Amazon baut Satellitennetzwerk für iPhone und Apple Watch auf

Amazon bereitet einen strategischen Schritt in die Satellitenkommunikation vor, der die mobile Konnektivität weltweit neu ordnen könnte. Im Zentrum steht ein gigantisches Netzwerk aus Tausenden von Satelliten, das auf bestehenden Partnerschaften mit der Tech-Branche aufbaut. Besonders relevant wird das Vorhaben für Nutzer von Apple-Geräten, da der E-Commerce-Riese bereits eine enge Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Konzern pflegt. Das Ziel ist eine nahtlose Verbindung auch in abgelegenen Regionen, in denen herkömmliche Mobilfunknetze nicht mehr funktionieren.
5.105 Satelliten in niedriger Umlaufbahn
Die geplante Infrastruktur umfasst bis zu 5.105 einzelne Satelliten, die in niedrigen Erdumlaufbahnen stationiert werden sollen. Um eine lückenlose globale Abdeckung zu gewährleisten, teilt Amazon die Konstellation in fünf unterschiedliche Orbital-Schalen auf. Drei dieser Schalen konzentrieren sich auf dichtbesiedelte Landmassen, um dort hohe Kapazitäten und schnelle Verbindungen bereitzustellen. Die verbleibenden beiden Schalen richten sich speziell auf die polaren Regionen aus, um auch die extremen Breitengrade zuverlässig zu erschließen.
Übernahme von Globalstar als Basis
Die technische Basis bildet das Frequenzspektrum des etablierten Satellitenbetreibers Globalstar, dessen Übernahme Amazon aktuell vorantreibt. Nach erfolgreicher regulatorischer Freigabe soll die Fusion mit dem bisherigen Anbieter voraussichtlich im Jahr 2027 vollendet sein. Durch die Integration der bestehenden Frequenzen kann das neue Netzwerk auf bewährten Kommunikationsstandards aufsetzen. Dies ermöglicht von Anfang an stabile Sprach- und Datenverbindungen sowie zuverlässige Messaging-Dienste und Notrufsysteme ohne Abhängigkeit von irdischen Sendemasten.
Konkrete Vorteile für Apple-Nutzer
Apple setzt die Technologie von Globalstar bereits heute ein, um die Satellitenkommunikation im iPhone und der Apple Watch Ultra 3 anzubieten. Durch die Kooperation mit dem Amazon-Leo-Projekt sollen diese bestehenden Funktionen künftig deutlich leistungsfähiger werden. Betroffen sind unter anderem die Dienste für SOS über Satellit, der Austausch von Nachrichten sowie die Pannenhilfe. Zudem haben beide Unternehmen vereinbart, gemeinsam an der Entwicklung zukünftiger Satellitendienste für die gesamte Apple-Gerätefamilie zu arbeiten. Amazon betont dabei, dass das neue Netzwerk höhere Übertragungsgeschwindigkeiten und einen verbesserten Durchsatz für jedes Endgerät mit geeignetem Satelliten-Chip bereitstellen wird.
Genehmigung durch die FCC steht noch aus
Bevor die ersten Komponenten in den Orbit gebracht werden können, muss das Projekt noch die notwendigen behördlichen Hürden nehmen. Der entsprechende Antrag auf Genehmigung wurde bereits bei der US-Regulierungsbehörde FCC eingereicht und befindet sich derzeit im laufenden Prüfverfahren. Amazon rechnet damit, dass der tatsächliche Aufbau der Satellitenkonstellation im Weltraum frühestens ab dem Jahr 2028 beginnen kann. Bis dahin laufen die technischen Vorbereitungen und die Finalisierung der Partnerschaften auf Hochtouren.
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