieg der Kurs in den vergangenen zwölf Monaten auf wahnsinnige 50.000 Euro an. Phillipe konnte ganze 17,1 Bitcoin sein Eigen nennen... bis er einen folgenschweren Fehler beging.

Gefälschte App im App Store fing Login-Daten ab

Als Christodoulou einen beruhigenden Blick auf sein Bitcoinkonto werfen wollte, fing das ganze Unheil an. Anstelle der originalen App namens Trezor, lud er sich aus dem App Store eine gefälschte App mit gleichem Namen und Benutzeroberfläche herunter. Wie das Prinzip der sogenannten Scamsoftware funktioniert, haben wir vor kurzem erst thematisiert.

Das kopierte Design in Verbindung mit Apples Versprechen, der App Store wäre für den Nutzer aufgrund komplexer Zulassungsverfahren von Apps ein sicherer Ort, führte dazu, dass der Geschädigte seine Zugangsdaten ahnungslos eintippte. Die gefälschte App führte Phillipe jedoch nicht wie gewünscht zu seinem Kontostand, sondern speicherte lediglich die eingegebenen Logindaten. Mit den abgefangenen Daten war es den Betrügern ein Leichtes, die Kryptowährung zu transferieren. Innerhalb weniger Augenblicke verlor Christodoulou 17,1 Bitcoins, nach dem aktuellen Wechselkurs wurde er damit um 850.000 Euro erleichtert. Kaum vorzustellen, wie schwer dieser Verlust wiegt, wenn man sich lange Zeit über sein glückliches Händchen in Sachen Geldanlage freuen durfte und zusehen konnte, wie das eigene Vermögen offensichtlich unermüdlich zu wachsen schien. 

Vorwürfe gegen Apple

Ginge es nach Christodoulou, dann steht der Schuldige fest: Seiner Meinung nach hat es Apple verschlafen, die Betrugssoftware im Vorfeld ausfindig zu machen und aus dem App Store zu entfernen. Dass ihm so etwas widerfahren kann, hielt der Betroffene angesichts des scheinbar sicheren App Stores für schlicht unmöglich. Besonders sauer stößt ihm auf, dass die App bereits aus dem App Store entfernt wurde und es erneut dort hinein schaffen konnte. Doch wie schafft es überhaupt eine offensichtliche Kopie in den App Store und kann dort auf Beutezug gehen?

Bevor Apps im App Store landen, durchlaufen sie ein Zulassungsverfahren. Um nicht bereits im Zulassungsverfahren enttarnt zu werden, melden die Betrüger zuerst eine harmlose App an. Sobald die Zulassung erteilt ist, wird sie im Nachhinein zu einer Phishing-App geändert. Die zeitliche Verfügung im App Store ist in den meisten Fällen begrenzt, da der Betrug dann doch schnell wieder auffliegt. Wie der Fall von Christodoulou jedoch gezeigt hat, reicht es bereits aus, wenn die App nur kurze Zeit verfügbar ist. 

Auch wenn Apple sich in der Zwischenzeit betroffen zeigt, eine Entschädigung wird Phillipe nicht erhalten. "Vertrauen bildet die Basis des App Store", so ein Sprecher. Apple beruft sich auf die hohen Sicherheitsstandards des App Stores, weist gleichzeitig jedoch auch auf die eigene Pflicht hin, persönliche Daten nur mit absolut vertrauenswürdigen Quellen zu teilen. Und wie uns die Vergangenheit gezeigt hat, gibt es im Internet keine hundertprozentige Sicherheit. 

Frühere Rufe von Entwicklern nach einem verkürzten Zulassungsverfahren im App Store, könnten sich angesichts der Betrugsvorfälle als Fehler erweisen. Im aktuellen Fall ermittelt mittlerweile das FBI. Ob Christodoulou seine Bitcoins jemals wiedersehen, gilt als eher unwahrscheinlich. 

Banner-Werbung
Inline · Billboard 970 × 250

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Geschichten aus Apps.

Alle Apps →
Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses
Apple

Apple gibt Vision Pro auf: Team aufgelöst, Fokus auf Smart Glasses

Apple hat die Vision-Pro-Produktlinie faktisch aufgegeben. Das spezialisierte Team wurde aufgelöst und die Mitarbeiter auf andere Bereiche verteilt — stattdessen setzt das Unternehmen auf kompakte Smart Glasses mit KI-Funktionen.

Vor 13 Std1 Min
iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick
Apple

iPhone 18 Pro: Die wichtigsten Features im Überblick

Apple bringt im September das iPhone 18 Pro mit einer Reihe neuer Features. Von einem 2nm-Chip über eine kleinere Dynamic Island bis hin zu Satellit-5G – ein Überblick über die gerüchteten Innovationen.

Vor 2 Tagen1 Min
Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6
Apple

Apple veröffentlicht Betas für iOS, watchOS, tvOS und visionOS 26.6

Apple hat parallel die ersten Developer-Betas für iOS 26.6, iPadOS 26.6, watchOS 26.6, tvOS 26.6 und visionOS 26.6 freigegeben. Zwei Wochen nach der 26.5-Version dienen die Updates primär der Stabilität und Bugfixes.

Vor 2 Tagen1 Min
MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips
Mac News

MacBook Ultra: Apples neues Top-Notebook mit OLED, Touch und 2nm-Chips

Apple plant ein MacBook Ultra als neue Top-Kategorie oberhalb der MacBook Pro-Modelle — mit OLED-Touchscreen, Dynamic Island und M6-Chips.

Vor 2 Tagen1 Min
AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro
Schnäppchen

AirPods Max 2: Over-Ear-Kopfhörer mit H2-Chip für 528 Euro

Die AirPods Max 2 sind aktuell bei Amazon im Deal — mit 51 Euro Rabatt auf die UVP von 579 Euro. Der H2-Chip bringt eine deutlich verbesserte Geräuschunterdrückung und neue Features wie Live-Übersetzung.

Vor 3 Tagen1 Min
Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026
Apple

Apple plant 15 neue Produkte für Ende 2026

Apple kündigt eine massive Produktflut für das zweite Halbjahr 2026 an – von faltbarem iPhone über MacBook Ultra bis zum neuen Smart-Home-Hub. WWDC 2026 markiert den Start einer neuen Ära.

Vor 6 Tagen1 Min

Kommentare

Sei der Erste, der hier kommentiert.

Du musst angemeldet sein, um zu kommentieren.

News & Schnäppchen — jeden Freitag in deiner Inbox.

Die wichtigsten App-News und besten Deals der Woche, kuratiert von der Redaktion. Kein Spam.