X Money startet: Musk will Banken verdrängen, scheitert aber an US-Lizenzen

Elon Musk hat seine Finanzplattform X Money am 27. Juli 2026 offiziell freigegeben. Der Dienst richtet sich zunächst an Premium-Abonnenten in den Vereinigten Staaten und zielt darauf ab, ein All-in-One-Ökosystem zu schaffen, das traditionelle Banken obsolet machen soll. Hinter der Fassade der digitalen Revolution verbergen sich jedoch erhebliche regulatorische Hürden und kritische Sicherheitsrisiken für das Vermögen der Nutzer. Während die Zinsversprechen auf dem Papier verlockend wirken, blockieren ausstehende Lizenzen in zwei Großstaaten die flächendeckende Nutzung. Zudem mahnen Experten die mangelnde Infrastruktur und die strengen Konditionen des Social-Media-Konzerns an.
Verlockende Konditionen und Sicherheit
Der Finanzdienst wirbt mit einem jährlichen Verzinsungssatz von bis zu 6,00 Prozent für das Guthaben. Diese Rendite liegt deutlich über dem US-Durchschnitt von 0,38 Prozent und soll Kunden an die Plattform binden. Zusätzlich bietet die neue X Card, eine Debitkarte im Visa-Netzwerk, drei Prozent Cashback bei bestimmten Transaktionen. Die Karte verzichtet auf Auslandseinsatzzuschläge und erstattet zudem Gebühren an fremden Geldautomaten. Für das Guthaben sorgt ein Versicherungsschutz über ein FDIC-Programm, der bis zu zehn Millionen Dollar abdeckt. Die eigentlichen Bankdienstleistungen erbringt in diesem Konstrukt die Cross River Bank als Partnerinstitution.
Fehlende Genehmigungen in Großstaaten
Trotz des Verkaufsstarts fehlen dem Anbieter wesentliche regulatorische Genehmigungen in zwei großen US-Bundesstaaten. Nutzer in New York und Massachusetts können die X Card nicht nutzen und sind vom Finanzdienst ausgeschlossen. In New York hatte X bereits im Jahr 2024 den Antrag auf eine Lizenz zurückgezogen, nachdem Anwälte Bedenken wegen möglicher Verbindungen zu Saudi-Arabien geäußert hatten. Auch in Massachusetts stieß das Projekt auf Widerstand, wobei Senatorin Elizabeth Warren im April vor potenziellen nationalen Sicherheitsrisiken warnte. Da die Genehmigung für die Übermittlung von Geldern in diesen Regionen fehlt, bleibt der Dienst dort funktionsunfähig.
Strenge Sperrklauseln und Support-Mängel
Die Nutzungsbedingungen sehen drastische Maßnahmen bei verdächtigen Aktivitäten vor. So kann X Auszahlungen bei Sicherheitsbedenken für bis zu 180 Tage einfrieren. Sperren des Hauptkontos wegen schwerwiegender Verstöße, etwa zur Gewaltverherrlichung, ziehen automatisch den Verlust des Finanzzugriffs nach sich. Bei unbefugten Transaktionen haftet der Nutzer selbst, sofern er den Vorfall nicht zeitnah meldet, wobei der Konzern den Begriff „zeitnah“ nicht konkret definiert. Der Support ist seit der Übernahme von Twitter im Jahr 2022 stark reduziert und wird überwiegend von automatisierten Bots bedient. Zwar existiert eine Telefonnummer, die FAQ-Liste verweist jedoch primär auf den In-App-Chat. Experten wie Daniela Hawkins von Capco warnen, dass solche Inkonsistenzen die Akzeptanz behindern könnten, ähnlich wie frühere Versuche von Technologieunternehmen in diesem Sektor.
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