Die Sicht eines Autors auf das neue 'Apple Books for Authors'
Apple will Amazon Kindle Direct Publishing mit einem eigenen Ableger gleichtun. Aber was steckt dahinter, und wie viel Wert beinhaltet das Programm wirklich?

Als Autor kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, wenn ich sage, dass der Prozess vom ersten Niederschreiben einer Idee bis hin zur Publizierung des vollendeten Buches ein langer, unübersichtlicher und oftmals chaotischer Weg ist. Es gibt keine konkreten Regeln die man für einen Entwurf einhalten muss, was das Medium Buch zwar zu einer sehr freien künstlerischen Gestaltungsmethode macht, allerdings auch bedeutet dass man sich schnell in seinem eigenen Kopf verlieren kann und vom Druck der Erwartungen untergehen kann. Oftmals ist es dieser Punkt an dem aufstrebende und talentierte Schriftsteller-to-be scheitern - nicht an einer physischen Hürde oder einer unlösbaren Szene, sondern an den eigenen, aufstauenden Erwartungen die einen überwältigen.
Umso glücklicher bin ich, wenn ich die Masse an Ressourcen für neue Schriftstelle sehe die mittlerweile kostenlos im Internet gestellt werden um frisches Talent zu fördern und bis hin zum fertigen Buch zu tragen. Amazon Kindle Direct Publishing (KDP) war für dieses Thema bislang immer meine erste Anlaufstelle, da es sowohl eine solide Publizierungsplattform darstellt, als auch wunderbare Tipps in Sachen professionelle Erstellung eines Buches gibt und Autoren mit individuellem Support stark fördert - und so habe ich auch mein eigenes Buch auf KDP hochgeladen. Jedoch ist dieser Service lange nicht mehr der einzige Allrounder-Online-Service der für Autoren existiert, und neben unkonventionellen Alternativen wie einem Blog kann man nun auch über Apple Books Bücher hochladen und komplett kostenlos (!) verkaufen - der neue Service wird 'Apple Books for Authors' getauft, und ich habe mich in die kritischen Unterschiede zwischen jenem und KDP reingelesen.
Echte Autoren, echtes Verständnis
Auf authors.apple.com wird man direkt von einer großen und überraschend übersichtlichen Reihe an Funktionen erwartet. Sechs Felder insgesamt bietet die Webseite zum Eintauchen an, mit allen Kategorien vom frischen Start des Schreibens eines Buches über die Design- und Publizierungsaspekte die vor der Veröffentlichung beachtet werden sollten, bis hin zu Einblicken in den Markt selber und detaillierte Angaben zu den Verkaufstendenzen des fertigen Buches. Dies ist zunächst nichts neues, da auch KDP eine weite Riege an frei verfügbaren Ressourcen an die eigenen Autoren stellt, jedoch machen mich hierbei zwei Aspekte besonders neugierig: A) dass kein Account benötigt wird um in die Materie zu gehen, da alles direkt auf der Seite selbst bereit gestellt wird, und B) die Videos von tatsächlichen Autoren, die Einblicke hinter den Kulissen und ihre eigenen Gedanken zum Thema Verfassen und Publizieren abgeben. Dies sind unschätzbare Hilfsmittel, denn alleine eine fremde Person in ihrem Prozess zu beobachten kann Inspiration und eine neue Perspektive auf das eigene Werk fördern. Apple fügt ebenfalls eigens auf der Website hinzu, dass auch "etablierte Autoren wertvolle Ressourcen finden werden, die bei dem Erhöhen von Verkaufszahlen und Verfolgen von Performance helfen können".

Was jedoch eine der wichtigsten Punkte für mich war - welchen Apple mehr oder weniger skrupellos behandelt hat - ist der konkrete Vergleich zu Amazon KDP. Speziell auf die monetäre Basis von Apple Books und die Einschränkungen an den Autor haben mich hier interessiert, denn um zum Beispiel über KDP auch in anderen Läden verkaufen zu können, wird ein nicht zu unterschätzender Teil der (ohnehin schon relativ niedrigen) Tantiemen an Amazon überlassen um Lieferkosten und Handlungen zwischen den Läden zu decken. Apple Books scheint diese Limitierungen jedoch explizit nicht zu besitzen, und der Schriftsteller kann sein Buch direkt von der Plattform aus auf andere Läden wie Barnes & Noble vermarkten. Ebenfalls garantiert Apple eine Rate an Tantiemen von 70% für jedes Buch, unabhängig von der Länge oder der Methode der Publizierung. KDP bietet zwar ebenfalls eine Rate von 70% an, jedoch kann diese auch auf je nach Länge oder Marktplatz auf weniger fallen. In Kombination mit den komplett erlassenen Lieferkosten von Paperbacks scheint Apple KDP mit einer finanziell lukrativen Alternative ausstechen zu wollen und trotzdem extensive Hilfe für Autoren aller Klassen zu leisten.
Im Fazit bin ich soweit mit dem Prinzip von Apple Books for Authors begeistert und tatsächlich am überlegen, ebenfalls auf die Plattform umzusteigen. Alle Leser die sich eventuell in dem kreativen Vorhaben der Schriftstellung angesprochen fühlen, kann ich wärmstens raten die Seite einmal zu besuchen und sich mit dem Angebot von Apple auseinanderzusetzen - selbst wenn es noch nur ein Hirngespinst ist, gibt die Seite goldene Ratschläge zum Anfangen, Verbessern und auch zum Veröffentlichen des geistigen Kindes.
Apropos: falls Interesse daran besteht zu sehen, was in dem Kopf des Erstellers dieses Artikel vor sich geht, findet man hier mein Buch. Vielen Dank an jeden Klick und vielen Dank an das restliche AppTicker-Team für die Möglichkeit! :)
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